Der Antrag enthält verschiedene Kernpunkte. Einer davon ist die schnellstmögliche Öffnung des Schwimmbads für die laufende Sommersaison.
Antrag für den RatCDU, Grüne und BBK/UWG einigen sich über Erftlagune in Kerpen

Die Erftlagune in Kerpen-Sindorf.
Copyright: Elena Pintus
Nun also ohne die SPD: Wie CDU, Grüne, BBK und UWG jetzt mitteilen, einigen sich die politischen Vertreter auf eine gemeinsame Linie zur Zukunft der Kerpener Erftlagune. Ein entsprechender Antrag wird dem Stadtrat am Dienstag, 30. Juni, zur Abstimmung vorgelegt.
„Uns war wichtig, die Diskussion aus der Sackgasse von ‚offen oder geschlossen‘ herauszuführen. Die Menschen erwarten zu Recht Lösungen und keine ideologischen Grabenkämpfe. Genau dafür steht dieser gemeinsame Antrag“, erklären Norman Franke und Ralph F. Löhr, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU.
Der Antrag enthält verschiedene Kernpunkte. Einer davon ist die schnellstmögliche Öffnung des Schwimmbads für die laufende Sommersaison. Das Bad ist derzeit geschlossen, weil die Stadtverwaltung laut eigenen Angaben ohne beschlossenen Haushalt kein weiteres Personal für den parallelen Betrieb von Erftlagune und Freibad einstellen kann.
Kerpen: Schwerpunkt liegt auf Schulen und Vereinen
Ab dem 1. September 2026 soll die Erftlagune zunächst schwerpunktmäßig als Schul-, Vereins- und Ausbildungsbad betrieben werden. Dadurch sollen zusätzliche Kapazitäten für Schulen, Vereine, Schwimmschulen, DLRG und Feuerwehr geschaffen werden. Gleichzeitig sollen öffentliche Schwimmangebote durch Spätschwimmen, Wochenendöffnungen und Ferienangebote weiterhin ermöglicht werden.
Diese Entscheidung soll die Schwimmausbildung den Fraktionen zufolge stärken. „Mehr Wasserzeiten bedeuten mehr Möglichkeiten für Schwimmkurse, insbesondere für Kinder und Nichtschwimmer“, erklärt Rebecca Neumann (BBK/UWG-Fraktion).
Durch die verringerten Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit soll der Haushalt entlastet werden. Weitere Sparoptionen sollen zudem geprüft werden, etwa Anpassungen der Eintrittspreise. „Wir dürfen die finanzielle Realität nicht ignorieren. Gleichzeitig wollen wir die Erftlagune erhalten. Beides zusammenzubringen war die eigentliche Herausforderung“, sagt Annika Effertz, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Zu sehen sind Vertreter der Fraktionsspitzen der Kerpener CDU, Grünen, dem BBK und der UWG.
Copyright: privat
Ein zentraler Bestandteil des Antrags ist die Einrichtung eines Runden Tisches Bäder. Dort sollen Politik, Verwaltung und weitere Beteiligte gemeinsam an einer langfristigen Zukunftsperspektive arbeiten. Zu einzelnen Themen sollen unter anderem Schulen, Vereine, Schwimmschulen, DLRG, Feuerwehr sowie weitere Fachleute eingebunden werden. Bereits innerhalb von zehn Tagen nach Ratsbeschluss soll die erste Sitzung stattfinden.
Einen Runden Tisch Bäder hatten auch die Kerpener Piraten angeregt und dafür im vergangenen Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur eine breite Zustimmung erhalten. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, über die zuständige Abteilung Bäder zeitnah zu einem ersten Treffen einzuladen– idealerweise vor den Sommerferien. Dem Runden Tisch sollen unter anderem belastbare Informationen zur finanziellen, baulichen und betrieblichen Situation der Kerpener Bäder zur Verfügung gestellt werden.
„Die beteiligten Fraktionen betonen abschließend, dass der Antrag ausdrücklich keine ersatzlose Schließung der Erftlagune vorsieht“, sagt David Held (BBK/UWG-Fraktion). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Heiner Funke ergänzt: „Wir müssen die ökonomische Realität – es drohen erhebliche Grundsteuererhöhungen, von denen alle Bürgerinnen und Bürger 2027/2028 betroffen sind – im Auge behalten, auch wenn es politisch unbequem ist.“
