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Ultra-MarathonElsdorfer will 100 Kilometer an einem Tag für das Tierheim Bergheim laufen

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Das Foto zeigt einen Mann mit einem schwarzen Hund.

Hund Dobby soll Ricardo Linden teilweise beim Ultra-Marathon durch Elsdorf begleiten.

Ricardo Linden (25) ist in Köln aufgewachsen und zog mit der Familie, in der es immer Hunde gab, nach der Grundschule in den Rhein-Erft-Kreis.

Einen Marathon ist er schon im vergangenen Jahr in Köln gelaufen. Jetzt will Ricardo Linden noch ordentlich was drauflegen. Ganze 100 Kilometer will er im Ultra-Marathon durch Elsdorf laufen. Mit der Aktion will er Spenden für das Tierheim Bergheim einsammeln. Als Ultra-Marathon gilt jeder Lauf, der länger ist als die Marathon-Strecke von 42,195 Kilometer.

Backyard Ultra Marathon heißt ein aus den USA importiertes Lauf-Format. Und so geht der Backyard: Um sechs Uhr ist am kommenden Samstag, 16. Mai, Start vor dem Easyfit-Studio in der Gladbacher Straße, wo auch die Basisstation eingerichtet wird. Von dort geht Linden auf eine 6,7 Kilometer lange Runde über Köln-Aachener Straße, Nordrandweg und vorbei an der ehemaligen Zuckerfabrik in die Innenstadt zurück. Und das bis 20 Uhr zu jeder vollen Stunde. „Ich denke, ich benötige etwa 45 Minuten“, schätzt er. Dann kann er rund 15 Minuten Pause machen. Um 21 Uhr ist er am Ziel seines „Miles for Paws Ultra“, Kilometer für Pfoten, wie er seinen Lauf nennt.

Elsdorf: Schon als Kind Fußball gespielt und viel Sport getrieben

Ricardo Linden (25) ist in Köln aufgewachsen, zog mit der Familie, in der es immer Hunde gab, nach der Grundschule in den Rhein-Erft-Kreis und vor zwei Jahren nach Angelsdorf, wo seine Frau Samira aufgewachsen ist. Auch Dobby, ein dreijähriger Cocker-Labrador-Mischling aus dem Tierschutz, gehört aktuell zum Haushalt.

„Durch meine Arbeit im Schichtdienst habe ich irgendwann über 100 Kilogramm gewogen. Dann habe ich die Liebe zum Laufen entdeckt.“ In einem ambitionierten Lauftreff dreht er regelmäßig 15-Kilometer-Runden um den Decksteiner Weiher. Schon als Kind hat er Fußball gespielt und viel Sport getrieben, sagt er. 2024 ist er den Halbmarathon in Köln gelaufen, 2025 den Marathon.

Dann hat er im Internet von Ultraläufern gehört, die auch mal 600 Kilometer laufen. Er verhehlt nicht, dass er sich während des Laufens gelegentlich entkräftet nach dem „Warum?“ fragt. „Aber danach fühlt es sich immer total gut an. Die Grenzen des körperlich Machbaren sind höher als man denkt“, hat er erfahren, indem er ständig sein Pensum gesteigert hat. Vor einem halben Jahr hat er sich dann entschlossen, einen Backyard-Marathon zu versuchen, „um mich selbst herauszufordern und über meine körperlichen und mentalen Grenzen zu gehen“, sagt er. „Dann kann ich das auch mit einem Spendenaktion verbinden“, war sein Gedanke, der den Hundefreund zum Tierheim Bergheim führte.

Freunde begleiten und filmen den Sportler

Vor dem Start heißt es, Kalorien und Kohlenhydrate zu bunkern. Nudeln, Reis, Kartoffeln, aber auch Elektrolyte dominieren den Speiseplan in den Tagen vor dem Lauf. „Kohlenhydrate sind nur ungesund, wenn man sie anschließend nicht durch Bewegung verarbeitet“, erläutert er. Während des Laufs gibt es an der Basisstation Verpflegung, Getränke und viel Ruhe. „Ich muss die Konzentration halten“, sagt er.

Auf den Runden, bei er nur Wasser und Power-Gels dabei hat, wird er von einem Team aus Freunden begleitet, die auch die Verpflegung organisieren, filmen und live im Netz berichten. Gelegentlich werden auch einzelne Freunde eine Runde mitlaufen. Und auch Hund Dobby soll ein Stück an seiner Seite sein. Fremde sollen aus Sicherheitsgründen nicht mitlaufen.

Jede der 15 runden widmet er einem Tier aus dem Tierheim Bergheim. „Und wenn dadurch nur ein Hund vermittelt wird, hat es sich schon gelohnt.“ Im August will er an einem „Last-Soul-Lauf“ in NRW teilnehmen, bei dem solange gelaufen wird, bis der letzte aufsteckt. „Im vergangenen Jahr waren das in Bornheim mit rund 150 Läufern 448 Kilometer in 67 Stunden“, berichtet er. „Da ist der 100-Kilometer-Marathon, der jetzt ansteht, eine gute Vorübung“ scherzt er.

Täglich ist er auf seinen Sozial-Media-Seiten aktiv, trommelt für den Spendenzweck und berichtet von den Vorbereitungen. „Über 700 Euro sind bereits eingegangen, bevor ich überhaupt losgelaufen bin“, freut er sich. „Wir finden die Aktion unglaublich toll und freuen uns über jeden, der Ricardo mit einer Spende motiviert und unterstützt“, sagt eine Sprecherin des Tierheims. Spenden sind über die Plattform „gofundme“ möglich. Folgen kann man Ricardo Linden auf Instagram und Tiktok: @ldn.ricardo.