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Altbau wird ersetztSo soll das künftige evangelische Gemeindehaus in Brühl aussehen

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Zu sehen ist eine Visualisierung des Neubauvorhabens.

So soll das neue Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde in Brühl einmal aussehen.

Das bisherige Gebäude gegenüber der Christuskirche ist marode und wird abgebrochen.

Die evangelische Gemeinde Brühl erhält eine neue Stätte des Zusammenkommens. Am Mayersweg, gleich gegenüber der Christuskirche, wird das bisherige Gemeindezentrum durch einen Neubau ersetzt. Das Presbyterium der Gemeinde hat sich dabei im Rahmen eines Wettbewerbs für einen Entwurf des Kölner Büros „Königs Architekten“ entschieden, der die Errichtung eines zweigeschossigen Holzbaus mit einer großen Glasfront im Erdgeschoss sowie die Anlage eines erweiterten Vorplatzes vorsieht.

Die Fassadenverkleidung soll zum Brückenschlag zwischen alt und neu werden. Als Ornamentik vorgesehen sind Lutherrose und Kronenkreuz der Diakonie, beide Motive sind  – wenn auch in anderer Form – bislang über den Eingängen des  Gemeindehauses zu sehen. „Mit diesem neuen Gemeindezentrum wollen wir dem evangelischen Leben in Brühl eine neue Mitte geben und es in die Zukunft führen“, erklärt Pfarrerin Sandra Nehring, Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde.

Konzentration auf den Standort der Christuskirche am Mayersweg

Finanziert wird das Vorhaben, das sich im niedrigen einstelligen Millionenbereich bewegen soll, nicht aus Kirchensteuermitteln, wie die Gemeinde betont. Vielmehr nehme man Rücklagen in Anspruch, die etwa durch den Verkauf eines Grundstücks am Brühler Rodderweg gebildet werden konnten. Dort befand sich einst die Johanneskirche.

Diese wurde wie auch zwei weitere zugehörige Predigtstätten, die Martin-Luther-Kirche in Walberberg und die Thomaskirche in Meschenich, angesichts der sinkenden Mitgliederzahl entwidmet. Mit dem Neubau wolle man sich den Herausforderungen der Zukunft stellen und den Schwerpunkt des evangelischen Lebens in Brühl markanter auf den Standort der Christuskirche am Mayersweg konzentrieren, so die Gemeinde, deren Vorhaben in direkter Nachbarschaft zum Schloss Augustusburg und Max-Ernst-Museums umgesetzt wird.

Das Erdgeschoss wird ein großes Foyer, eine Bücherei und einen Gemeindesaal beherbergen. Letzterer soll rund 100 Sitzplätze bieten. Markantes Element des Gemeindesaals ist ein Erkerfenster über zwei Geschosse, das den Blick zu Christuskirche freigibt. Energetisch soll das Gebäude höchsten Ansprüchen genügen. So erhält der Holzbau eine Solaranlage und ein Dach, das zu zwei Dritteln begrünt wird. Geheizt wird mit einer Wärmepumpe. „Damit sind die Vorgaben der Evangelischen Kirche im Rheinland erfüllt, wonach alle Gebäude der Gemeinden bis 2035 eine Treibhausgasneutralität aufweisen müssen“, heißt es.

Zu sehen ist das bestehende Gemeindehaus.

Das bisherige Gemeindehaus wird abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.

Die Bemühungen des Presbyteriums, das bestehende, nicht denkmalgeschützte Gemeindehaus zu erhalten, waren aufgrund „bautechnischer Defizite“ nicht erfolgreich. Sowohl im Keller als auch im Mauerwerk bestünden erhebliche Feuchtigkeitsschäden, auch sei der Dachstuhl stark erneuerungsbedürftig, so die Gemeinde. Überlegungen, wenigstens die Fassade zu erhalten, habe man mit Blick auf hohe Kosten verwerfen müssen. Ende 2028 sollen nun die Abbrucharbeiten erfolgen. Im Jahr darauf beginnt dann der Neubau, der voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.