Monika Schüll liebt es, sich hier zu sonnen oder zu lesen. Auch für die Enkelkinder ist der Spielplatz einen Ausflug wert.
Serie „Mein Lieblingsplatz“Mußestunden auf dem ehemaligen Sportplatz in Elsdorf

Der Embepark in Niederembt ist der Lieblingsplatz. Mit Buch, zum Sonnen und zum Spielen mit ihren Enkelkinder hält sie sich oft auf dem ehemaligen Fußballplatz auf.
Copyright: Dietmar Fratz
Einst war es das Stadion der legendären Kicker vom FC Blau-Weiß 07 Niederembt, die es in 1970er-Jahren gar bis in die Oberliga geschafft haben. Jetzt ist es als „Embepark“ der Lieblingsplatz von Monika Schüll.
Seit 1985 lebt Monika Schüll (72) in dem Mühlenort. Mit Mann und Kindern war sie auf der Suche nach einem zum Verkauf stehenden Fachwerkhaus in Niederembt fündig geworden und aus Düsseldorf an den Finkelbach gezogen. „Niederembt – wo mag das sein?“, war damals ihr erster Gedanke, als sie das Inserat für ihr künftiges Zuhause in der Zeitung entdeckte. Später fragte sie sich: „Warum grüßen sich hier alle?“ Das kannte sie von der quirligen, aber deutlich anonymeren Landeshauptstadt nicht.
Elsdorf: Zugezogene integrierte sich schnell ins Dorfleben
Schon bald hätten sie Nachbarinnen angesprochen, ob sie zu einer Dorfveranstaltung mitgehen wolle. „Das hat mir schon gefallen“, sagt sie. Seitdem hat sie sich in das Vereinsleben im Ort eingebunden, organisiert den Dorf-Newsletter, entwirft als Fotografin mit gutem Auge den Jahres-Wandbildkalender, leitet eine Blockflötengruppe, ist bei den KfD-Frauen und den Gremien der katholischen Kirchengemeinde aktiv.
Und auch bei der Umgestaltung des Fußballplatzes hat sie sich an Bürger-Workshops beteiligt. Neben der Geschichte der erfolgreichen Fußballer, die heute noch Boule und Krafttraining in ihrem Vereinshaus am Finkelbach anbieten, gab es 2004 Dreharbeiten auf dem Platz für die Fußball-Filmkomödie „Männer wie wir – Lattenknaller“ mit Dietmar Bär, Maximilian Brückner, Saskia Vester und Lisa Marie Potthoff.

Mit einem Buch, zum Sonnen und zum Spielen mit ihren Enkelkinder hält sich Monika Schüll oft auf dem ehemaligen Fußballplatz auf.
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Nach zehnjährigem Verfall des nahezu ungenutzten Aschenplatzes wurde dieser 2023 abgetragen und bis November in den Generationenpark umgewandelt wurde. Seitdem laden Spielgeräte für große und kleine Kinder, Ballspielplätze, Tischtennisplatte, Sitzgruppen, Festwiese, Picknickplatz und die Storchenwiese mit jungen Obstbäumen zum Verweilen ein. Noch im selben Jahr fand dort der St.-Martins-Zug mit großem Feuer statt.
2024 wurde der Park mit einem Sportfest belebt. Im vergangenen Jahr hat Künstler Alex auf Initiative von Schüll und ihrer Freundin Monika Schlack mit Jugendlichen die Rückwand der Terrassentribüne kunstvoll und bodenständig mit Graffiti gestaltet. Seit einer Bürgerumfrage heißt der Platz jetzt Embepark. Beim ersten Fest mit neuer Tribünenrückwand konnten die Vereine den Platz um die Terrassen als Bühne für ihre zahlreichen Darbietungen nutzen. Das seitdem jährlich vorgesehene Embepark-Fest fiel in diesem Jahr der großen Hitze zum Opfer.
„Ich gehe ganz oft in den Park, der nur ein paar Gehminuten von zu Hause entfernt ist. Da kann ich mich sonnen, unter dem Sonnensegel auf der Bank sitzen und lesen oder einfach den Blick über spielende Kinder hinweg zum goldenen Kirchturmhahn genießen“, sagt Monika Schüll. Oft geht sie auch mit ihren fünf Enkelkindern im Alter von drei bis zwölf Jahren in den Park. „Eine Enkelin macht an den Kletterstangen Turnübungen, andere spielen im Sandkasten“, erzählt sie. Die jüngste Enkelin kommt mit den Eltern gelegentlich zum Großelternbesuch aus Frankreich nach Niederembt. „Sie will dann immer gleich zum ‘Parc de jeux‘, dem Spielplatz mit mir gehen.“
Erfreulich findet Schüll, dass in diesem Jahr zahlreiche neue Bäume gepflanzt wurden, die bald Schatten spenden sollen. Auch ein Sonnensegel, unter dem sich nicht nur ein heißer Sommertag genießen lässt, wurde dem Park von der Stadtverwaltung in diesem Jahr spendiert. „Hier sitze ich oft und gerne. Das ist mein Lieblingsplatz und ich bin stolz auf den Park, der das Ergebnis der Zusammenarbeit von vielen Leuten und Vereinen ist,“ sagt Monika Schüll und vertieft sich in ihre Lektüre.
So geht die Serie weiter
Für die eine ist es der Friedhof, für den anderen ein Sportplatz oder ein verstecktes Wegekreuz – ganz individuell fällt die Wahl des Lieblingsplatzes im Kreis aus. In jeder Ausgabe während der Sommerferien stellen wir mit der Serie „Mein Lieblingsplatz“ einen Ort in den zehn Kommunen vor, der für einen Menschen eine besondere Bedeutung hat, und laden zur Entdeckungstour ein. Am Freitag, 7. August, zeigt Regina Junga der Redaktion ihren Lieblingsplatz Schloss Augustusburg in Brühl. (red)
