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Neue RadfahrstreifenÜber 20 Jahre langes Warten auf Fahrradstreifen in Braunsfeld ist beendet

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Nachdem das rote Band durchtrennt war, starteten Radler und Radlerinnen auf den frisch markierten Radschutzstreifen.

Nachdem das rote Band durchtrennt war, starteten Radler und Radlerinnen auf den frisch markierten Radschutzstreifen.

Die Fahrradstreifen für die Stolberger Straße wurden 2004 beschlossen – die Umsetzung verzögerte sich seitdem immer wieder aus unterschiedlichen Gründen.

An der Kreuzung Maarweg/Stolberger Straße hat sich ein Menschenpulk versammelt – um mit eigenen Augen das zu sehen, was sie mittlerweile nicht mehr für möglich gehalten haben: Auf der Stolberger Straße sind im Abschnitt zwischen Oskar-Jäger- und Eupener Straße Fahrradstreifen frisch markiert und werden an diesem Tag feierlich eingeweiht. Die Lindenthaler Bezirkspolitik hat ein paar Flaschen Sekt kühl gestellt.

„Über 20 Jahre haben wir hierauf gewartet“, sagt Hille Lammers von der Interessengemeinschaft Braunsfelder Bürger (IGBB). Vertreter des Bürgervereins Müngersdorf sind ebenfalls vor Ort, als nun das rote Band durchschnitten wird und die ersten Radler auf einem der neuen Streifen starten. Es ist der Beginn einer neuen Ära für den Radverkehr in Braunsfeld und in Müngersdorf und das Ende von langwierigen Diskussionen und Verzögerungen.

Hille Lammers (v.l.), die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp (Grüne) und Bezirksbürgermeister Roland Schüler (Grüne) durchtrennen das rote Band. Barbara Albat (SPD, l.) hilft beim Halten.

Hille Lammers (v.l.), die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp (Grüne) und Bezirksbürgermeister Roland Schüler (Grüne) durchtrennen das rote Band. Barbara Albat (SPD, l.) hilft beim Halten.

Statt Radfahrstreifen kam ein Kreisverkehr

Bereits im Jahr 2004 hatte die Bezirksvertretung Lindenthal beschlossen, dass auf der Stolberger Straße Fahrradstreifen markiert werden sollen. Denn sie führt durch das Braunsfelder Gewerbegebiet, parallel zur stauanfälligen Aachener Straße, und ist täglich stark befahren, auch von Lkw der anliegenden Firmen. Das war für Radfahrer bislang gefährlich. Der nördlich der Straße ein Stück weit vorhandene bauliche Radweg war viel zu schmal und entsprach nicht mehr modernen Standards. Radfahrer kamen dort auch in Konflikt mit dem Fußverkehr. Die Benutzungspflicht ist lange aufgehoben.

2006 sollte also der beschlossene Radstreifen markiert werden, doch nicht nur das: Die Interessengemeinschaft Braunsfelder Bürger setzte sich dafür ein, dass auch ein kleiner Kreisverkehr an der Kreuzung Eupener Straße/Stolberger Straße gebaut wird. Die ortsansässigen Firmen, deren Lkw dort verkehren, wünschten sich stattdessen aber einen größeren Kreisel, der schließlich umgesetzt wurde, mit Folgen: „Letztendlich wurden dann 2008 Mittel dafür verwendet, die für den Ausbau der Radwege vorgesehen waren“, sagt Bezirksbürgermeister Roland Schüler.

Bürgervereine entwickelten ein Verkehrskonzept

Der Bürgerverein Müngersdorf und die IGBB machten sich allerdings weiter für die Radfahrstreifen stark und beauftragten das Planungsbüro Via, ein Bürgerkonzept für den Verkehr auf der Stolberger Straße zu erstellen: Es enthielt die Streifen und löste ein weiteres Problem: Die Lkw der Firma Böttcher benötigten Stellplätze am Straßenrand und blockierten so den Platz für den Radweg. Das Konzept sah vor, ihnen eine Haltefläche auf einem Mittelstreifen zur Verfügung zu stellen. Der Rahmenplanungsbeirat Müngersdorf/Braunsfeld/Ehrenfeld beschloss das Verkehrskonzept im Jahr 2011 und empfahl gleichzeitig, den Beschluss der Bezirksvertretung Lindenthal vorzulegen. Sie sollte die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragen.

Es kam bei der Bezirkspolitik allerdings nie an. 2014 griff die Bezirkspolitik dann das Bürgerkonzept selbst auf und beauftragte die Verwaltung, seine Lösungsvorschläge umzusetzen.

Gespräche führten zu einer Lösung

Das tat sie aber nicht, weil die Lkw-Haltestreifen auf dem Mittelstreifen zu gefährlich seien. Und so verzögerte sich das Vorhaben weiter. Es fanden nun Ortstermine mit der damaligen Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp und der Firma Böttcher sowie weitere Gespräche statt. Die kamen zu einer Lösung: Die Firmen-Lkw haben jetzt eine Haltezone am Rand der Stolberger Straße. Dafür sind vor Ort Senkrechtparkplätze weggefallen – so entstand Platz für die Fahrradstreifen. Und die wurden jetzt endlich markiert. Das sei auch engagierten Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu verdanken, lobt Schüler: „Oliver Klaholz und Matthias Schönig vom Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung haben sich sehr dafür eingesetzt. Sie möchten wirklich etwas bewegen.“