Bürgerinnen und Bürger können anonym in einem Beteiligungsportal melden, wo sich diese Orte befinden und warum sie bei ihnen Angst auslösen.
Online-BeteiligungStadt Kerpen bittet Bürger, unsichere Orte zu melden

Unterführungen, Brücken oder auch Parkhäuser werden oft als Angsträume wahrgenommen, wenn sie nicht gut ausgeleuchtet sind (Symbolfoto).
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Die Kerpener Stadtverwaltung möchte von ihren Bürgerinnen und Bürgern wissen, ob es Orte im Stadtgebiet gibt, an denen sie sich unwohl fühlen. Solche Orte, die unter anderem als Angsträume bekannt sind, können aus unterschiedlichen Gründen für Unwohlsein bei Passantinnen und Passanten sorgen: Etwa weil sie schlecht ausgeleuchtet oder abgelegen sind oder weil sie wenig Ausweichmöglichkeiten bieten.
Bürgerinnen und Bürger können nun anonym in einem Beteiligungsportal melden, wo sich diese Orte befinden und warum sie bei ihnen ein Unwohlsein oder sogar Angst auslösen. Die Umfrage läuft voraussichtlich noch bis zum 30. Juni. Ziel der Beteiligung ist es der Stadtverwaltung zufolge, Schwerpunkte von Räumen mit Missständen zu erkennen, mögliche Ursachen zu erfahren und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten.
Kerpen: 125 Meldungen nach zwei Tagen
In den ersten zwei Tagen der Freischaltung sind bereits 125 Meldungen eingegangen. Dies ist öffentlich auf der Webseite der Umfrage einsehbar. Unter anderem meldeten hier Menschen etwa den Bereich rund um den Lidl an der Hahnenstraße, weil sich dort viel Leerstand und Schmutz befinde.
Auch mehrfach genannt wurden bisher der Sindorfer und der Horremer Bahnhof, die verschmutzt seien und von Vandalismus geprägt. Zudem hielten sich hier häufig Menschen auf, die bei anderen Menschen für Unsicherheit sorgten, wie etwa Wohnungslose und Konsumenten von Betäubungsmitteln. Aber auch schlechte Beleuchtung oder hohe Fahrzeuggeschwindigkeiten in Tempo-30-Zonen wurden bereits gemeldet.
Die Kerpener Gleichstellungsbeauftragte Sahra-Schirin Vafai weiß, warum gerade für Frauen Angsträume im Alltag ein Problem sein können. „Viele Frauen sind mit ihren Kindern unterwegs, die sie zur Schule oder zum Kindergarten bringen“, sagt sie. Gerade die Frauen, die sich vielleicht kein (zweites) Auto leisten können, weil sie finanziell schlechter gestellt sind, müssen dann mit dem ÖPNV oder mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen.
„Es ist daher wichtig, Angsträume im Stadtgebiet zu mindern, damit sich auch Frauen sicher fühlen“, führt sie aus: Zudem sei Kerpen eher ländlich geprägt, sodass sich hier zahlreiche eher einsame Orte, die womöglich Angst machten, fänden. Selbstredend können auch andere Menschen sich an solchen Orten unwohl fühlen.
An der Umfrage teilnehmen können Menschen über einen Link.
