Gleich zwei Brauchtumsfestivals mit bekannten kölschen Bands und Stars fanden am Samstag (5. September) in Hürth erfolgreich statt.
FestivalsSo ausgelassen feierten 8000 Musikfans in Hürth am Otto-Maigler-See und im Stadion

Spaß mit der Seifenblasen-Pistole hatten feiernde Fans im Stadion in Alt-Hürth.
Copyright: Oliver Tripp
Zwei Veranstalter mit zwei Festivals und Fokus auf die gleiche Musiksparte lockten am Samstag (5. September) insgesamt 8000 Menschen nach Hürth, die vor allem kölsche Mundartbands mit ihren Karnevalshits feiern wollten. In annähernd zeitgleichen Konzertveranstaltungen zählten die Funken Rot-Weiß aus Hürth-Gleuel bei der 28. „Kölschen Nacht“, die zum ersten Mal im Alt-Hürther Stadion stattfand, 3000 Gäste. Der Veranstalter und Betreiber des Otto-Maigler-Strandbades, Christoph Hausmann, konnte 5000 Musikfans bei der Premiere von „Jeck am See“ begrüßen, und zwar am alten Standort der Kölschen Nacht.

Das Festival „Jeck am See“ feierten 5000 Fans kölscher Schunkelmusik am Otto-Maigler-See mit einschlägigen kölschen Karnevalsbands.
Copyright: Oliver Tripp
Bekannte Bands hatten beide Veranstalter zu bieten. Die Höhner und die Räuber waren sogar bei beiden Festivals mit dabei. Bei der „Kölschen Nacht“ standen außerdem Cat Balou, die Bläck Fööss, Eldorado, der Männerchor „Grüngürtel-Rosen“ sowie der Entertainer und Musiker Guildo Horn auf der Bühne. Bei „Jeck am See“ waren die Paveier, Klüngelköpp, Miljö, Rabaue und Stadtrand dabei. Zum Feuerwerk über dem See spielte der Geiger Martin Guha.

So ganz in die Sparte kölsche Musik wollte Guildo Horn nicht passen, er begeisterte als brillanter Entertainer.
Copyright: Oliver Tripp
Mit annähernd gleichen Worten, unter dem Tenor „Tolle Stimmung, tolle Bands, tolle Location“, zeigten sich beide Veranstalter zufrieden. Der Vorsitzende der Funken, Frank Tesch, war stolz, das alte Stadion für Großveranstaltungen aus dem Dornröschen-Schlaf geweckt zu haben. Zuletzt habe nur ein Fußballspiel zwischen dem 1. FC Köln und einer Rhein-Erft-Auswahl im Jahr 2014 eine so große Zuschauermenge ins Stadion gelockt.
Hürth: Fans feierten ausgelassen im Kostüm zu Karnevalshits
„Allen Unkenrufen zum Trotz war Hürth heute Schauplatz zweier Großveranstaltungen und hat gezeigt, dass die Stadt dazu ausreichend Potenzial hat“, sagte Tesch. Bestimmt werde die „Kölsche Nacht“ im nächsten Jahr wiederholt werden.

3000 waren zur Kölschen Nacht der Funken Rot-Weiß mit kölschen Bands und Guildo Horn in das Stadion Alt-Hürth gekommen.
Copyright: Oliver Tripp
Neues Publikum erreichtAls Premiere sah Christoph Hausmann die Veranstaltung „Jeck am See“. Das Strandbad-Team habe die Veranstaltung mit Bühnenbau, Ton- und Lichttechnik und dem Ablauf aus eigener Kraft gestemmt. In der Organisation und Durchführung haben ihn Harald Müller und Jonas Pütz unterstützt. Per Social Media habe er auch ein ganz neues Publikum erreichen können. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagte er mit einem Schmunzeln im Hinblick auf zusammen 8000 begeisterte Karnevalsmusik-Fans. Das Geheimnis des Erfolges sehe er im Bemühen beider, ihre Veranstaltungen besonders gut vorzubereiten und zu bewerben.

Otto Maigler See: Die Höhner feierten die Fans hier auf der Bühne mit Palmen bei Jeck am See, sie spielten auch nur zweieinhalb Kilometer weiter im Hürther Stadion.
Copyright: Oliver Tripp
Ausgelassen Karneval feierten die Fans hier wie dort, viele waren im jecken Kostüm gekommen. Die Kölnerinnen Jenny und Winka fühlten sich bei „Jeck am See“ an das Kölner Sommerfestival am Tanzbrunnen, „Jeck em Sunnesching“, erinnert. Ohne Karnevalsmusik sei die Sommerpause zwischen den Sessionen doch allzulang, waren sich die Freundinnen einig. „Wir lieben den Karneval“, sagte Jenny. Im Stadion schunkelten Eva und Chantal ganz vorne vor der Bühne zu den Klängen ihrer Lieblingsband Eldorado. Sie sei Gardetänzerin bei den Hürther Husaren, beim Training laufe sowieso das ganze Jahr über Karnevalsmusik, verriet Eva. Dass Guildo Horn als Schlussact auftrete, finde sie ganz wundervoll.

Das Festival Jeck am See feierten 5000 Fans kölscher Schunkelmusik am Otto-Maigler-See mit einschlägigen kölschen Karnevalsbands.
Copyright: Oliver Tripp
Zwei Stunden später sah man die Freundinnen an gleicher Stelle wieder, diesmal rockte Guildo Horn mit seiner Band, den Orthopädischen Strümpfen, das Publikum mit Interpretationen von Schlagern wie „17 Jahr, blondes Haar“ oder „Tränen lügen nicht“. Da fehlte zum Schluss auch nicht sein Eurovision-Beitrag „Guildo hat euch lieb!“. Moderator Robert Greven belohnte ihn mit einem Orden der Funken.
Zwei Brauchtumsfestivals
Gleich zwei Brauchtumsfestivals mit bekannten kölschen Bands buhlten am Samstag in Hürth um die Gunst des Publikums. Bis 2025 hatten Strandbadbetreiber Christoph Hausmann und die Funken Rot-Weiß Gleuel die „Kölsche Nacht“ noch gemeinsam auf der Seebühne am Otto-Maigler-See organisiert. Hausmann hatte aber im Frühjahr vergangenen Jahres angekündigt, die Kooperation nach der 27. Auflage des Festivals nicht mehr fortzusetzen. Christoph Hausmann organisierte stattdessen sein eigenes kölsches Festival „Jeck am See“ und hielt am Termin zum Ausklang der Badesaison fest. Mit im Organisationsteam hatte er dabei auch den früheren Funken-Präsidenten Harald Müller, der die „Kölsche Nacht“ 1998 gemeinsam mit Hausmanns Onkel Erwin aus der Taufe gehoben hatte.
Die Funken mussten sich einen neuen Veranstaltungsort suchen und wurden im Alt-Hürther Stadion fündig. Dort fand die „Kölsche Nacht“ nun ebenfalls an ihrem traditionellen Termin statt. Vorausgegangen war ein längerer Abstimmungsprozess mit den Behörden, bei dem es unter anderem um Brandschutz, Sicherheit, Verkehr und Schallschutz ging – und um die Frage, wie der Rasen geschützt werden muss. Seit 2012 hatte es im Stadion keine Großveranstaltung mehr gegeben. Erst Anfang Juli unterschrieben Stadt und Funken den Nutzungsvertrag. (aen)

