Auf einen Kompromissvorschlag zum künftigen Betrieb des Schwimmbads konnte sich die Politik bisher nicht einigen.
„Politische Nebelkerzen“Diskussion um Erftlagune in Kerpen nimmt kein Ende

Die Erftlagune in Kerpen-Sindorf ist aktuell vorübergehend geschlossen.
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Die Diskussionen um die Erftlagune nehmen kein Ende. Nun hat sich auch Torsten Bielan (SPD) geäußert. „Wer jetzt so tut, als habe in Kerpen niemand je von Schließung gesprochen, betreibt politische Nebelkerzen“, schreibt er in einem sozialen Netzwerk. Kurz zuvor hatten die Kerpener Grünen betont, im Gespräch sei lediglich eine Teilschließung der Erftlagune. Das Schwimmbad könnte entweder nur noch als Schul- und Vereinsbad genutzt werden, wie es die CDU angedacht hat, oder nach einem Kompromissvorschlag der BBK/UWG-Fraktion zusätzlich dazu noch in den Abendstunden und an einem Tag an den Wochenenden für den Publikumsverkehr öffnen.
Einigen konnten sich die Fraktionen darauf jedoch nicht, da die SPD nicht zustimmte. BBK und UWG bedauern dies laut eigenen Angaben: „Der von Rébecca Neumann vorgeschlagene Kompromiss hätte die Möglichkeit geboten, die Erftlagune weiterhin zumindest eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten, Fachpersonal zu sichern und gleichzeitig den finanziellen Herausforderungen Rechnung zu tragen, und er hätte einen Mehrwert für die Kerpener Bevölkerung bedeutet, ohne kurzfristig unüberschaubare Fakten zu schaffen.“ Weiter ist zu lesen: „Anstatt sich in der Mitte zu treffen, begibt sich die Politik in Grabenkämpfe, in denen entweder alles oder nichts im Raum stehen. Im Sinne der Kerpener Bevölkerung ist dies sicher nicht.“
Kerpen: Erftlagune ist ein Minus-Geschäft
Die SPD hatte nach interfraktionellen Gesprächen jedoch angekündigt, die aus ihrer Sicht mögliche Schließung der Erftlagune sei eine „rote Linie“, die sie nicht überschreiten könne. Bielan betont: „Ja, die Erftlagune kostet Geld. Nach der derzeit greifbaren Zahlenlage stehen rund 683.000 Euro Erträgen mehr als 3,75 Millionen Euro Aufwendungen gegenüber, also ein Defizit von ungefähr 3,15 Millionen Euro. Aber gerade deshalb braucht Kerpen eine ernsthafte Debatte und keine semantischen Taschenspielertricks.“
Mit einer Entscheidung zur langfristigen Nutzung der Erftlagune rückt auch der Haushaltsbeschluss in greifbare Nähe – und damit könnte auch die vorübergehende Schließung des Bads in der Sommerzeit wegen fehlender personeller Kapazitäten in der vorläufigen Haushaltsführung aufgehoben werden. Es soll dann, so die Idee von CDU, Grünen und BBK/UWG, bis September noch im üblichen Betrieb laufen.
Derweil nutzt die städtische Verwaltung die Zeit der vorübergehenden Schließung des Bads augenscheinlich gut. Der Redaktion liegt ein Schreiben vor, in dem zu lesen ist, die Verwaltung lasse dort aktuell Revisionsarbeiten vornehmen. Diese stünden eigentlich im Herbst an, würden nun aber im ohnehin schon geschlossenen Bad vorgenommen. Auch die Grenzwertüberschreitung bei der letzten Beckenwasseruntersuchung zu Legionellen sei ein weiterer Grund, die Desinfektion kurzfristig durchzuführen. Es sei notwendig, die Wasserspeicher zu desinfizieren und das Wasser auszutauschen. Darum könne vom 9. Juni bis zum 21. Juni kein Schulschwimmen stattfinden.

