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Prosche war der AnfangToni Schäfer aus Erftstadt sammelt Oldtimer-Traktoren

4 min
Ein Mann sitzt auf einem roten Traktor.

Toni Schäfer repariert die Motoren und die Schlepper selber, sein Herz schlägt für die rote Marke – die Porscheschlepper.

In seiner Scheune hinter dem Haus in Erftstadt-Friesheim hat Toni Schäfer gleich zehn dieser uralten Traktoren geparkt.

Sie sind schlank, haben einen langen Bauch und sehen selbst im Alter noch richtig schön aus: Die Porscheschlepper von Toni Schäfer. In seiner Scheune hinter dem Haus in Erftstadt-Friesheim hat er gleich zehn dieser uralten Traktoren geparkt. Und den meisten sind ihre Lebensjahre auch wirklich anzusehen – mit kleinen Beulen, rostigen Stellen und einigen Schrammen. „Das ist die Patina“, erklärt Toni Schäfer (66). Das seien bei seinen Traktoren wie die Lachfalten älterer Menschen, die von einem langen Leben zeugen.

Schäfer hat Zeiten erlebt, in denen die alten Traktoren auf Hochglanz lackiert wurden – wie neu. Lange sei man aber in der Szene davon ab. „Das passt doch nicht“, erklärt er. Genauso wie einem älteren Menschen dürfe man auch den alten Fahrgeräten die Jahre ruhig ansehen – auch seinen Junioren. Sein Porsche-Junior 108/4 stammt aus dem Jahr 1958. „Davon gibt es offiziell nur noch fünf Stück in Deutschland“, sagt er. Noch in diesem Jahr wolle er ihn mit seiner Tochter restaurieren.

Ein Auto steht im hohen Gras.

Auch einen Kugelporsche hat er im Garten.

„Endlich“, sagt Schäfer. Er habe ihn schon rund 20 Jahre im Schuppen stehen. „Ich habe ihn einem Pastor in Ingelheim abgekauft“, erzählt der Erftstädter. Jahre später habe er ihn noch einmal angerufen und ihm erzählt, dass sein Schlepper immer noch da sei. „Als Beweis beschrieb ich ihm die markante krumme Motorhaube“, erinnert sich Schäfer. Der Pfarrer hatte sich nämlich irgendwann einmal damit auf die Seite gelegt.

Ganze Bücher könnte Schäfer mit Anekdoten rund um seine Porsche-Traktoren füllen. „Mit ihm mähe ich bis heute meine Wiese hinterm Hof“, erzählt er und stellt seinen Porsche 217 Standard T vor. Er sei seit 1994 im Dauereinsatz. „Das gute Stück habe ich völlig heruntergekommen auf einem Schrottplatz entdeckt und damals für 900 D-Mark gekauft“, berichtet er.

Erftstadt: Leidenschaft in vollen Zügen ausgelebt

Dass dieser alte Traktor ihm allerdings die Türe zu einem weitaus größeren Hobby öffnen sollte, ahnte Schäfer zunächst nicht. Doch schon bald begann er, sich sogar ganz eifrig für die Reparatur der alten Porsche-Traktoren zu interessieren. Denn sein erstes Fundstück vom Schrottplatz brachte er zum Fachmann zur Reparatur. „Und der hat mir für die Instandsetzung eine Rechnung über 9860 D-Mark geschrieben“, berichtet Schäfer. Danach habe er beschlossen, künftig alle seine Porschetraktoren selber zu reparieren.

Gesagt, getan. Zwei Jahre später kaufte er sich bereits den nächsten Porscheschlepper – einen 238 für 500 D-Mark. Fast ein ganzes Jahr habe er dann an diesem Traktor gearbeitet. „Aber ich habe ihn wieder flottgekriegt“, erzählt er. Dank guter Lehrmeister und jeder Menge Fachliteratur wurden die Reparaturen bald richtig sein Ding. In den kommenden Jahren lebte Schäfer seine Leidenschaft in vollen Zügen aus – dann standen bis zu 16 Schlepper in seinem Hof, die er reparierte und restaurierte und dann auch erst einmal behielt.

„Mit unserem zum Schlafwagen mit Sitzecke umgebauten Bauwagen fuhren meine Frau und ich mit den Kindern damals zu fast allen Oldtimer- und Schleppertreffen in der Umgebung“, erzählt er. Und zwischendurch wurde wieder repariert.

„Die Technik der alten luftgekühlten Motoren der Porschetraktoren ist ja kein Hexenwerk, man kann alles lernen“, sagt Schäfer. „Learning by doing“ lautet seine Devise. Schäfer schraubte und tüftelte und baute dazu die Motoren komplett auseinander. „Porschemotoren sind wie Baukästen. Die meisten Motorteile passen bei fast allen alten Porsche-Traktormotoren“, erklärt er. 2013 hat er mit den Schülern der Realschule Lechenich in der Porsche Junior AG sogar die Motoren von drei Junioren wieder flottgemacht – und sie dazu auseinander und wieder zusammengebaut.

Längst hat Schäfer in der Szene einen Namen. Bei ihm lassen sich mitunter auch Schlepperfans aus dem Schwarzwald die Porsche-Motoren reparieren. Denn die meisten wollen ihr Sammlerstück schließlich nicht nur angucken, sondern so wie Schäfer auch im Alltag nutzen – zum Holzholen im Wald, zur Rasenpflege, aber auch um mit ihnen an den Wochenenden zu den Oldtimer-Treffen zu fahren.