Rund ums Rhein-Energie-Stadion sollen Abstellflächen und Verbotszonen für E-Scooter entstehen. Die Stadt plant Verbesserungen zur Fußballsaison.
Maßnahmen gefordertWild abgestellte E-Scooter sind Problem am Rhein-Energie-Stadion

Ein Rollstuhlfahrer muss wegen der auf dem Gehweg abgestellten E-Scooter auf den Radweg ausweichen.
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Die Spiele des 1. FC Köln im Rhein-Energie-Stadion stellen auch Fußgänger und Radfahrende im Umfeld vor sportliche Herausforderungen. Sie müssen einen Hindernislauf absolvieren, denn regelmäßig stellen unzählige E-Roller Geh- und Radwege zu, beispielsweise auf der Aachener Straße. Als die Lindenthaler Bezirksvertreter Klaus Reinartz (FDP) und Friedrich Jeschke (Volt) sich unlängst ein Bild von der Situation machten, versperrten dort unzählige abgestellte E-Roller den Gehweg an der Ecke zum Militärring. Das veranlasste Fußgängerinnen und Fußgänger, Rollstuhlfahrer und eine ganze Grundschulklasse, auf den Radweg auszuweichen, wo Fahrradfahrerinnen und -fahrer mit hohem Tempo unterwegs sind.
Die Bezirksvertretung Lindenthal hat in ihrer vergangenen Sitzung nun erneut beschlossen, dass die Stadtverwaltung sich des Problems annehmen soll, dieses Mal mit einer konkreten und umfassenden Handlungsaufforderung.

Klaus Reinartz und Friedrich Jeschke (v.l.) kontrollieren an der „Problemzone“ an der Aachener Straße, wie viele E-Scooter Tage nach einem FC-Spiel im Frühjahr dort immer noch stehen.
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Abstellorte, Verbotszonen und Abschleppen
So soll die Verwaltung bis Ende August ein verbindliches Abstell- und Rücknahmekonzept für E-Scooter erarbeiten und dem Mobilitätsausschuss vorlegen, damit es zum Beginn der neuen Saison der Fußball-Bundesliga im Sommer in Kraft tritt.
Dabei soll sie im Umfeld des Rhein-Energie-Stadions, aber auch an anderen bekannten „E-Scooter-Brennpunkten“ im gesamten Stadtbezirk klar markierte Abstellbereiche einrichten, nebst ausgewiesenen Zonen, wo sie nicht geparkt werden dürfen, etwa auf Gehwegen und Rettungswegen sowie Engstellen.
Das Ordnungsamt soll prüfen, wie Verstöße konsequent geahndet und schnell beseitigt werden können, beispielsweise umgesetzt oder abgeschleppt werden können. Die Kosten dafür sollen die Verleiher tragen. Bei Großereignissen im Rhein-Energie-Stadion soll auch ein „mobiles Rücknahmekonzept“ zum Einsatz kommen. So sollen Sammelfahrzeuge eingesetzt oder temporäre Sammelzonen eingerichtet werden.
Konzept für die Stadt seit zwei Jahren in Planung
Zudem hat die Bezirksvertretung Lindenthal angeregt, dass die Stadtverwaltung prüfen soll, inwieweit das E-Scooter-Konzept auf das gesamte Stadtgebiet übertragen werden kann. Denn die wild abgestellten Roller behindern Fußgänger und Radfahrer nicht nur in Lindenthal.
So hatte auch der Verkehrsausschuss bereits im Jahr 2024 die Verwaltung beauftragt, ein Sharing-Mikromobilitäts-Konzept zu erarbeiten, nach welchem sie feste Abstellmöglichkeiten für E-Scooter, aber auch Pedelecs und Lastenräder in der ganzen Stadt einrichtet. Damit würden die Verleihfirmen beispielsweise auch verpflichtet werden, falsch geparkte E-Scooter innerhalb von 6 Stunden zu entfernen. Die Bezirksvertretungen sollten ausdrücklich dabei eingebunden werden, die Orte auszumachen, wo besonders viele Roller die Wege blockieren.
Die Lindenthaler Bezirkspolitik hat in den vergangenen Jahren mehrfach beschlossen, dass die Stadtverwaltung das E-Scooter-Problem am Rhein-Energie-Stadion und an anderen Orten lösen soll. Bislang ohne Erfolg.

An der Aachener Straße blockieren wild abgestellte E-Scooter den Gehweg komplett.
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Abgabe- und Verbotszonen zum Beginn der Fußballsaison
Laut Verwaltung soll sich das nun ändern, und zwar auf der Grundlage des 2024 vom Verkehrsausschuss beschlossenen Konzepts. Rund um das Stadion würden zeitnah fünf Mobilstationen für E-Scooter und Leihräder sowie Lastenradstellplätze und zudem eine Abstellverbotszone eingerichtet, so dass dort das Abstellen der Leihfahrzeuge nur noch in den Mobilstationen möglich sei, schreibt Robert Baumanns, Sprecher der Stadt. Sie sollten zum ersten Spieltag des 1. FC Köln Ende August eingerichtet sein. Auch an weiteren „Brennpunkten“ im Stadtbezirk Lindenthal würden sukzessive Rückgabeflächen installiert und Abstellverbotszonen ausgeweitet.
Bereits jetzt ist es allerdings verboten, die Fahrzeuge so abzustellen, dass sie Geh‑, Rad‑ oder Rettungswege blockieren. Laut Auskunft der Verwaltung wird ein Verstoß mit einem Bußgeld geahndet, das die Verleiher zahlen müssten. Sie notfalls auch abzuschleppen, stellt die Stadtverwaltung allerdings nicht in Aussicht. Das stößt in der Bezirkspolitik auf Unverständnis: „Während Autos hier konsequent abgeschleppt werden, dürfen Scooter tagelang im Weg stehen“, sagt Jeschke.
