Wir folgen in Köln Straßen, die nach Städten aus dem Rhein-Erft-Kreis benannt sind. Heute führt uns der Weg ins Rechtsrheinische, nach Porz.
Rhein-Erft-Straßennamen in KölnEin Leben lang an der Elsdorfer Straße zuhause

Der Blick auf die Elsdorfer Straße in Porz-Urbach.
Copyright: Merle von Mach
Viel scheint an einem frühen Sonntagabend in der Elsdorfer Straße nicht los zu sein. Die Straße im rechtsrheinischen Porz im Stadtteil Urbach ist ruhig. Neben Bauten der Nachkriegszeit stehen hier auch einige alte Häuser. Dabei ist hier werktags viel los, befinden sich hier eine Kindertagesstätte und zwei Gebäude einer Schule.
„Unter der Woche ist es hier viel lauter. Da hört man die Kinder aus der Schule nebenan“, erzählt Stephanie Nonnweiler. Sie lebt seit zwölf Jahren in der Elsdorfer Straße und genieße den freien Sonntag. Sie sei mit ihrem Hund Mona, dem „ältesten Hund der Straße“, ein paar Mal Gassi gegangen, bevor sie am Montag wieder in aller Frühe in die Bäckerei fährt, wo sie als Filialleiterin arbeitet.

Dorothea Karrenbauer und Lutz Kornwebel wuchsen beide in der Elsdorfer Straße auf, wo Kornwebel noch heute lebt.
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„Aber der Lutz, der hat viel mehr zu erzählen“, sagt Nonnweiler und ruft nach ihrem Lebensgefährten, der auch gleich im Fenster auf ein Schwätzchen erscheint. Lutz Kornwebel lebt schon immer in der Elsdorfer Straße, seit 62 Jahren. Schon sein Vater und sein Großvater lebten in Porz-Urbach, ebenso wie seine beiden Söhne, die ebenfalls im Haus in der Elsdorfer Straße leben.
„Die fühlen sich hier alle wohl. Der Ältere wohnt eine Etage über uns, der Jüngste ganz oben“, erzählt Kornwebel. Schon sein Vater und Großvater gingen auf die Katholische Grundschule in der angrenzenden Kupfergasse. Auch im hiesigen Fußballverein engagiert sich der Ur-Urbacher, dem RSV-Urbach, in dem auch, wie könnte es anders sein, bereits sein Vater spielte.
Elsdorfer Straße nach angrenzendem Porzer Ortsteil Elsdorf benannt
„Den Verein gibt es schon seit 1912. Ich war dort Trainer, Jugendleiter, später Geschäftsführer und erster Vorsitzender“, erzählt Lutz Kornwebel. Heute ist er in Rente, aber Ehrenvorsitzender des Vereins. Kornwebel lebe gerne in der Elsdorfer Straße, das Haus sei schon länger im Besitz der Familie, habe einen großzügigen Garten, sogar einen Whirlpool. Gerne wird hier mal das eine oder andere Fest gefeiert, zu dem als treibende Kraft Stephanie Nonnweiler einlädt, die gerne die Nachbarschaft um sich hat.
„Hallo Caro“, ruft Nonnweiler urplötzlich und winkt einer jungen Frau zu. Der Nachbarin „mit dem schönsten Hund der Straße“. Man kommt ins Gespräch. Carolin, die ihren Nachnamen lieber nicht nennen will, kennen Nonnweiler und Kornwebel aus der Elsdorfer Straße. Beiden Frauen liegen Tiere am Herzen, so dass etwa die Einnahmen vom Glühweinstand, den sie an Sankt Martin aufbauen, für Tierwohl gespendet werden. „Wir sind eine tierliebe Straße“, lacht Nonnweiler.
Und ihre Nachbarin Carolin erzählt stolz, dass sie im Juni vom Nabu für ihren „igelfreundlichen Garten“ ausgezeichnet wurde. Sie habe ihren Garten so abgesichert, dass die Igel nicht in Keller oder sonstige Schächte fallen können, auf heimische Bepflanzung geachtet und für Wasserstellen, Laubhaufen und Holzstapel gesorgt. Sogar ein sogenanntes Sandarium, ein Nistbereich für Wildbienen habe sie angelegt.

In der Elsdorfer Straße in Porz-Urbach findet man auch noch einige alte Häuser.
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Außerdem würden wilde Erdbeersträucher, Kräuter und alte Apfelbäume im Garten wachsen. Die meisten kennen sich hier gut, man hilft einander und lebe in „sehr guter Gemeinschaft“, wie Lutz Kornwebel betont. Gegenüber von ihm wohnt mit 95 Jahren die wohl älteste Bewohnerin der Elsdorfer Straße. Sie ist bekannt dafür, gerne aus dem Fenster zu schauen. Laufen die Schulkinder morgens vor Schulbeginn an ihrem Fenster vorbei, winken sie ihr tüchtig zu.
Die Tochter der vermutlich ältesten Bewohnerin der Straße kennt Lutz Kornwebel „seit Stunde Null“: Dorothea Karrenbauer ist in der Elsdorfer Straße aufgewachsen. „Hier haben nur Mädchen in Überzahl gewohnt. Lutz war der einzige Junge“, erzählt Karrenbauer lachend. Sie und ihre Schwestern hätten auch alle nur Töchter bekommen. Mittlerweile lebt die gelernte Konditorin nicht mehr in der Elsdorfer Straße, doch komme sie regelmäßig her, um ihre Mutter zu pflegen, wenn die nicht gerade mal am Fenster sitzt und lachend herausschaut, wenn die Schulkinder ihr zuwinken.
Die Elsdorfer Straße ist eine der ältesten Straßen in Porz-Urbach. Während sie vormals noch Schulstraße hieß, benannte man die Elsdorfer Straße schließlich nach dem angrenzenden Porzer Ortsteil Elsdorf – und eben gar nicht nach der Stadt Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis. Obwohl die beiden Orte gleich heißen, ist der sprachliche Ursprung ein anderer, doch fanden sie im Laufe der Zeit zu einer Gleichnamigkeit.
Während der Stadtteil Elsdorf in Köln-Porz sich vermutlich von dem einst gebrauchten Vornamen Eigil ableitet, benannte man der Sage nach das Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis nach einem Egilhard. Was bleibt, ist das Straßenschild, auf dem steht: Elsdorfer Straße.
