Die Lindenthaler Politik hat dem Anschluss der Stolberger Straße an den Militärring zugestimmt. Für den Rad- und Fußverkehr sieht sie allerdings noch Luft nach oben.
Lückenschluss in MüngersdorfFreie Fahrt von der Stolberger Straße auf den Militärring

Bezirksvertreter Henning Werker (CDU), Bezirksbürgermeister Roland Schüler (Grüne), Bauunternehmer Anton Bausinger, Patrick Prager von der Unternehmervereinigung Wibra und Harald Schaefer (v.l.) stehen auf der Brücke Wendelinstraße über den Militärring an der Stelle, wo er angeschlossen werden soll.
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Zum Gewerbegebiet rund um die Stolberger Straße nehmen Autos und Lkw bislang einen komplizierten Weg durch Alt-Müngersdorf. Sie biegen vom Militärring in die Aachener Straße ab und fahren dann über die Wohnstraße Alter Militärring und die kleine Brücke der Wendelin- in die Stolberger Straße. Auch in die umgekehrte Richtung sind die Kraftfahrzeuge unterwegs. Denn die Stolberger Straße ist selbst nicht an den Militärring angeschlossen. Das soll sich jetzt ändern: Die Bezirksvertretung Lindenthal hat in ihrer vergangenen Sitzung dem Bau eines neuen Anschlusses zugestimmt, bevor der Mobilitätsausschuss und dann der Stadtrat darüber entscheiden.
Sie hat allerdings auch einige Ergänzungen beschlossen. Die wichtigsten: Der Radverkehr soll nach dem Umbau besser im Bereich zwischen der Einfahrt in den neuen Militärring und dem Kreisverkehr geleitet werden, der an der Anschlussstelle an der Kreuzung Vitalis-, Wendelin- und Stolberger Straße entsteht. Die Ausfahrt vom Parkplatz P1 für das Rhein-Energie-Stadion auf den Militärring soll für den Stadionverkehr besser beschildert werden, damit er auch diesen Weg nimmt.
Direkte Auffahrt von der Stolberger Straße auf den Militärring
Der Baubeginn soll dadurch aber auf keinen Fall verzögert werden. Der Anschluss soll indes konkret so aussehen: Der Verkehr, der auf dem Militärring aus der südlichen Richtung kommt, soll künftig direkt rechts in die Stolberger Straße abbiegen können. Lkw und Pkw, die aus dem Norden kommen, können allerdings nicht direkt links in die Stolberger Straße abbiegen. So soll verhindert werden, dass der Autoverkehr, der sich bislang auf der Widdersdorfer Straße in Richtung Innenstadt staut, nun die Stolberger Straße als Ausweichroute nutzt. Der Feierabendverkehr wird allerdings von der Stolberger Straße in beide Richtungen auf den Militärring abbiegen dürfen. Der Autoverkehr auf der Aachener Straße stadteinwärts wird eine Linksabbiegespur erhalten, die ihn direkt über den Militärring in Richtung Norden führt.
Anschluss an Militärring ist seit 20 Jahren in Planung
Die Bezirkspolitik, der Bürgerverein Müngersdorf, und die im Viertel ansässigen Unternehmen freuen sich, dass das Gewerbegebiet besser angeschlossen wird und der Kraftfahrzeugverkehr künftig nicht mehr die Wohnstraßen belastet. Anton Bausinger, Inhaber der Baufirma Wassermann an der Eupener Straße, und Harald Schaefer, vom Rahmenplanungsbeirat Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld erläutern die Bedeutung des Anschlusses: Er sei die Basis zahlreicher Baugenehmigungen für große Projekte, wie das Ovum, das VIKZ und das Max-Becker-Areal. Sie hätten in ihrer Verkehrsuntersuchung vorausgesetzt, dass es den Anschluss gibt. Denn dieser werde bereits seit über 20 Jahren geplant.
Bereits 2007 gab es einen entsprechenden Ratsbeschluss. Danach startete ein langwieriges Planfeststellungsverfahren beim Landesbetrieb Straßen NRW. Der Beschluss wurde vor zwei Jahren endlich erlassen. Die Vorlage für den nun anstehenden Baubeschluss sorgt jedoch für Irritationen, denn sie bringt zwar die gewünschten Verbesserungen, aber gleichzeitig Verschlechterungen für den Rad- und Fußverkehr. Über die Anschlussstelle des Militärrings an die Stolberger Straße soll nach den bisherigen Plänen aber keine Radfahrspur führen.
Harald Schaefer findet das aus einem Grund besonders bitter: „Wir haben gerade erreicht, dass es einen durchgängigen Radstreifen auf der Stolberger Straße gibt. An dieser Stelle wird das Radnetz dann wieder unterbrochen.“ Auch der Fußverkehr habe es dort künftig schwerer: „Nach den Plänen soll es auf der Nordseite der Brücke, der Wendelinstraße, die über den Militärring führt, keinen Gehweg mehr geben“, sagt Harald Schaefer. „Die Fußgänger müssen vor der Brücke die Seite wechseln und danach wieder zurück.“ So würden die beiden Viertelsteile beiderseits des Militärrings zusätzlich getrennt, obwohl gerade durch die neu entstandenen Schulen, wie das Gymnasium Müngersdorf, viele Menschen vom einen in den anderen Teil unterwegs seien. Da müsse man langfristig ebenfalls eine andere Lösung finden.
