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Serie „Mein Lieblingsplatz“Thomas Lämmle genießt die Natur am Parrig in Kerpen

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Das Foto zeigt einen Mann, der sich auf eine Bank lehnt.

Die Geräusche des Waldes, aber auch das Rauschen der nahen A 61 prägen den Lieblingsplatz des Gitarristen Thomas Lämmle auf der alten Bank am Wegekreuz in der Nähe des Neffelbachs.

In unserer Serie „Mein Lieblingsplatz“ stellt heute Thomas Lämmle die Bank am Wegekreuz aus dem Jahr 1938 am Rande des Naturschutzgebietes Parrig vor.

Eine Gitarre habe er noch nie zur verwitterten Bank vor dem Sockel des Wegekreuzes aus dem Jahr 1938 am Rande des Naturschutzgebietes Parrig mitgebracht, versichert Thomas Lämmle. Den ganzen Tag höre er Instrumentenklänge in seiner Musikschule, selbst die Wochenenden seien mit ihren Auftritten in verschiedenen Ensembles geprägt von Musik – nicht so dieser Ort. „Hier genieße ich das Rauschen des Windes, die Klänge des Waldes und Vogelgezwitscher – das sonore Surren von der nahen A 61 kann ich sehr gut ausblenden“, sagt der Gitarrist.

Kerpen: Das Glück erst in der Ferne gesucht

An diesem warmen Juliabend weht ein kühler Wind durch die Baumwipfel am augenscheinlich abgeschiedenen Ort. Ein grüner Mülleimer mit sichtlicher Schlagseite und bunten Graffiti zeugt von lauterem Besuch an der Holzbank. Die zeigt sich an diesem Abend menschenleer.

Seit Jugendtagen komme er, der in Kerpen groß geworden sei, immer wieder, oft allein, zu Fuß oder mit dem Fahrrad an seinen Lieblingsplatz im Wald. Schon der Weg her führe vorbei an Feldern und Weiden, eben der typischen Landschaft seiner Heimat. Ein Wort, mit dem er sich immer schwer getan habe, weil er lange glaubte, das Glück auch in der Ferne suchen zu müssen. Erst allmählich und erst recht jetzt, da er kürzlich 60 Jahre alt geworden sei, könne er die Landschaft als „schön“ empfinden und als Heimat akzeptieren.

Das Foto zeigt einen Mann von hinten, der auf eine Weide schaut.

In der Heimat ankommen kann Thomas Lämmle beim Blick in die Landschaft am Rande des Naturschutzgebietes Parrig mit Feldern und Rinderweiden und das einmal ohne Musik.

Immer wieder sei die Bank das Ziel gewesen, nach langen Fußmärschen aus Trauer um die verlorene Mutter oder seinen vor wenigen Jahren plötzlich gestorbenen Freund aus Jugendtagen, Oliver Heuer, der Kopf der Sindorfer Band Sweet William. Von der Bank aus blickt Thomas Lämmle auch ins Heute und die nahe Zukunft.

Da denkt er als Vorsitzender der Jazz & Rock Stage Sindorf e. V. über das Ende des Vereins nach, die nach Gründung mit begeisterten Musikfreunden über Jahrzehnte viele berühmte Jazzer aus Übersee und Deutschland ins kleine Sindorf geholt hatten. Nachdem kein zweiter Vorsitzender und Kassierer mehr zu finden gewesen sei, hätten die Mitglieder das Ende beschlossen. „Wie so oft in Vereinen, haben einige wenige über Jahrzehnte die ganze Arbeit gemacht“, sagt er. Noch einmal, so wie früher, die Konzerte als Alleinkämpfer zu organisieren, darauf habe er keine Lust mehr.

Da konzentriere er sich neben dem Musikschulbetrieb lieber auf das Spiel in den eigenen Bands. Für das „Noroc“-Trio – Noroc heiße auf Moldawisch so viel wie Prost – schreibe und singe er eigene Texte, in denen er Biografisches verarbeite, zu Kompositionen, die mit Schlagzeuger Jürgen Knaup und Sascha Solbach am E-Bass entstehen würden. Blues spiele er mit den Texas Playboys, Jazzgitarre im Trio. Und da gebe es noch die Duos, das Liederbuch mit der Sängerin Sandra Baghdadi und das mit Sängerin Veronika „Hugi“ Nemeth mit regelmäßigen Konzerten im Kerpener „Hugis Bistro“.

Erst kürzlich habe ihn der Jazzgitarrist Frank Wingold zur regelmäßigen Runde von Musikern eingeladen, die sich dem „Blue Grass“ widmeten. Während der Professor dort Banjo spiele und singe, spiele er als Neuling des Genres nach Gehör mit. Das sei für ihn eine ganz neue Erfahrung: „Blue Grass ist wie eine andere musikalische Sprache.“