Willy Millowitschs Theater in Köln war über Jahrzehnte eine der bekanntesten Mundartbühnen Deutschlands.
150 aus 150Willy Millowitsch machte Schauspiel und Gesang auf Kölsch groß

Der Kölner Schauspieler Willy Millowitsch um 1968. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 37. Teil der Serie geht es um den Schauspieler und Sänger Willy Millowitsch.
Bedeutung
Bereits als 13-Jähriger stand Willy Millowitsch auf der Bühne des Familientheaters. Ab 1931 gehörte er fest zum Ensemble. Neun Jahre später übernahm er die Leitung des Theaters an der Aachener Straße. Kurz nach Kriegsende motivierte Oberbürgermeister Konrad Adenauer Millowitsch zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Das Publikum dankte es ihm – die täglichen Vorstellungen bis 1949 waren meist ausverkauft. Millowitsch ging auch auf Gastspielreisen.
1953 übertrug das Fernsehen erstmals ein Theaterstück live: Mit „Der Etappenhase“ erlangte Millowitsch deutschlandweit Popularität. Weit über 100 Sendungen folgten. Daneben spielte Millowitsch seit 1949 in mehr als 30 Filmen mit, teilweise einfachste Unterhaltungsfilme. Mit der Rolle des pensionierten Hauptkommissars Kleefisch erhielt Millowitsch eine Altersrolle fern des Klamauks. Die Sendungen wurden jeweils um seinen Geburtstag im Januar ausgestrahlt.
Auch als Schlagersänger und Karnevalsinterpret war Millowitsch einem breiten Publikum bekannt. „Schnaps, das war sein letztes Wort“, 1960 veröffentlicht, verkaufte sich als Single mehr als 900.000 Mal. 1979 nahm er mit Heidi Kabel eine deutsche Version von „Stumblin in“ auf. 1998 gab er die Leitung des Theaters an seinen Sohn Peter ab, der es 2018 schloss.
Willy Millowitsch
Geboren: 8. Januar 1909 in Köln
Gestorben: 20. September 1999 in Köln
Wirken in Köln
Millowitsch, der in Film und Fernsehen Hochdeutsch mit kölschem Einschlag sprach, galt bundesweit als Kölner Original. Das Lied „Wir sind alle kleine Sünderlein“ von 1964 war acht Jahre später das Motto des Kölner Rosenmontagszugs. 1992 wirkte er bei Arsch huh, Zäng ussenander mit.
Bemerkenswert
Drei seiner vier Kinder wählten ebenfalls den Schauspielerberuf.
Spuren in der Stadt
1989 erhielt Millowitsch die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln. Noch zu Lebzeiten finanzierte ein Privatmann ein Denkmal, das trotz kritischer Diskussion auf dem Eisenmarkt aufgestellt wurde. 2003 folgte die Benennung eines Platzes in der Nähe des Theaters nach Millowitsch. 2013 zog der Name an ein Areal zwischen Breite Straße, Aposteln- und Gertrudenstraße um. Hier steht seit 2014 auch das Denkmal. Millowitschs Nachlass befindet sich in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität Köln.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.