Acht Kinder erhielten für das Gymnasium Lechenich eine Absage. Die Stadt habe in diesem Fall „keine Handlungskompetenz“.
Zu wenig freie PlätzeAntrag auf zusätzliche Klasse am Gymnasium Lechenich abgelehnt

An dem Gymnasium an der Dr.-Josef-Fieger-Straße gibt es mehr Anmeldungen als freie Plätze. (Archivbild)
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Am Gymnasium Lechenich haben sich für das neue Schuljahr mehr Schülerinnen und Schüler angemeldet, als Plätze zur Verfügung stehen. Die Stadt Erftstadt als Schulträger hatte daher einen Antrag auf eine Mehrklassenbildung bei der Bezirksregierung Köln gestellt. Wie die Verwaltung mitteilt, wurde dieser Antrag jetzt abgelehnt.
„Wir bedauern diese Entscheidung sehr“, wird Bürgermeisterin Carolin Weitzel in der Mitteilung zitiert. Der derzeit für die Schulverwaltung zuständige Dezernent Dirk Knips erläutert: „Für die Bezirksregierung liegen keine Voraussetzungen für die Erteilung einer Genehmigung vor.“ Die Anmeldezahl liege mit 128 genau zwischen den beiden entscheidenden Marken. Man könne maximal 30 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse aufnehmen, „also mit vier Eingangsklassen am Gymnasium in Lechenich zum neuen Schuljahr 120 Kinder“.
Erftstadt: Bezirksregierung Köln sieht keine Voraussetzungen für Erteilung einer Genehmigung
Die Mindestanzahl an Schülerinnen und Schülern für eine Klasse liege bei 27 Kindern. „Bei fünf Klassen wären dafür dementsprechend 135 Anmeldungen nötig“, so Knips weiter. Das ist laut dem Schreiben der Bezirksregierung nicht der Fall, heißt es.
Acht Kinder erhielten laut der Stadt für das Gymnasium Lechenich eine Absage. Die Bürgermeisterin fühle mit den Eltern und Kindern, die im Losverfahren der freien Plätze kein Glück hatten, „erst recht, weil es auch Schülerinnen und Schüler getroffen hat, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulzentrum Lechenich wohnen und nun eine andere Schule besuchen müssen“, so Weitzel.
Knips sagt: „Auf das letztendliche Losverfahren hat die Stadt als Schulträger keinen Einfluss.“ Beim Lechenicher Gymnasium seien zum Beispiel Geschwisterkinder berücksichtigt worden, sagt er. Die Nähe zur Einrichtung habe letztlich nicht als Kriterium dienen können, da es beispielsweise in der Nachbargemeinde Nörvenich kein Gymnasium gebe.
„Ich bin selbst Mutter und kann die betroffenen Eltern und ihren Ärger absolut verstehen“, so Weitzel. Diese hätten, wie die Stadt, selbst Kontakt zur Bezirksregierung aufgenommen, „leider ohne Erfolg“. Auch Schulleitung und Schulpflegschaft hätten in Gesprächen und Briefen für eine Mehrklassenbildung gekämpft. Sie betont: „Mit der Ablehnung der Mehrklassenbildung sind unsere Möglichkeiten nun leider erschöpft. Die Stadt hat in diesem Fall keine Handlungskompetenz.“
