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StrukturwandelBürge-Zentrum in Kerpen-Buir für Naturschutz-Projekte gegründet

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Das Foto zeigt Menschen beim Pflanzen eines Baums.

Das Nabu-Team pflanzte als Dankeschön zunächst einen Apfelbaum vor dem evangelischen Gemeindehaus.

Das Projekt „MutZuRNatuRR“ erhielt den Initiatoren zufolge Fördergelder in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro.

Ein Besuch im Hambacher Forst mit Waldführer Michael Zobel und die Pflanzung eines Apfelbäumchen bildeten am Sonntag den Startschuss für das Projekt „MutZuRNatuRR“. Das Team mit Linus Platzer, Franziska Halbach, Mirjam Hippchen und Chris Heil bedankte sich mit dem Baum für die Aufnahme ihres Bürge-Büros im evangelischen Gemeindezentrum. Die Bezeichnung „Bürge-Büro“ ist angelehnt an den Bürgewald – heute den meisten als Hambacher Forst bekannt.

Als Folge eines langen Prozesses und als großen Erfolg schilderte die Nabu-Vorsitzende Dr. Heide Naderer das Projekt. Die Fördergelder des Bundes und Landes, rund 1,3 Millionen Euro, würdigten den Verdienst des Widerstandes gegen die Naturzerstörung durch den Braunkohleabbau und im Hambacher Forst. Das Zentrum lade ein, Naturschutz und Ökologie in der Region mitzugestalten und sich für eine friedliche Gesellschaft einzusetzen, da sei kein Platz für rechte Tendenzen, sagte Naderer. Sie bedankte sich bei Pfarrerin Irene Weyer für die Vermietung des Büroraumes im Gemeindehaus.

Kerpen: Neue Anlaufstelle für Ideengeber

Die Pfarrerin freute sich auf gute Zusammenarbeit – der Schutz der Schöpfung sei in der Präambel für die evangelische Gemeinde Düren festgeschrieben, die Mieteinnahme helfe, Räumlichkeiten und ehrenamtliche Arbeit der Gemeinde zu erhalten.

Die Buirer Landtagsabgeordnete der Grünen, Antje Grothus, erinnerte an die bereits historisch zu nennende Rolle, die das Gemeindezentrum als Raum zur Planung von Umweltprotestaktionen schon gespielt habe. Das rätselhafte Akronym „MutZuRNatuRR“ sei aus der Projektbeschreibung für den Förderantrag entstanden, erläuterte Projektleiter Linus Platzer. „Mehr Unterstützung in der Transformationsregion – Bürge-Zentrum für nachhaltige Entwicklung & Naturschutz im Rheinischen Revier“, sei schlicht zu lang für die Formularvorgabe gewesen.

Das Bürge-Zentrum soll zukünftig für alle eine Anlaufstelle sein, die Naturschutz, nachhaltige Entwicklung und einen zukunftsfähigen Strukturwandel mitgestalten wollen. Eine mobile Ausstellung zur Transformationsregion und zum Biotopverbund möchte das Team gestalten, die das Thema über den Standort hinaus in die Region trage, so Platzer.

Ein weiterer Schwerpunkt liege in der Umsetzung von Naturschutzflächen mit dem BUND, und der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt. In „Öko-Leuchtturmprojekten“ wollten sie aufzeigen, wie nach Ende der Braunkohleförderung natürliche Lebensräume gesichert werden können, unter Förderung der Biodiversität und nachhaltiger Entwicklung der Region.

Wer mitmachen möchte, den bittet das Projektteam, sich per E-Mail zu melden oder zur offenen Sprechstunde am 17. April von 15 bis 19 Uhr, zum runden Tisch am 29. Mai oder zum ersten Wildkräuter-Workshop am 12. Juni zu kommen.