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HauptausschussKerpener Erftlagune könnte bald wieder öffnen – noch fehlt der Ratsbeschluss

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Das Foto zeigt den Eingang eines Schwimmbads.

Aktuell ist die Erftlagune noch geschlossen (Archivfoto).

Der gemeinsame Antrag von CDU, Grünen und der BBK/UWG-Fraktion fand im Hauptausschuss eine Mehrheit.

Die Diskussion um die Erftlagune neigt sich dem Ende zu. Schon bald könnten sich die erhitzten Gemüter buchstäblich abkühlen – denn wenn sich das Abstimmungsverhalten der Fraktionen und Gruppen in der Ratssitzung am Dienstag, 30. Juni, nicht maßgeblich ändert, könnte das Schwimmbad zeitnah wieder öffnen.

In der jüngsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Feuerschutzausschusses standen sowohl ein Antrag der SPD als auch der gemeinsame Antrag von CDU, Grünen und der BBK/UWG-Fraktion zur Debatte. Dieser fordert zusammengefasst eine schnellstmögliche Öffnung der Erftlagune bis zum diesjährigen September. Danach soll das Bad vornehmlich als Schul- und Vereinsbad betrieben werden. Ob und in welchem Ausmaß die Erftlagune ab September für den Publikumsverkehr öffnen soll, liegt laut Antrag im Ermessen der Stadtverwaltung. Sie soll ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Der Antrag ist im Ratsinformationssystem der Stadt Kerpen einsehbar.

Kerpen: Zahlreiche Fragen zum Antrag

Es zeichnete sich zügig ab, dass die gemeinsamen Antragsteller einen unerwarteten Verbündeten in der AfD fanden. Unerwartet deshalb, weil die AfD angab, bei den finalen Abstimmungen zur Antragserstellung nicht mehr eingeladen worden zu sein. Weniger unerwartet war die Einstellung der Fraktion, die in der Sitzung mit drei Mitgliedern vertreten war. Denn einen Sparwillen hatte sie schon zuvor in der Debatte geäußert.

Auch die FDP hatte vor der Sitzung gegenüber der Redaktion angegeben, eher dem Antrag der CDU, Grünen und BBK/UWG-Fraktion zugetan zu sein. Man wolle sich entweder enthalten und wenn es notwendig sei, tendenziell für den genannten Antrag stimmen, sagte Wolfgang Pfeil, Vorsitzender der Ratsgruppe, vor der Sitzung. 

Die Piratin Alessa Flohe gab ebenfalls an, nicht zu den finalen Abstimmungen eingeladen gewesen zu sein, weshalb sich bei ihr „zahlreiche Fragen zum Antrag ergeben“ hätten. 

Runder Tisch Bäder sorgte für Diskussion

Daniel Dobbelstein (SPD) sah das ähnlich und kritisierte, der Antrag von CDU, Grünen und BBK/UWG-Fraktion enthalte zahlreiche Widersprüche. So sei etwa nicht erkenntlich, ob das Bad nun wirklich nur noch als Vereins- und Schulbad genutzt werde oder nun doch für den Publikumsverkehr öffne. Auch die Forderung nach einem runden Tisch sei obsolet, da dies ja bereits auf Antrag der Piraten beschlossen worden sei. Ob es dann zwei runde Tische geben solle, hieß es von der SPD. 

Heiner Funke (CDU) betonte hingegen, die Erftlagune sei ab September als Schul- und Vereinsbad zu betreiben und es sei darüber hinaus nach Personallage und Einschätzung der Verwaltung weiterhin möglich, das Bad für das breite Publikum zu öffnen. Auch solle der runde Tisch mit dem bereits beschlossenen runden Tisch zusammengeführt werden.

Am Ende gab es jedoch keine Gegenstimme für den CDU-, Grünen- und BBK/UWG-Antrag. FDP, Piraten und SPD enthielten sich. Letztere kündigten an, ihre Argumente noch mal zu sammeln und die Debatte im Rat fortzuführen. Die Antragsteller stimmten für ihren Antrag, ebenso die AfD und der Bürgermeister Thomas Jurczyk.

Der Bürgermeister bedankte sich nach der Abstimmung bei allen Beteiligten und betonte, dass es sehr erleichternd sei, dass nun ein Schritt in Richtung Haushaltsbeschluss getan sei. Die Stadt Kerpen hat nach wie vor keinen Haushalt. Maßgeblich hierfür ist der Disput um die Zukunft der Erftlagune. Der Rat wird den Haushalt voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 30. Juni, 17 Uhr, verabschieden.