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Lesung am 18. NovemberBrühlerin liest über Glück und Menschen in China

Die Autorin sprach fünf Jahre lang mit Menschen aller Schichten und fragte, was glücklich macht. Am 18. November liest sie in Brühl aus „China, wer bist du?“.

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Für ihr Buch sprach die Autorin mit 50 Chinesinnen und Chinesen und erstellte daraus literarische Porträts.

Seit zwölf Jahren reist die Autorin und Biografin Simone Harre, die sich selbst auch als Glücksforscherin bezeichnet, durch China. Ihr Ziel sei es, das Land und seine Menschen jenseits von Vorurteilen, Medienbildern und wirtschaftlichen Interessen sichtbar zu machen. Am Mittwoch, 18. November 2026, liest die ehemalige Brühlerin um 17 Uhr in der Stadtbibliothek aus ihrem Buch „China, wer bist du?“.

Eine Reise, die Gewissheiten infrage stellt

Die erste Reise nach China begann für Harre, nach eigenen Angaben, mit einer Erkenntnis: Sie musste vieles von dem revidieren, was sie bis dahin über die Volksrepublik dachte. Daraus entstand die Suche nach dem, was sie selbst als „wahres“ China bezeichnet. Fünf Jahre lang sprach sie mit Chinesinnen und Chinesen aus allen Gesellschaftsschichten: mit Millionären und Taxifahrern, mit Künstlerinnen, Künstlern und Außenseitern. So bekam Harre, wie es heißt, einen seltenen Einblick in das Leben hinter der kommunistisch-kapitalistischen Kulisse.

50 literarische Porträts

Im Buch sind diese Begegnungen in 50 literarischen Porträts festgehalten. Sie zeichnen Lebenshintergründe, Sehnsüchte und Vorstellungen von Glück nach, und zwar an sehr unterschiedlichen Orten. Ein Leitfaden zieht sich durch alle Gespräche: die Frage, was einen Menschen glücklich macht.

Zwischen Tradition und Selbstverwirklichung

Unter den zahlreichen Lebensgeschichten findet sich zum Beispiel die von Sun Yanqing, einer Eventmanagerin, die dem stressigen Leben in der Großstadt entfliehen will und sich stattdessen der traditionellen chinesischen Medizin und dem Buddhismus zuwendet. Ihre Geschichte illustriere eine Renaissance traditioneller Praktiken als Antwort auf die Entfremdung durch die Moderne, heißt es im Verlag Reisedepeschen. Ein weiterer Protagonist, Deng Anqing, ist ein Schriftsteller, dessen Freiheit und Kreativität in seinem literarischen Schaffen zum Ausdruck kommen. Er sei ein scharfer Kontrast zu den rigiden Strukturen der chinesischen Gesellschaft, so der Verlag. Sein Lebensweg beleuchte die Bedeutung künstlerischer Selbstverwirklichung in einem System, das oft den wirtschaftlichen Fortschritt über individuelle Ausdrucksformen stelle.

Ein Mosaik aus „kleinen Sternchen der Wahrheit“

Harre beschreibt China als „riesig, vielfältig, grau, bunt, widerspenstig, widersprüchlich, anstrengend, mal entsetzlich, mal zart, aber vor allen Dingen eines: immer anders als man denkt.“ In den einzelnen Geschichten entstehe jedoch ein Mosaik, in dem sich einzelne Teile zu einem Ganzen fügen. Sie vergleiche diese Teile mit „kleinen Sternchen der Wahrheit“.

Das Buch und die Autorin.

„Einfühlsam skizziert Simone Harre eine vielfältige Gesellschaft, die zu selten auf Augenhöhe betrachtet wird, und lässt uns dieses immer noch erstaunlich unbekannte Land besser verstehen“, erklärt der Verlag und bezeichnet das Buch als „eindrucksvolle literarische Reise, die die tiefe Verwobenheit von traditionellen Werten und modernen Lebensweisen im heutigen China erkundet.“

Welche Blume willst du sein?

„Ich hatte u.a. eine durchgehende Frage für die Menschen in China. Die hieß: Welche Blume möchtest du sein? Vom wehrhaften Wüstenkaktus (ich muss belastbar sein!) bis zur schwachduftenden Chrysanteme (lieber unauffällig, weil der erste Vogel, der auffliegt, wird immer erschossen!), gaben diese Antworten durch das Hintertürchen weitreichende Einblicke“, schreibt die Autorin auf Ihrer Webseite. „Daher das Coverbild. Probiert es selbst aus: Welche Blume seid ihr?“

Die Autorin und die Lesung in Brühl

Harre ist zweifache Mutter und hat mehrere Jahre in Brühl gelebt. Ihre beiden Kinder sind dort zur Schule gegangen. Ihr Buch „China, wer bist du?“ wurde für die Shortlist der „Schönsten Deutschen Bücher 2020“ der Stiftung Buchkunst nominiert.

Mit der Lesung am 18. November unterstützt Harre ausdrücklich die StadtBibliothek und den Förderverein bib-friends e.V. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. (hmc)

https://simoneharre.com