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StiftungBürger sollen vom Zülpicher Windpark profitieren

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Stefanie Flam und Laura Mertens stehen vor einem Windrad, das gerade angestrichen wird, und halten ein Schild, das für die Bürgerbeteiligung wirbt.

Das Konzept der Bürgerbeteiligung stellten Stefanie Flam (l.) und Laura Mertens vor. Im Hintergrund bekommt das Windrad noch seinen grünen Anstrich. 

Bürger können Geld in den Windpark bei Zülpich investieren und Zinsen erhalten. Außerdem will das Energieunternehmen eine Stiftung gründen.

Seit Ende des vergangenen Jahres sind alle neun Windräder in Betrieb, die das Unternehmen SL Naturenergie am Rande des Zülpicher Stadtgebiets bei Rövenich errichtet hat. Die Flächen, auf denen die Kräne gestanden haben, sind wieder zu Ackerland geworden. An einem Turm sind noch Handwerker zugange, um ihm seinen grünen Anstrich zu verpassen.

Die Wirtschaftswege, die unter dem Baustellenverkehr seit Beginn des Jahres 2025 arg gelitten hätten, würden auch noch hergerichtet, sagt Pressesprecherin Stefanie Flam beim Termin vor Ort. Jetzt ist Zeit für den nächsten Schritt: In den kommenden Tagen werden die Zülpicher Flyer in ihren Briefkästen finden, die für Bürgerbeteiligung werben.

Wer möchte, kann Geld in den Windpark investieren und dafür Zinsen kassieren. Mindestens 500 Euro müssen es sein, die Obergrenze sind 25.000 Euro. Das Geld liegt für mindestens zehn Jahre fest, höchstens für 20 Jahre. In den ersten zehn Jahren gibt es 5,5 Prozent Zinsen, danach sechs Prozent. Fällig werden sie jeweils zum 30. Juni. „Die Bürgerbeteiligung funktioniert im Prinzip wie ein Sparbuch“, erklärt Stefanie Flam.

14 Tage lang haben die Zülpicher Vorrang

Allerdings handelt es sich bei der Summe, die der Bürger oder die Bürgerin einzahlt, um ein Nachrangdarlehen. Was schlicht und einfach bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz des Energieunternehmens der Anspruch auf Rückzahlung ganz am Ende der Liste derer steht, die noch Geld zu bekommen haben. Wie viele Menschen mitmachten, sei nicht abzusehen, heißt es von SL Naturenergie. Das Unternehmen biete bei all seinen Windparks eine Bürgerbeteiligung an und habe bisher gute Erfahrungen gemacht.

„Die Summe, die wir selbst investieren, ist davon unabhängig“, betont Stefanie Flam: „Wir brauchen das Geld nicht.“ Es sei eine reine Akzeptanzmaßnahme. Vorrang bei der Bürgerbeteiligung, die sich lediglich auf sieben der neun Anlagen bezieht, haben erst einmal die Zülpicher. Erst nach 14 Tagen kommen auch Investoren aus den umliegenden Städten wie Euskirchen, Weilerswist und Mechernich zum Zuge.

Stiftung soll soziale Projekte unterstützen

Ein weiterer Schritt, um die Akzeptanz bei den Menschen in den Orten für den Windpark zu erhöhen, ist die Gründung einer Stiftung, die SL Naturenergie ankündigt. 1,5 Prozent der Erträge sollen dort hineinfließen. Wie viel es genau sein werden, lässt sich kaum vorhersagen, schließlich ist es jedes Jahr von Neuem davon abhängig, wie der Wind weht. Um die 50.000 Euro im Jahr könnten es sein, schätzt man bei SL Naturenergie nach den Erfahrungen mit anderen Windparks.

Die neun Windräder in der weiten Fläche zwischen Rövenich und Weiler in der Ebene sollen insgesamt rund 43 Millionen Kilowattstunden im Jahr produzieren. Das wäre der Strombedarf von etwa 15.000 Haushalten. Damit würden im Vergleich zu fossiler Energie rund 31.000 Tonnen CO2 eingespart, hat das Unternehmen errechnet. Wegen der Nähe zum Fliegerhorst Nörvenich haben die Anlagen eine Gesamthöhe von lediglich 150 Metern.

Auswahlausschuss soll bestimmen, wofür Geld verwendet wird

Das Geld aus der Stiftung soll sozialen Zwecken zugute kommen, Kindern beispielsweise oder Sportvereinen. Wenn das erste Kapital da sei, werde die Zülpicher Stadtverwaltung einen Auswahlausschuss gründen, der entscheide, welches Projekt oder welche Organisation unterstützt werde. „Über die Stiftung sollen auch die Menschen, die bei der Bürgerbeteiligung nicht mitmachen, vom Windpark etwas haben“, sagt Stefanie Flam.

Die Stadt profitiere noch auf anderem Weg vom Windpark: Pro erzeugter Kilowattstunde bekommt sie vom Betreiber 0,2 Cent. Das gilt nicht nur für Zülpich, sondern anteilig auch für Vettweiß, Erftstadt und Euskirchen. Um jedes einzelne der Windräder wird ein Kreis mit einem Radius von 2,5 Kilometern geschlagen. Je nachdem, wie viel Fläche welche Kommune in einem dieser Kreise hat, wird berechnet, wie groß der Anteil ist. Informationen gibt es auch online.