Zunächst spielte Schiffer im Mittelfeld. Heute steht er dem Verein mit Rat zur Verfügung. Den Rest übernehmen die Jüngeren.
Serie „Mein Lieblingsplatz“Leo Schiffer kickte schon als Kind im Elsdorfer Stadion

Seit seiner Kindheit ist Leo Schiffer mit dem SC-08-Fußball und mit dem Elsdorfer Stadion eng verbunden.
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Unweit des Stadions, an der Maarstraße, ist Leo Schiffer aufgewachsen. Zum Fußball fand der heute 76-jährige Kfz-Meister schon als Zehnjähriger, als Ende der 1950er-Jahre das Stadion und das Freibad an der Gladbacher Straße errichtet worden waren. Seitdem ist der Fußballplatz sein Lieblingsort, dem er bis heute treu geblieben ist.
Elsdorf: Angebote von anderen Vereinen lehnte er stets ab
Zunächst spielte Schiffer im Mittelfeld. Auf Asche, denn auf den neuen Rasen („Der war damals heilig.“) durfte anfangs nur die Erste Manschaft. „Trainer Hubert Andermahr hat mir dann ziemlich bald gesagt, dass ich ins Tor gehen soll.“ Dabei blieb es über viele Jahre. 1971 stieg er mit der Ersten Mannschaft in die Landesliga auf, in der sich der SC 08 vier Jahre lang halten konnte. „Wir sind unter anderem bis Aachen gefahren. Das war eine schöne Zeit“, erinnert er sich.
Dreimal pro Woche wurde trainiert, sonntags gab es Meisterschaftsspiele. 2000 Zuschauer strömten regelmäßig ins Stadion, wenn Derbys, etwa gegen Bedburg oder Bergheim, auf dem Spielplan standen. Angebote anderer Vereine, die es gab, hat er stets abgelehnt. „Ich wollte immer in meinem Heimatort Fußball spielen, nicht in der Fremde“, betont er seine Bodenständigkeit. Aktuell ist sein SC nach 51 Jahren zurück in der Landesliga, „was mich sehr freut“.

Das Stadion ist Leo Schiffers Lieblingsort.
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1978 gab es eine berufsbedingte Pause. „Erst kommt der Beruf, dann der Sport.“ 1987 gründete er mit einigen Vereinskameraden von damals eine Altherrenmannschaft. „In den 80er-Jahren wurde ein neuer Rasen eingesät. Der Boden war zu trocken. Daher hat die Feuerwehr ihn mit Wasser aus dem Freibad so intensiv gewässert, dass die Samenkörner weggeschwommen sind. Wir mussten dann für ein ganzes Jahr auf den Aschenplatz ausweichen“, greift Schiffer lachend in die Anekdotenkiste. 1987 wurde er nach zwei Jahren als Vize erster Vorsitzender des Vereins und blieb es bis 2011.
In diese Zeit fielen unter anderem die jährlichen Beach-Soccer-Turniere. „Das war mehr ein großes Fest, der Sport Nebensache“. Bis heute feiert der Verein in jedem Jahr Anfang August eine Beach-Party am Stadion. Auch das Vereinsheim wurde errichtet. „Ich habe fast jeden Tag die Trainings der Mannschaften besucht“, sagt er. 2011 übernahm er für zwölf Jahre den Vorsitz im Stadtsportverband.
Vor sechs Jahren wurde das Stadion saniert. „Wir wollten gerne fünf Laufbahnen haben, um auch Leichtathletikwettbewerbe durchführen zu können. Die Stadt wollte die 60.000 Euro nicht ausgeben, so blieb es bei drei Bahnen“, sagt er immer noch unglücklich über die „Fehlentscheidung“. Aber trotzdem sei das Stadion, das auch von der Gesamtschule intensiv genutzt wird, mit benachbartem Sport- und Bewegungspark eine schöne Ecke geworden.
Jeden Sonntag schaut er sich bis heute die Heimspiele des SC an, fährt häufig auch zu Auswärtsspielen. Im Stadion treffe man Freunde und Bekannte auch aus der Altherrenmannschaft, „die immer da war, wenn der Verein tätige Hilfe brauchte“. Dem Verein stehe er heute nur noch mit Rat zur Verfügung, wenn er gefragt werde. „Das sollen jetzt Jüngere machen“, sagt der Ehrenvorsitzende des Fußballvereins.
So geht die Serie weiter
Für die eine ist es der Friedhof, für den anderen ein Sportplatz oder ein verstecktes Wegekreuz – ganz individuell fällt die Wahl des Lieblingsplatzes im Kreis aus. In jeder Ausgabe während der Sommerferien stellen wir mit der Serie „Mein Lieblingsplatz“ einen Ort in den zehn Kommunen vor, der für einen Menschen eine besondere Bedeutung hat, und laden zur Entdeckungstour ein. Am Donnerstag, 20. August, stellt Diakon Paul Jürgen Schiffer den Friedhof in Wesseling vor. (red)
