André Dobiey, Insolvenzverwalter des Marien-Hospitals, stellte sich im Stadtrat den Fragen der Politik.
Marien-HospitalFür den insolvente Klinik in Erftstadt zeichnet sich eine Lösung ab

Der Eingangsbereich des Marien-Hospitals. (Archivfoto)
Copyright: Eva-Maria Zumbé
Der Insolvenzverwalter des Marien-Hospitals, André Dobiey, ist zuversichtlich: „Im Laufe des zweiten Quartals werden wir hoffentlich eine Lösung für das Krankenhaus finden. Dann werde es auch eine erste offizielle Gläubigerversammlung geben. Das teilte die Stadt Erftstadt mit. Der Rechtsanwalt berichtete jüngst in der Ratssitzung über den Stand des Insolvenzverfahrens.
Der Verwaltung bekräftigte Dobiey, dass die Gründe für die Insolvenz hausgemacht seien: Der Stiftung als Trägerin des Krankenhauses fehle schlichtweg das Know-how, um in der heutigen Zeit ein Krankenhaus zu betreiben. Er betrachtet die Stiftung für nicht geeignet, die Klinik künftig zu führen, wie die Verwaltung mitteilte. Es habe an einer belastbaren Finanzplanung gemangelt.
Sinnvolles Ziel ist der Erhalt des Krankenhauses.
Zudem sei die Zahl der Leiharbeitskräfte mit mehr als 40 Vollzeitkräften enorm hoch gewesen. „Das ist in Frauenthal in von mir noch nie gesehener Größe geschehen.“ Die Kosten für diese seien im Vergleich zu Tarifangestellten im Schnitt zweieinhalbmal so hoch. Mittlerweile sei die Zahl der Leiharbeiter deutlich auf einen einstelligen Wert reduziert worden.
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Die Gehälter seien bis einschließlich Februar 2026 über das Insolvenzgeld gesichert, so Dobiey, der fachliche Expertise durch eine Unternehmensberatung erhalte, die auf Krankenhäuser spezialisiert sei. Der Insolvenzverwalter betonte: „Sinnvolles Ziel ist der Erhalt des Krankenhauses.“ Gespräche mit anderen Krankenhausträgern seien bereits geplant.
Für praktisch unwahrscheinlich hält er die Situation, dass ein Investor das Hospital anderweitig nutzt: „Aufgrund der Fördermittel aus der Fluthilfe würde einen Investor in dem Fall, dass er das Krankenhaus schließen würde, eine deutlich andere Schuldensituation erwarten, da Fördermittel zum Neuaufbau des Krankenhauses in so einem Fall gegebenenfalls zurückgezahlt werden müssten.“
Ab Mai sollen die Einnahmen erhöht werden, durch Budgetverhandlungen und professioneller gestaltete Abläufe, so Dobiey. Eine Folge: Vor dem Krankenhaus soll der Parkraum bewirtschaftet werden, wie die Stadt mitteilt. Die Parksituation ist seit Langem ein Problem. Die Insolvenz betrifft ausschließlich die Stiftung. Im Hospiz und Altenpflegeheim ist die Situation laut Dobiey wirtschaftlich stabil. (eva)

