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Jugendfußball: Kein Licht am Ende des Tunnels

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Das Bild zeigt eine Fußballmannschaft, die mit in Mützchen eingenähten Lämpchen den Ball beleuchten.

Mützen mit eingenähten Strahlern erhellen zumindest das nähere Blickfeld der Fußballjunioren des 1. FC Alt-Hürth.

Der 1. FC Alt-Hürth muss im Winter wohl seinen Trainings- und Spielbetrieb einstellen

Unter der Flutlichtatmosphäre eines prall gefüllten Stadions ein wichtiges Fußballspiel zu begehen, ist für jeden Nachwuchskicker ein Traum, den er sich als Profi erfüllen möchte. Ebenso für die D-Jugend des 1. FC Alt-Hürth 2023, die im dritten Jahr des Vereinsbestehens ihre ersten Pflichtspiele in der 1. Kreisklasse absolvieren.

Für den Spielbetrieb sind die Jungs um den Trainer und Vereinsvorsitzenden Giuseppe „Pino“ Gabriele zwar noch nicht auf Flutlicht angewiesen. Doch mit dem Einsetzen der Winterzeit wird dem Nachwuchs im Trainingsalltag immer früher das Licht abgedreht, da die Spielstätte in Alt-Hürth keine Lichtquellen anbietet.

Ungewöhnliche Aktion

Um auf die Situation des Vereins hinzuweisen und Licht ins Dunkel zu bringen, setzte Gabriele kürzlich im Trainingsbetrieb des Nachwuchses eine Aktion zum Schmunzeln um. Über einen Sponsor erhielt die Alt-Hürther Jugend Mützen, die den Kopf nicht nur warm halten, sondern über kleine eingenähte Lampen zumindest das nähere Blickfeld der Spieler erhellten.

Die Kinder hatten bei dieser Aktion zwar sichtlich Spaß, dennoch wird sie keinen andauernden Mehrwert bieten können: Selbst einfache Trainings lassen sich mit dieser Hilfe nicht umsetzen, da die Verletzungsgefahr zu groß ist.

Eindringlicher Appell

Darum appelliert der Vereinsvorsitzende Gabriele an alle zuständigen Verantwortlichen der Stadt sowie die Anwohner, die sich in der Vergangenheit gegen eine mögliche Flutlichtanlage ausgesprochen hatten, eine gemeinsame Lösung zu finden: „Wir hätten gerne eine Alt-Hürther-Lösung, bei der wir im besten Fall im Winter unter Flutlicht auf Kunstrasen trainieren können. Ein kompletter Umbau des Stadions wäre der Traum, da es unsere Heimat bleiben soll. Jeglicher direkte Austausch, wie eine Perspektive aussehen könnte, blieb bislang mit der Stadt Hürth leider aus.“

Dem Gründungsvater des fußballerischen Projekts ist bei seiner Vorstellung schon bewusst, dass er den Fußball im Winter kurzfristig nicht in Alt-Hürth repräsentieren kann. Seine Annahme wird wenige Tage nach dem „Lampen-Training“ über eine ausgesprochene Platzsperre bestätigt, wodurch unter anderem die nächsten beiden Heimspiele nicht mehr durchgeführt werden können und selbst ein Training erst wieder in 2026 möglich sein sollte.

Winterfestigkeit schmerzlich vermisst

Zudem ist im Maßnahmenplan der Stadt Hürth zum einen kein winterfester Kunstrasenplatz und auch kein Flutlichtlicht vorgesehen, da das Stadion bislang nur für die Leichtathletik, Jugendfußballturniere sowie das Sportabzeichen genutzt wurde, für die, laut Angaben der Stadt, ein solches Paket nicht erforderlich war. Und auch für die weitere Zukunft sei aktuell nichts geplant, weil die Anlage künftig Teil des neuen Fitness- und Bewegungsparks wird und keine fußballspezifische Erweiterung erhalten soll.

Ausweichmöglichkeiten haben die Stadtverantwortlichen bislang mit dem beleuchteten Aschenplatz in Kendenich sowie in städtischen Sporthallen geschaffen und wollen zudem prüfen, welche weiteren geeigneten Spielstätten im Stadtgebiet künftig für den 1. FC infrage kommen könnten. Für die bisher geschaffenen Alternativen sind die Alt-Hürther Vereinsmitglieder der Stadt dankbar.

Fehlende Einbindung

Doch gerade mit Blick auf den entstehenden Fitnesspark bleibt bei Gabriele hartnäckig die Frage: „In dem Fitness- und Bewegungspark ist ein Bolzplatz vorgesehen. Warum spricht man nicht mit uns und stattet diesen so aus, dass wir zumindest im Winter auf einem Kunstrasen mit Flutlicht trainieren könnten? Mir fehlt die aktive Einbindung in die Entstehung des Bewegungsparks, in dem wir gerne ein Teil sein möchten.“

Und da der Verein gegründet worden sei, damit Fußballinteressierte des Stadtteiles nicht mehr in andere Ortsteile ausweichen müssen, stellt der Vorsitzende klar: „Unterschiedliche Spielstätten sind auf Dauer kein Zustand für einen Verein, der mit einer oder mehr Mannschaften am offiziellen Spielbetrieb des Fußball-Verband Mittelrhein teilnimmt. Darum ist der Platz in Kendenich für uns definitiv nur eine Übergangslösung. Ob die aktuellen oder neuen Jugendabteilungen in Alt-Hürth mit diesen Möglichkeiten bestehen können, bleibt abzuwarten – genauso, ob der Verein so auf Dauer überlebt. Das liegt nun in den Händen der Stadt Hürth und der Anwohner des Stadions.“