180 Teilnehmende scheuten sich nicht, in das 3,5 Grad kalte Wasser zu steigen, viele hatten karnevalistische Accessoires dabei.
Otto-Maigler-SeeSo viel Spaß hatten die mutigen Teilnehmer beim Neujahrsschwimmen in Hürth

180 Teilnehmer hatten sich angemeldet - nacheinander tippelten sie ins Wasser - die einen kamen schon zurück ,da waren immer noch nicht alle im Wasser.
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Die Kaltschwimmer kamen am Neujahrsmittag aus allen Himmelsrichtungen. „Das wollte ich schon immer mal machen“, erzählte Katja Werheid-Schon. Immer aber seien die Neujahrsschwimm-Festivitäten einfach zu weit weg gewesen. „Als ich vor zwei Tagen jedoch gelesen habe, dass auch hier am Otto-Maigler-See ein Neujahrsschwimmen stattfindet, habe ich mich direkt angemeldet“, berichtete sie. Schließlich seien es für sie als Hürtherin ja geradezu perfekte Bedingungen, so nah der Haustüre an einem solchen Event teilnehmen zu können.

Katja Werheid-Schon wollte auf jeden Fall schwimmen - ihr Mann Achim Werheid schaute lieber zu.
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Auch Karoline Königsfeld vom Hürther Kinderschutzbund hatte sich riesig gefreut, als sie von der Neujahrsschwimmaktion am Otto-Maigler-See in der Zeitung gelesen hatte. „Da mache ich mit“, hatte sie sich gesagt. Ihr Lebensmotto lautet nämlich auch: Jedes Jahr was Neues. „Und bisher bin ich im Winter – am Neujahr - noch nie im See schwimmen gewesen“, sagte sie.
Nein, das Wasser ist mir viel zu kalt
Bettina Behnke und Oliver Petrenz kennen hingegen dieses Gefühl, in eiskaltem Wasser zu schwimmen, sehr gut. Erst an Weihnachten waren sie in Cottbus in einem See schwimmen, auf dem bereits Eisschollen trieben. „Dazu muss man auch ein bisschen verrückt sein“, sagte die 52-Jährige und ihr Freund nickte bestätigend. „Wir fahren ja sogar im Winter mit unserem Motorrad nach Norwegen.“
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Auch in einer langen Polonaise tanzten sich die Schwimmer warm.
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„Nein, das Wasser ist mir viel zu kalt“, wehrte hingegen Herbert Geiss jede Einladung für das Bad im kühlen Nass ab. Schwimmen im See bei diesen Temperaturen, das sei nichts für ihn. Tatsächlich war das Wasser arg kalt. Den Messungen des Veranstalters zufolge lag die Wasser-Temperatur in Ufernähe bei etwa 3,5 Grad – die Umluft bei knapp sechs Grad. Allerdings pfiff ein heftiger und eiskalter Wind über die Wasseroberfläche.
Hürth: Erlös des Schwimmens kommt dem Kinderschutzbund zugute
Als Inhaber aller 34 Deiters-Filialen hatte Geiss dieses erste Neujahrsschwimmen am Otto-Maigler-See mit gesponsert. Und gerne sei er auch gekommen, um sich die winterliche Schwimmaktion anzusehen. Die meisten Badegäste hatten sich sogar ziemlich lustig und originell kostümiert. So auch Michael Pütz vom Verein „Efferener Jungs“, Der Verein spendet sämtliche Erlöse ihrer Vereinsaktivitäten der Hürther Jugendarbeit. „Und heute gehe ich für unsere Hürther Pänz ins Wasser“, sagte Pütz wohlwissend, dass der Erlös der Neujahrsschwimmaktion im Otto-Maigler-See dem Kinderschutzbund der Stadt Hürth zugutekommt.
Bis gestern war hier der See auch mit einer dünnen Eisschicht bedeckt
Die Idee kam Strandbandbetreiber Christoph Hausmann erst vor etwa vier Wochen: „Lass uns doch einfach einmal mit Karneval ins neue Jahr startet“, hatte er auch dem Deiters-Inhaber vorgeschlagen. Dabei erhoffte er sich auch, Herbert Geiss für die Veranstaltung „Jeck am See“ am 5. September 2026 begeistern zu können. Und seine Idee ging auf. „Diese Location ist toll“, lobte Geiss. Auch die Zusammenarbeit gefalle ihm. „Da werden sicherlich noch einige gute Idee für schöne Veranstaltungen bei herauskommen“, kündigte er an. Allerdings, was das Schwimmen im See betrifft, da bevorzuge er einfach sehr viel wärmere Tage.
Mit einer Polonaise wärmten sich die 180 Teilnehmer auf
Christoph Hausmann hingegen mischte sich mutig unter die vielen bunt kostümierten Winterschwimmer. „Bis gestern war hier der See auch mit einer dünnen Eisschicht bedeckt“, merkten einige Gäste an. Viele schauten sich das Spektakel vom Ufer aus an. Und sie standen Spalier und klatschten Applaus, als die rund 180 angemeldeten Badegäste nach dem Aufwärmtraining nacheinander ins Wasser, und nach ihrem Badevergnügen zurück in die Umkleidekabinen liefen. Einige tauchten tatsächlich unter. Andere schwammen auch einige Züge. Wenige schwammen sogar weiter raus.
Es gab auch Teilnehmer, die nur mit den Füßen, andere nur bis zum Bauchnabel ins Wasser gingen. Doch Spaß hatten sie alle – und sie waren dabei, als in Hürth am Otto-Maigler-See eine neue Veranstaltung geboren wurde. Viele hoffen sogar auf eine Fortsetzung des Kostümschwimmens am Neujahrstag in 2027. Hausmann selber hatte sich auf Anfrage dazu zwar noch gar keine Gedanken gemacht, merkte aber spontan an: „Das kann ich mir durchaus vorstellen.“

