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45 Künstler dabeiDiese Motive bei der Kerpener „Tattoo-Convention“ gehen unter die Haut

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Das Foto zeigt den Tätowierer beim Stechen eines Motivs auf dem Oberschenkel einer Besucherin.

Kiare Schlicker nutzte den Besuch für die Umsetzung eines neuen Motivs bei Tätowierer Yevhen Medvedev.

Auch der Bauer aus dem Kerpener Karnevals-Dreigestirn suchte in der Jahnhalle nach einem neuen Motiv. 20 Tattoo-Studios waren vertreten.

Der amtierende Bauer des Dreigestirns der Kolpingstadt, Matthias Goltz, hatte zur Tattoo-Convention in der Jahnhalle seine Frau Madeleine und die Töchter Miriam und Michelle mitgebracht. Gemeinsam begab sich die Familie auf die Suche nach einem Motiv, das zukünftig die Haut des Ehemannes und Vaters schmücken kann. Goltz ist kein Neuling, was das Stechen angeht. Auf dem linken Bizeps zeigte er sein bislang einziges Bildwerk vor, ein Porträt seiner Frau.

Am Stand eines Stuttgarter Tattoo-Studios stellte Katharina, die Managerin einer Arbeitsgemeinschaft von polnischen und russischen Tätowierern, der Familie ein Motiv auf einem Tablet zur Diskussion. Es war die Figur eines bulligen Space-Marines in voller Rüstung aus dem Spiel „Warhammer 40 K“. Matthias Goltz zeigte sich als Fan des Wargames: Es zeige eine dystopische Welt in ferner Zukunft, und es spiegele recht düster schon heutige Verhältnisse wider, erklärte Goltz. Das Motiv gefalle ihm schon mal, aber er wolle noch weiter schauen.

Kerpen: Das Abbild einer Tarotkarte ziert jetzt den Oberschenkel

„Du musst dich bald entscheiden, so ein Tattoo braucht ja seine Zeit“, drängte ihn seine Tochter Michelle. Noch belegte die Liege aber die 25-jährige Kiare Schlicker. Ihr neues Tattoo, das Abbild einer Tarotkarte auf dem Oberschenkel, sollte bald fertig sein.

Für Leute, die ersten Kontakt zu Tätowierern suchten, sei die Tattoo-Convention wie geschaffen, sagte der Veranstalter von einer Koblenzer Eventagentur, in der Szene bekannt als „Tattoo Buddy“. 45 Künstler aus 20 Studios in ganz Deutschland habe er in der Kerpener Jahnhalle versammelt. Sie teilten sich in solche auf, die sofort an die Arbeit mit neuen Kunden gehen würden, und andere, denen es vor allem um Auszeichnungen und Preise gehe.

Künstler wie diese arbeiteten das ganze Wochenende viele Stunden lang an einem Motiv. Unter ihnen fand sich der Brühler Tätowierer Denis Titarev mit Kirill Waitz, seiner lebenden Leinwand aus Wesseling. Bereits zwei dritte Plätze habe Titarev bei ähnlichen Wettbewerben in der Kategorie „realistische Darstellungen“ mit seiner zeichnerischen Arbeit auf seinem linken Bein geholt, erzählte der 42-Jährige, zuletzt für die Gestalt des Meergottes Poseidon auf dem Oberschenkel.

An diesem Wochenende wolle Denis Titarev das Gemälde um die Tochter Poseidons namens Euadne auf dem Unterschenkel ergänzen. „Ich liebe das Meer“, sagte Kirill Waitz. Wenn auf dem linken Bein kein Platz mehr sei, bleibe ja noch das andere, und bald werde er auch im Winter mit kurzen Hosen unterwegs sein können, ohne dass es weiter auffalle, scherzte der Ukrainer.