400.000 gefälschte Vapes importiertPolizei nimmt Kopf von E-Zigaretten-Bande in Frechen fest

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Das Bild zeigt, wie jemand den Qualm einer E-Zigarette ausbläst.

Ein 28-jähriger aus Frechen ist von Spezialkräften festgenommen worden. Er soll Kopf der Bande sein, die gefälschte E-Zigaretten in den Umlauf brachten. (Symbolbild)

Die Bande soll gefälschte E-Zigaretten von China nach Deutschland eingeführt haben. Polizisten und Zollfahnder stürmten das Haus des 28-jährigen Verdächtigen.

Frechen-Grefrath, der beschauliche gelegene Stadtteil von Frechen mit seinen gut 1300 Einwohnern am Rand des Marienfelds, wirkt eigentlich idyllisch. Doch am Mittwochmorgen war es mit der Ruhe vorbei. Um 6 Uhr krachte es an der Eingangstür eines Hauses an der Matthias-Werner-Straße. Mehrere Polizisten und Zollfahnder stürmten ins Haus. Der Bewohner war völlig überrascht. Bevor die Beamten den Haftbefehl zeigten, lag der Mann in Handschellen. Der 28-Jährige wurde festgenommen.

Er soll der Kopf einer Bande sein, die seit geraumer Zeit gefälschte E-Zigaretten aus China illegal in Deutschland im großen Stil verkauft hat. Dabei soll ein Steuerschaden von über eine Million Euro entstanden sein. Wie das Hauptzollamt in Essen mitteilt, wurden in mehreren Bundesländern 14 Objekte, darunter in Köln, Geilenkirchen, Koblenz, Krefeld, Meerbusch, Mönchengladbach, Koblenz, Nürnberg und in Uitgeest (Niederlande) und eben in Frechen gleichzeitig durchsucht.

Erster Haftbefehl wegen Einfuhr von gefälschten E-Zigaretten in Deutschland

Es war der erste Haftbefehl überhaupt in Deutschland, der wegen Einfuhr von unversteuerten und gefälschten E-Zigaretten vollstreckt wurde, so das Zollamt. Dem 28-jährigen Frechener und acht weiteren Personen im Alter zwischen 20 und 52 Jahren wird vorgeworfen, mindestens 400.000 unversteuerte und nicht verkehrsfähige E-Zigaretten bekannter Marken in mindestens 40 Fällen aus den Niederlanden importiert, in Deutschland zwischengelagert und anschließend weiterverkauft zu haben.

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Dabei soll die Ware offenbar über den Seeweg von China in die Niederlande und schließlich nach Deutschland gebracht worden sein. Vom Großlager in Köln wurden die E-Zigaretten dann an ein über die Zeit aufgebautes Händlernetz von Kioskbetreibern und spezialisierten E-Zigaretten-Händler verkauft. Heike Sennewald, Pressesprecher vom Zollamt: „Die Beschuldigten verkauften die unversteuerten, gefälschten und nicht verkehrsfähigen Vapes zusätzlich noch mit falschen Milliliter-Angaben. Während auf den Verpackungen ein Volumen von 20 Milliliter mit 10.000 Zügen angegeben waren, beinhalteten die E-Zigaretten lediglich acht Milliliter, welche umgerechnet nur 2500 Zügen entsprechen.“

Im Wohnhaus des Hauptverdächtigen in Frechen-Grefrath fanden die Beamten zwar keine E-Zigaretten, dafür aber andere belastende Unterlagen. In den sechs Lagern in Köln und Mönchengladbach wurden allein 30.000 E-Zigaretten sichergestellt. Bei den weiteren Durchsuchungen der Wohnobjekte in Köln, Krefeld, Nürnberg, Meerbusch, Geilenkirchen und Uitgeest (Niederlande) wurden über 7000 illegale E-Zigaretten, etwa 80.000 Euro Bargeld und weitere umfangreiche Beweismittel sichergestellt.

Darüber hinaus wurden über 50.000 Euro Bargeld und zwei hochwertige Kraftfahrzeuge beschlagnahmt. Die weiteren Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln dauern an.

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