Eine Initiative will den Platz vor dem Köski Kiosk Royal in Braunsfeld entsiegeln und begrünen. Die Bezirkspolitik unterstützt das Vorhaben.
Treffpunkt im VeedelPlatz am Königs-Büdchen in Braunsfeld soll begrünt werden

Das Kiosk Köski Royal an der Ecke Kitschburger/Aachener Straße ist ein Treffpunkt.
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Große Buchstaben im Retro-Look kennzeichnen den elegant grünen Pavillon als „Köski Kiosk Royal“. Schließlich bietet das königliche Büdchen an der Ecke Kitschburger Aachener Straße viel mehr als bloß ein Wegbier oder Automatenkaffee: Es gibt Cappuccino aus einer Siebträgermaschine, erlesene Gebäckspezialitäten, Chutneys, Dekoartikel – und zudem die Möglichkeit für einen kleinen Plausch im Veedel.
Eine Bürgerinitiative mit dem vielversprechenden Namen „Raus und los“ setzt sich dafür ein, dass der Platz vor dem Büdchen dazu passend gestaltet wird: Er soll entsiegelt, begrünt und mit einer Bank versehen werden. Gleichzeitig sollen keine Autos mehr illegal darauf parken können. Sie hat sich mit ihrem Anliegen per Bürgereingabe an die Stadt gewandt – und die Bezirksvertretung Lindenthal hat dazu einen Beschluss gefasst, der auf Vorschlag der Verwaltung jedoch nicht so weit geht wie gewünscht.
„Eine mögliche Neuordnung des ruhenden Verkehrs sowie die Möglichkeit, zur Aufstellung einer Bank und zusätzlicher Begrünung werden aktuell geprüft“, heißt es in dem Beschluss. Eine umfassende Neugestaltung und Entsiegelung des Platzes sei in den kommenden Jahren jedoch nicht vorgesehen.
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Wunsch nicht ganz erfüllt, aber verstanden
„Das ist natürlich nicht das, was die Initiative sich eigentlich wünscht“, sagte Ute Ackermann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, „aber es ist das, was realistisch ist.“ Man könne nur gestaffelt vorgehen. Das Anliegen der Initiative, die auch eine von bislang 400 Menschen unterschriebene Petition auf den Weg gebracht hat, konnten die Bezirksvertreter aller Parteien allerdings sehr gut nachvollziehen.
Initiativenmitglied Antonia Blind hatte es in der Sitzung genauer erläutert: Bestrebungen, den Platz umzugestalten, gäbe es bereits seit 2014. Aktuell stünden zwei Bäume darauf. Eine Baumscheibe wird regelmäßig von Autos überfahren, die auf dem Platz parken und ihn dominieren würden. Das sei auch für Fußgänger und Radfahrer gefährlich. Immer wieder käme es zu brenzligen Situationen. Daher habe man den Vorschlag erarbeitet, ihn zu entsiegeln, zu begrünen, eine Bank aufzustellen und Autos zu verbannen.
Lärmampel vorgeschlagen, Bank geplant
Der Bezirksvertreter Friedrich Jeschke sprach die volle Unterstützung seiner Fraktion (Volt/FDP) für den Bürgerwunsch aus, wies aber zugleich darauf hin, dass es einen Konflikt mit Anwohnenden gäbe, die Angst vor Lärm hätten, wenn der Platz als Treffpunkt umgestaltet würde. Seine Anregung: Man könne dort Lärmschutzampeln installieren, wie es sie in anderen Städten bereits gäbe. „Sie sind geräuschlos, weisen aber wie Geschwindigkeitsampeln darauf hin, dass es gerade zu laut ist“, so Jeschke. Sie könnten mittlerweile sogar automatisch die Behörden darüber informieren. Bezirksbürgermeister Roland Schüler nahm diese Anregung auf. „Das ist jetzt auch erst einmal der Auftakt“, versprach er. „Das Projekt ist angeschoben und wird weiterverfolgt. Über die Bank werden wir noch einmal getrennt beschließen, wenn sie sich konkretisiert.“
Verwaltung unterstützt Vorhaben, aber langsam
Aus Sicht der Verwaltung bestehen grundsätzlich keine Bedenken gegen die Umgestaltung des Kioskvorplatzes: „Die Aufwertung der Fläche und die Neuordnung des ruhenden Verkehrs werden grundsätzlich unterstützt“, schreibt sie in ihrer Stellungnahme zum Beschluss. Die Straßenecke würde eine platzartige Fläche bilden, sei aber auch durch unerlaubt parkende Autos und eine starke Versiegelung geprägt. Es würde geprüft, ob ein weiterer Baum gepflanzt werden könnte. Die Entsiegelung könne aktuell nicht priorisiert werden. Der Platz wurde jedoch als Potenzialfläche im Entsiegelungskataster hinterlegt und die Verwaltung prüfte, ob sie das verbotswidrige Parken vor Ort verhindern könnte. Eine Nachfrage ergab, dass die Prüfung allerdings bislang zu noch keinem Ergebnis gekommen ist, außer zu einem ersten: „Der Beschluss, den ruhenden Verkehr neuzuordnen, liegt vor“, schreibt Robert Baumanns, Sprecher der Stadt.

