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Kommentar

Erweiterung
Grünes Licht von Phantasialand für Nabu in Brühl wäre ein Zeichen der Transparenz

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Zu sehen sind ein Gewässer und im Hintergrund ein bewaldetes Ufer.

Der Ententeich und der umgebende Wald könnten für eine Erweiterung des Phantasialands geopfert werden.

Wolfram Kämpf über die Kontroverse um den Zugang zum möglichen Phantasialand-Ausbauareal rund um den Ententeich.

Die Positionen sind klar. Umweltschützer und Teile der Brühler Politik sind gegen eine Erweiterung des Phantasialands, der Freizeitpark und vermutlich bald auch eine politische Mehrheit im Stadtrat sehen im Ausbau hingegen eine Notwendigkeit, um das Unternehmen im Kampf um ausgabefreudige Kurzurlauber auf Dauer konkurrenzfähig zu halten.

Und noch etwas ist klar: Wenn es sich bei der Erweiterungsfläche um schlichte Äcker von geringem ökologischen Wert handeln würde, wäre das Phantasialand längst deutlich größer.

Der Ententeich und der das kleine Gewässer umgebende Wald stehen jedoch größtenteils unter Naturschutz. Das macht die Sache heikel – trotz des Kompromisses, dem auch die Grünen und weitere umweltbewusste Akteure vor einigen Jahren zugestimmt haben. Es wäre für alle Beteiligten und vor allem für die Bürger der Stadt wertvoll zu wissen, welche Arten bei einer Bebauung der Fläche ihr Habitat verlieren würden.

Wer von den Ergebnissen des vom Phantasialand beauftragten Fachbüros überzeugt ist, kann nichts dagegen haben, wenn die Experten vom Nabu sich dort ebenfalls umschauen. Auch das Argument, den Zutritt auf ein Minimum beschränken zu wollen, ist nicht viel wert, wenn man eine baldige Bebauung des Areals befürwortet.

Es wäre ein Zeichen von Transparenz und Fairness, den Naturschützern den Zutritt zu gestatten. Genauso wäre es ein Zeichen der Offenheit, wenn der Nabu sich dazu bekennen würde, was er zu finden erhofft: nämlich seltene Arten, die weitere Argumente gegen eine Erweiterung liefern würden.