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OldtimertreffenZeitreise in noblen Karossen auf Schloss Loersfeld in Kerpen

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Das Bild zeigt zwei Oldtimer vor Schloss Lörsfeld.

Zum Trips-Treffen hatte Hausherr Thomas Bellefontaine mit Unterstützung der Trips'schen Stiftung und der Scuderia Colonia alle Besitzer von Oldtimern eingeladen.

Beim Trips-Treffen auf Schloss Loersfeld sorgten seltene Oldtimer, Rennwagen und persönliche Geschichten für Aufmerksamkeit.

Kühlerhaube an Kühlerhaube hatten die beiden ältesten Autos gleich zwischen Springbrunnen und Treppenaufgang zum Schloss Loersfeld in Kerpen geparkt. Es war der Packard 1001 aus dem Jahr 1933 des Sindorfer Oldtimersammlers Meinrad Feldhoff und der 1928 gebaute Graham Paige 610 des Hürthers Günter Undorf mit seiner Partnerin Anna Maria Eichler – zwei amerikanische Luxusautos in historischer Kulisse.

Für 400 bis 500 Dollar habe man damals einen Ford T kaufen können, was dem Jahreslohn eines Ford-Facharbeiters entsprochen habe, erzählte Meinrad Feldhoff. Der Packard habe damals je nach Ausstattung ab 4500 Dollar gekostet, „ein Auto für die hohen Herrschaften“. Er selbst habe das gut erhaltene Auto im Originalzustand im Jahr 2008 in Los Angeles Anaheim noch günstig kaufen können, heute sei es unbezahlbar. Den Kühler ziere übrigens die „Goddess of Speed“.

Ein Figur in Chrom ziert das US-Luxusauto Packard 1001.

Die Goddess of Speed ziert das US-Luxusauto Packard 1001.

Es ist eine stilisierte, dahin eilende Frauenfigur in Chrom, die mit vorgestreckten Händen eine Achse mit aufgestecktem Reifen hält. Die „Goddess of Ecstasy“, die Kühlerfigur seines blauen Rolls Royce Cabriolet Silver Cloud III, fuhr hingegen Hermann Memmersheim spazieren. Ob sie mit ihrem „Brot-und-Butter-Auto“, dem roten Kadett C von 1974, wohl fehl am Platze seien, bei all den feinen Autos zum Trips-Treffen an Schloss Loersfeld, das hatte sich das Bergheimer Ehepaar Kostasch gefragt.

Aber nein, vielmehr hätten sie neugierige Wertschätzung erlebt, schilderte Willy Kostasch. „So ein Kadett war eben ein Auto, das wir uns leisten konnten, als wir damals unseren Führerschein gemacht haben“, erzählte Ehefrau Christine. Vor elf Jahren hätten sie das Auto mit einer Riesenkiste voller Ersatzteile gekauft. Bei geöffneter Motorhaube zeigte der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker Willy Kostasch, wie er mit wenigen Handgriffen den Luftfilter wechselt.

Das Bild zeigt einen Mann mit seinem blauen Rolls Royce Kombi Silver Shadow III.

Mit seinem blauen Rolls Royce Kombi Silver Shadow III fuhr Hermann Memmersheim vor.

 Mit einem „ersten Trips-Treffen“ an Schloss Loersfeld habe er noch einmal an die drei Jahre zuvor eingestellten Graf-Berghe-von-Trips-Gedächtnis-Fahrten anknüpfen wollen, sagte Hausherr Thomas Bellefontaine. Die einst vom verstorbenen Josef Krings und dem Heimatverein durchgeführten Fahrten seien wegen Personalmangels und heutigen Auflagen leider nicht mehr durchzuführen, bedauerte Bellefontaine.

Unterstützung bei der Durchführung des Treffens leisteten ihm die Trips’sche Sportstiftung und die Rennfahrergemeinschaft Scuderia Colonia. Einen Formel-I Rennwagen, einen Ferrari 312T2, den Niki Lauda noch kurz vor seinem schweren Unfall im Jahr 1976 im gleichen Autotyp gefahren hatte, stellte die Trips-Stiftung als Leihgabe der Kölner Methusalem-Racing aus.

Das Bild zeigt einen Mann mit seinem roten TVR, Baujahr 1967, der einmal Roger Moore gehört haben soll.

Nils Ruwisch hatte seinen roten TVR, Baujahr 1967 mitgebracht, der einmal Roger Moore gehört haben soll.

Der Rennsport-Autor Thomas Födisch führte durch die Trips-Ausstellung im grünen Salon des Schlosses mit persönlichen Dingen des Rennfahrers. Norbert Schlömer präsentierte einen Film zum Leben des Grafen. Rund um die Scuderia-Colonia-Präsidentin Elke Hesseler präsentierte sich der Rennfahrernachwuchs mit dem 13-jährigen Kartfahrer Niclas Grutz auf Suche nach Sponsoren. Im Lager des Kerpener Kartklubs traf man auf das junge Karttalent Levi Geier. Eine Kartsaison mit Höhen und Tiefen habe sein Sohn dieses Jahr erlebt, schilderte der Vater Alex Geier.

Scuderia Mitglied Nils Ruwisch hatte seinen roten TVR mitgebracht, ein Modell von 1967 des britischen Auto-Enthusiasten Trevor Wilkinson, verkauft als Selbstbaukasten, um die britische Fertigautosteuer zu vermeiden. Der rote Flitzer soll einmal Roger Moore gehört haben. Fotos aus den Unterlagen des Vorbesitzers mit dem James-Bond-Darsteller und genau diesem Auto ließen gar keinen Zweifel zu, so Nils Ruwisch.