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SchulentwicklungsplanAusschuss in Erftstadt lehnt Elternbefragung zu Schulformen ab

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Ein Kran steht vor einem Gebäude.

Das Schulzentrum Lechenich wird derzeit umfassend saniert. 

Die Linke und die Gruppe FWG/Aufbruch sowie die SPD beantragten eine Befragung vor der Verabschiedung des Schulentwicklungsplans. 

Die Zukunft der Erftstädter Schullandschaft war Thema im Ausschuss für Bildung. Diplom-Volkswirtin Ulrike Lexis von der Firma Dr. Garbe, Lexis & von Berlepsch stellte den Entwurf des Schulentwicklungsplans vor. Die gute Nachricht zu den Schülerzahlen gleich vorweg: Die Grundschulen seien stabil, keine berühre die Mindestgrenzen. In 2026 werden laut Lexis einmalig mehr als 500 Kinder einzuschulen sein.

In den Jahrgängen danach sollen es laut Prognose wieder unter 500 sein. Auch die weiterführenden Schulen seien stabil und sollen bis 2036 insgesamt um etwa 200 Schülerinnen und Schüler anwachsen – der größte Anteil falle wegen der Wiedereinführung von G9 auf die beiden Gymnasien. Die Expertin sagt: „Das dreigliedrige System aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium in Erftstadt ist zukunftsfähig.“ Die Hauptschule sei die Basis.

Weiterführende Schulen: Ganztagsflächen sollen attraktiver gestaltet werden

Die OGS-Betreuungsquoten an den Grundschulen lägen schon heute bei mehr als 60 Prozent, zusätzlich gebe es eine Kurzbetreuungsform. Dieses „additive Ganztagsmodell halten wir für weniger zukunftsfest“. Eine Empfehlung: alle Kräfte in einem Angebot bündeln und mit den Schulen zu einem Ganztagskonzept in den Dialog gehen. Ratsam sei es auch, Raumkonzepte zu erstellen und die Räume multifunktional mit flexiblem Mobiliar zu nutzen.

Insgesamt seien die weiterführenden Schulen auch räumlich gut aufgestellt, wenn die Bauphase abgeschlossen ist. Jedoch sollten die Ganztagsflächen für die Zukunft laut Lexis attraktiver gestaltet werden. Man empfehle auch eine bessere Kennzeichnung der Gebäudeteile.

Linke und Gruppe FWG/Aufbruch sowie SPD beantragen Elternbefragung

Die Fraktion Die Linke und die Gruppe FWG/Aufbruch beantragten, vor der Verabschiedung des Schulentwicklungsplanes zumindest in den Klassen 3 und 4 eine Elternbefragung zur präferierten weiterführenden Schulform durchzuführen. Das erfordere eine verantwortungsvolle und konstruktive Schulentwicklungsplanung.

Weiter fordern sie, den Schulentwicklungsplan vor der Verabschiedung dem Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration und dem für Inklusion verantwortlichen Beirat zur Stellungnahme vorzulegen. „Ein modernes, zeitgemäßes Schulsystem muss die größtmögliche Chancengleichheit für alle Kinder herstellen.“

Natürlich ist es einfacher, eine Schulentwicklungsplanung ausschließlich auf statistische Daten und Prognosen zu stützen
SPD-Fraktion

Auch die SPD-Fraktion stellte einen Antrag zu einer umfassenden Elternbefragung, deren Ergebnisse in die weitere Schulentwicklungsplanung einbezogen werden sollen – mit mehr als zehn Themenfeldern wie Zufriedenheit mit dem bestehenden Schulangebot, Bedarfe und Gründe für die Wahl einer Schule innerhalb oder außerhalb Erftstadts.

Sie betont: „Natürlich ist es einfacher, eine Schulentwicklungsplanung ausschließlich auf statistische Daten und Prognosen zu stützen.“ Die letzte umfassende Elternbefragung zur Schulentwicklung liege mehr als zehn Jahre zurück.

Brauchen wir eine Befragung, weil die Schullandschaft in Not ist? Nein
Stephanie Bethmann, Grünen-Fraktionschefin

Grünen-Fraktionschefin Stephanie Bethmann betonte: „Brauchen wir eine Befragung, weil die Schullandschaft in Not ist? Nein.“ Dem schloss sich Guido Palmersheim (CDU) an: „Das ist kein Bild einer Schullandschaft, die sich in einer Krise befindet.“ Bethmann und CDU-Fraktionschef Stephan D. Bremer verwiesen zudem auf die angespannte Haushaltslage.

Die Anträge wurden mehrheitlich abgelehnt. Sie bekamen vier Ja-Stimmen von der SPD und der Linken. CDU, Grüne, FDP und AfD lehnten sie ab.

„Es ist ja versteckt die Schullandschaft, die hinterfragt wird“, so Bremer. „Wer heute nach Schulformen fragt, die aufgrund bestehender Schulangebote im Umkreis behördlich nicht genehmigungsfähig wären – weil dadurch bestehende Schulen in ihrem Bestand gefährdet würden –, lädt Eltern zu einem Prozess ein, der ins Leere führt und am Ende zu Frust statt zu Lösungen führt“, so CDU und Grüne.

Bernd Bohlen und Raymond Pieper von der Gruppe FWG/Aufbruch kritisieren die Ablehnung: Zum zweiten Mal hintereinander entscheide eine Ratsmehrheit über Erftstadts Schulen, ohne zu wissen, was die Eltern wollen.