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5,3 Millionen investiertSana-Krankenhaus nimmt Herz- und Gefäßzentrum in Hürth in Betrieb

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Das Foto zeigt den Chefarzt und die Geschäftsführerin im neuen Herzkatheterlabor.

Chefarzt Dr. Torsten Schwalm und Geschäftsführerin Hannah Kador stellen den neuen Herzkatheter-Messplatz im Herz- und Gefäßzentrum des Sana-Krankenhauses vor.

Kernstück ist ein hybrides Herzkatheterlabor, das auch als Operationssaal genutzt werden kann. Die Zahl der Patienten soll deutlich steigen.

Das Sana-Krankenhaus hat nach nur siebenmonatiger Bauzeit das neue Herz- und Gefäßzentrum Rhein-Erft-Kreis in Betrieb genommen. Nach Angaben von Krankenhausgeschäftsführerin Hannah Kador wurden rund 5,3 Millionen Euro investiert. Kernstück ist ein hochmodernes hybrides Herzkatheterlabor, das auch als Operationssaal genutzt werden kann – etwa für das Einsetzen von Herzschrittmachern oder Herzklappeneingriffe.

Bereits 1998 eröffnete Sana in Hürth nach eigenen Angaben als erstes Krankenhaus im Kreisgebiet ein Herzkatheterlabor. Die Nachfrage sei seither stark gestiegen. „Das Herzkatheterlabor platzt inzwischen aus allen Nähten“, sagt Chefarzt Dr. Torsten Schwalm. Im vergangenen Jahr seien dort 1800 ambulante und stationäre Eingriffe durchgeführt worden. Laut Geschäftsführerin Kador entspricht das einem Zuwachs von 15 Prozent.

Krankenhaus-Geschäftsführerin spricht von einem Meilenstein

„Wir haben in den vergangenen Jahren unser Behandlungsspektrum kontinuierlich erweitert“, so Schwalm. Zum kardiologischen Portfolio zählen unter anderem die Behandlung der koronaren Herzkrankheit einschließlich akuter Herzinfarkte, Herzklappen- und weitere strukturelle Herzeingriffe, Therapien bei Herzrhythmusstörungen, die Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren sowie Eingriffe an Bein- und Beckengefäßen. Während der Behandlungen stehen Ärzten und medizinischem Personal im Herzkatheterlabor und im Kontrollraum Live-Röntgenbilder zur Verfügung.

Die Eröffnung des neuen Zentrums bezeichnet Geschäftsführerin Kador als „weiteren Meilenstein in der kardiologischen Versorgung der Region“. Die Investition unterstreiche die strategische Bedeutung des Standorts als zentraler Versorger für Herz- und Gefäßmedizin im Rhein-Erft-Kreis. Durch den zusätzlichen Herzkatheter-Messplatz soll die Zahl der jährlich behandelten Herzpatienten nach Angaben von Chefarzt Schwalm auf 2500 steigen.

Ein Bleikäfig schirmt die Röntgenstrahlung ab

Für das neue Herz- und Gefäßzentrum waren umfangreiche Umbauten im rund 120 Jahre alten Altbau des Krankenhauses in Hermülheim erforderlich. Die ehemalige Intensivstation im ersten Obergeschoss wurde komplett entkernt und inklusive Technik neu aufgebaut. Der Herzkatheter-Messplatz befinde sich in einem „Bleikäfig“, der die Röntgenstrahlen abschirmt, erläutert Gesamtprojektleiter Patrick Eistert.

Um die Schwerlast des Monitorsystems tragen zu können, wurden acht Stahlträger in die Decke eingezogen. Ein Notstromsystem ermögliche es, das Herzkatheterlabor bei einem Stromausfall bis zu eine Woche lang zu betreiben. Chefarzt Schwalm hebt zudem hervor, dass es in dem Eingriffsraum viel Platz und Tageslicht durch große Fenster gibt. Das sei angenehmer für das medizinische Personal und die Patienten. „Üblicherweise liegen Röntgenräume tief im Keller“, so Schwalm.

Am Dienstag kommender Woche sollen in dem neuen Herzkatheterlabor des Herz- und Gefäßzentrums mit sieben fest angestellten Fachärzten die ersten Eingriffe vorgenommen werden.