Die Fraktion kritisiert eine Mitteilung von Bürgermeister Uwe Tietz (SPD) zu der Entwicklung des Stadtteils. Die SPD-Fraktion reagiert mit „Unverständnis“.
Grüne in Frechen fordern ein Ende der Pläne für das Neubaugebiet Grube Carl

Das geplante Neubaugebiet im Stadtteil Grube Carl sorgt für kontroverse Diskussionen.
Copyright: Archivbild: Alexa Jansen
Die Fraktion der Grünen kritisiert eine Mitteilung von Bürgermeister Uwe Tietz (SPD) zu dem geplanten Neubaugebiet Grube Carl und fordert „sofortige und umfassende Informationen und ein Ende der Planungen“.
Der Hintergrund: Die neue Bürgerinitiative (BI) Grube Carl hatte der Politik und Verwaltung „jahrelange Geheimniskrämerei“ vorgeworfen und mehr Transparenz gefordert. Die Stadt plant seit Jahren, dort rund 1600 Wohneinheiten zu entwickeln, auch eine zweizügige Grundschule soll entstehen. Für die Planung ist unter anderem die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) verantwortlich.
Wir setzen auf Transparenz und Dialog
Tietz hatte daraufhin mitgeteilt, den Austausch mit der BI zu begrüßen und die Hinweise Ernst zu nehmen. Der Stadtteil Grube Carl spiele eine wichtige Rolle bei dem erheblichen Bedarf an Wohnraum, den Frechen in den kommenden Jahren habe. Die SEG und die Verwaltung erarbeiteten zur Zeit ein städtebauliches Konzept, das rund um Ostern fertig sei. Die Stadt werde die BI und alle Bürger frühzeitig informieren. „Wir setzen auf Transparenz und Dialog“, so Tietz.
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Frechen: Grüne sehen in der Entwicklung des Baugebiets„ eine Bedrohung für eine gesunde nachhaltige Entwicklung der Stadt“
Die Grünen bemängeln, dass er nicht zur Sache informiere, sondern „auf einen Zeitpunkt nach Ostern vertröste und auf gesetzliche Vorschriften zur Bürgerbeteiligung verweise“. „Das ist nach Jahren der Geheimniskrämerei und angesichts der Bedeutung des Projekts völlig ungenügend“, so die Grünen. Die Fraktion hat nun für den Rat am 27. Januar einen Antrag gestellt, dass über „den aktuellen Sachstand der betrieblichen Vorgänge der SEG und den Planungsstand Grube Carl“ berichtet wird.
Wir verbrennen mit den Planungen und der SEG Geld und Kapazitäten, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden.“
Zudem brauche Frechen das Baugebiet nicht, die Einwohnerzahl sei völlig stabil, es bestehe kein grundsätzlicher Neubedarf an Wohnungen: „Es wird nicht für Frechener, sondern für Kölner oder andere Menschen im Umland entwickelt. Wenn das so gewollt ist, dann muss der Bürgermeister das ehrlich den Menschen sagen“, kritsieren die Fraktionsvorsitzende Uta Spork und ihr Stellvertreter Professor Stefan Sporn.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Frechen, Uta Spork, und ihr Stellvertreter Professor Stefan Sporn kritisieren die Pläne für das Neubaugebiet Grube Carl.
Copyright: Archivbild: Grüne Frechen
Die Entwicklung des Baugebietes Grube Carl sei – anders als von Tietz beschrieben – keine Chance für Frechen, sondern eine Bedrohung für eine gesunde nachhaltige Entwicklung der Stadt. Zudem stehe die Stadt Frechen vor einer Vielzahl von gewaltigen Herausforderungen, die sie aktuell erkennbar personell, an Kompetenz und finanziell überfordere, so die Grünen.
„Die Stadt ist zusätzlich pleite, sie muss in die Haushaltssicherung mit anstehenden schmerzlichen Einschnitten für die Bürger“, mahnen Spork und Sporn, „Wir verbrennen mit den Planungen und der SEG Geld und Kapazitäten, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden.“
Die SPD-Fraktion hat zuweilen den Eindruck, dass die Spitze der Grünen in Frechen nicht von dieser Welt ist
Die SPD-Fraktion reagiert auf die Aussagen der Grünen mit „Unverständnis“ – die Grünen würden die Grube-Carl-Bebauung ablehnen, doch Wohnraum sei für Frechen dringend nötig: „Die SPD-Fraktion hat zuweilen den Eindruck, dass die Spitze der Grünen in Frechen nicht von dieser Welt ist“, so der Vorsitzender der SPD-Fraktion Hans Günter Eilenberger, „sie bekommen nicht mit, dass gerade junge Frechenerinnen und Frechener in ihrer Stadt keine bezahlbare Wohnung finden und ins Umland ziehen müssen. Daher steigen auch nicht so stark die Bevölkerungszahlen der Stadt. Darüber hinaus haben wir einen steigenden Bedarf an bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum.“
Es sei eine platte Behauptung, man würde hier für Kölner Bürgerinnen und Bürger und andere Nachbarn in Frechen Wohnungen bauen: „Das renommierte Pestel-Institut hat uns ins Stammbuch geschrieben, dass wir gerade hier großen Nachholbedarf haben. 3.500 gemeinwohlorientierte Wohnungen sind in Frechen erforderlich, um einen preisdämpfenden Effekt zu erzielen.“
Auch zu dem Vorwurf der mangelnden Transparenz bezieht Eilenberger Stellung: „Wer in Sachen Grube Carl von Geheimniskrämerei spricht, muss wissen, dass seit vielen Jahren jeder, der in dieser Stadt wohnt, mitbekommen haben muss, dass dieses Gelände für Bebauung vorgesehen ist. Man kann aber nur im Detail in die Öffentlichkeit gehen, wenn die Pläne entsprechend aufgearbeitet sind, was zurzeit geschieht. Sie werden dann in den städtischen Fachausschüssen behandelt und entsprechende Bürgerinformationen und -versammlungen werden dann stattfinden.“

