Abo

Trotz steigender PreiseZahlreiche Besucher amüsieren sich auf Brühler Margaretenkirmes

3 min
Das Foto zeigt einen Stand, an dem man Enten angeln kann.

Das Entenangeln am Stand der Eheleute Barber steht hoch im Kurs bei den Kindern.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher vergnügten sich auf der beliebten Margaretenkirmes.

Amelie und Theresa schüttelten sich sichtlich wegen des eben noch erlebten Wechselbades der Gefühle, als sie die Auslassschranke zum „Walk of Death“ hinter sich schlossen. „Es ist total gruselig, das Labyrinth dunkel, unerwartet und blutig“, schildern die Mädchen die Begegnungen mit Zombies im Irrgarten.

Brühl: Preise steigen, Vergnügen bleibt aber groß

„Gespenster und Vampire, weiterentwickelt“, Eigenentwürfe von Figuren, durchaus nach bekannten Kinovorbildern, bildeten die Grundlage ihres Geschäftes, schilderte Nadine von Strünck, die mit ihrem Mann Patrick das Gruselhaus betreibt. Im vergangenen Jahr – ihrem ersten – hätten sie zur Margaretenkirmes bei Regenwetter ein schlechtes Geschäft gemacht, sie hatten dem Standort noch eine Chance geben wollen. Dieses Jahr sei es mit mehr Besuchern besser.

Bei Karl-Heinz Kipp sorgten am Samstagnachmittag zeitweise alle 22 Scooter auf der Fahrbahn für genüssliches Verkehrschaos mit erfrischenden Zusammenstößen. „Es ist ideales Kirmeswetter“, freute sich der Schausteller. Seit 2015 komme er regelmäßig zur Margaretenkirmes der Wepag auf den Belvedere, übernommen habe er den Standplatz von seinem Onkel, aber er komme mit seiner eigenen, modernen Bahn. 50 Cent teurer sei die Einzelfahrt dieses Jahr, gleich geblieben die Preise für die ermäßigten Fahrten, zehn Chips für 20 Euro und vier für 10 Euro.

Das Foto zeigt Gäste in einem Fahrgeschäft.

Für reichliche Adrenalinausschüttung sorgte das Fahrgeschäft Break-Dance bei seinen Gästen.

Im Autoscooter amüsierten sich auch Manfred Giefer und sein Kind. Der Platz der lauten Vergnügungen sei nicht so ganz seine Welt, sagte der Vater. Die Kirmes, zu der sich jährlich das ganze Vorgebirge zu treffen scheine, kenne er aber von klein auf, die Oma hatte damals fünf Mark Kirmesgeld für jedes ihrer Enkelkinder beigesteuert. Genauso verhalte es sich mit der heutigen Oma und seinem Nachwuchs. Nur die spendierten Eurobeträge seien größer geworden, das Vergnügen aber auch teurer.

Den Adrenalinkick suchten die vier Freunde Gabriel, Janis, Timon und Janick auf schnellen Fahrgeschäften wie Break-Dance: „Das ist schon krass.“ Drei bis vier Fahrten gönnten sie sich, wenn die Kirmes in Brühl Station mache, erzählte die Gruppe von 16- und 17-jährigen.

Das Foto zeigt eine Menschenmenge in der Innenstadt.

Bei idealem Kirmeswetter zog es viele tausend Menschen am Wochenende zur Margaretenkirmes in die Brühler Innenstadt.

Geruhsamer ging es beim Entenangeln von Klara und Hubert Barber zu. Obwohl es zwischen dem Rathausvorplatz und Belvedere insgesamt drei Stände zum Entenangeln gab, herrschte hier, im Unternehmen mit den „größten Enten“, reges Treiben. Auch die achtjährige Anithra angelte hier. „Sie macht es immer noch sehr gerne“, sagte ihre Mutter Jasitha. Für einen Eimer geangelter Enten suchte sich das Mädchen einen glibberigen Salamander in Rosa aus: „Der bleibt an Wänden und Fenstern kleben, wenn man ihn wirft.“ „Für die Kinder ist das schön hier, für die Eltern, die es bezahlen, nicht so ganz, es geht ganz schön ins Geld“, sagte die Mutter.

„Wir können froh sein, dass wir immer noch unser Publikum finden, trotz hoher Lebenshaltungskosten. Aber wir möchten nicht klagen, uns geht es gut“, berichtete das Schaustellerehepaar Iris und Robby Kropp. Seit 39 Jahren kommen sie mit Wurfbuden auf die Margaretenkirmes.

Mit einem Riesenteddy als Trophäe aus der „Teddyfabrik“ zogen die „besten Freunde“ Vanessa, Fabian, Sabrina, Kamila und Daniela von dannen. Begonnen habe der Kirmesausflug mit einem Umtrunk auf ihrem Balkon, schilderte Sabrina. Der Autoscooter und die Raupe, also die Jaguar-Bahn, habe ihnen gut gefallen. Dennoch, den schönsten Platz finde sie immer noch im Schlosspark.

Die Kirmes lädt am Montag, 20. Juli, zum Familiennachmittag von 14 bis 22 Uhr zu ermäßigten Preisen an Fahrgeschäften, Spiel- und Verzehrbuden ein.