Die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume an der Willy-Brandt-Gesamtschule ist nach mehr als drei Jahren abgeschlossen.
Nach WasserschädenWilly-Brandt-Gesamtschule in Kerpen: Neue Räume für Bio und Chemie

Die neuen Räume für den Unterricht in den Naturwissenschaften in der Kerpener Gesamtschule sind fertig.
Copyright: Willy-Brandt-Gesamtschule
Ein Blick durch das Mikroskop, Versuche mit dem Bunsenbrenner oder der Doppelspaltversuch: Mit Fächern wie Biologie, Chemie und Physik können Schülerinnen und Schülern die ersten Schritte machen, um sich naturwissenschaftlichen Methoden zu nähern. Das Lernen ist aber oft voraussetzungsvoll, auch in Bezug auf Ausstattung und Räumlichkeiten.
Eine gute Nachricht vermeldete nun die Willy-Brandt-Gesamtschule: Nach mehr als drei Jahren sind die aufwendigen Sanierungsarbeiten in einem Gebäudetrakt abgeschlossen. Die Schülerinnen und Schüler können also künftig in naturwissenschaftlichen Räumen lernen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen.
Hintergrund der Sanierung
Nötig war die Sanierung wegen Wasserschäden in den Sommerferien im Jahr 2023. Nach heftigen Regenfällen war wegen eines undichten Dachs Wasser in den Trakt eingedrungen, in dem der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern und in Musik stattfindet. Die Schäden betrafen auch die naturwissenschaftlichen Sammlungen, eine Komplettsanierung war nötig.
Die Lehrerinnen und Lehrer berichteten damals von Schwierigkeiten, beispielsweise im Fach Chemie. Den Laborführerschein zu machen, um den sicheren Umgang mit Gashähnen und Brennern zu lernen, sei damals wegen der gesperrten Räume nicht möglich gewesen. „Die materielle Situation behindert uns sehr“, hatte eine Lehrerin gegenüber der Tageszeitung erklärt. Die Lehrkräfte versuchten, aus der Not eine Tugend zu machen und kreative Lösungen zu suchen, etwa mit Exkursionen oder mit Versuchssimulatoren auf einem Tablet.
Trotzdem bekamen die Schülerinnen und Schülern die Schäden zu spüren. „Mit den alten Mikroskopen kann man kaum etwas erkennen, unsere Messer sind stumpf. Und jetzt ist das meiste auch noch kaputt“, hatte damals eine Schülerin gegenüber der Redaktion erklärt, die einen Biologie-Leistungskursus absolvierte.
Die Schülerinnen und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule setzten damals ein Zeichen dafür, wie wichtig ihnen das Lernen war. In einem Sponsorenlauf sammelten sie mit jedem gelaufenen Kilometer Spenden für die Ausstattung der Naturwissenschaftsräume.

Auch die Ausstattung ist modern.
Copyright: Willy-Brandt-Gesamtschule
Nun konnten die neuen Fachräume gemeinsam mit den Fachschaften und Elternvertretungen, Politikern und dem Bürgermeister der Stadt Kerpen, Thomas Jurczyk, eingeweiht werden. Wie die Schule in einer Meldung berichtet, lobte der Bürgermeister nach der Führung durch die Räumlichkeiten: „Die Sanierung ist ein gutes Beispiel dafür, dass aus etwas Schlechtem etwas Gutes entstehen kann.“
In der Gesamtschule gebe es jetzt zwei multifunktionale Raumtypen, die je nach Unterrichtsfach unterschiedlich genutzt werden können. „Sie sind nach den neuesten didaktischen Methoden konzipiert und hochmodern ausgestattet: mit Anschlüssen für Strom und Gas, die sich aus der Deckenkonstruktion hinunterfahren lassen, eigenen Arbeits- und Experimentierflächen an den Tischen oder in Stehhöhe an der Seite des Raumes und digitalen Tafeln mit WLAN-Anschluss“, heißt es in der Mitteilung der Schule. Auch Mikroskope, Wärmeplatten oder Messinstrumente sind neu, ebenso wie ein mobiler Rauchabzug, der Versuche mit Gasen möglich macht.
Noch seien die neuen Schränke für die Sammlungen aber nicht vollständig gefühlt. Es würden nach wie vor Materialien aus den Bereichen Optik, Elektronik, Ökologie und Evolution fehlen.
Da es sich bei dem Schaden um einen Versicherungsfall handelt, sei die Stadt Kerpen mit einem mittleren sechsstelligen Betrag in Vorleistung gegangen, um die Arbeiten nicht zu verzögern.
Schulleiterin Andrea Gurdon dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen drei Jahren: „Als MINT-Schule ist es uns wichtig, dass unsere Schülerinnen und Schüler in einer fortschrittlichen Umgebung experimentieren und lernen können.“ (rag)
