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KunstTage Rhein-Erft36 Kunstschaffende zeigen 750 Werke in der Abtei Brauweiler in Pulheim

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Aufd em Bild ist eine Skulptur an der Abtei Brauweiler zu sehen.

Die 38. KunstTage Rhein-Erft in der Abtei Brauweiler zeigen über 750 Arbeiten. Wimbai Ngoma aus Zimbabwe arbeitet seine Figuren von Hand aus Serpentinstein – ganz ohne Maschinen.

Die gezeigte Bandbreite reicht von Malerei, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Installationen sowie Textil- und Papierkunst. 

Wie kann man das Unhörbare sichtbar machen? Ein Ansatz dafür zeigt René Dietlé mit seiner Arbeit „433 I Gezeichnete Stille“, zu sehen am Wochenende bei den 38. KunstTagen Rhein-Erft in der Abtei Brauweiler. Dietlé orientiert sich an dem Musikstück „4'33"“ des Komponisten John Cage. Dessen Besonderheit ist, dass hier die Musiker nicht einen einzigen Ton spielen; so kann sich die Aufmerksamkeit der Zuhörenden ganz auf die Geräusche der Umgebung richten. Einen Ansatz, den René Dietlé konsequent in bildende Kunst umsetzt, indem er mit der Hand auf 433 leeren Blättern die Notenlinien zieht. Und so lässt sich schon auf den ersten Blick erahnen, wie viel Zeit, Ruhe und Konzentration in einer scheinbar leeren Seite stecken.

Auf dem Bild sind zwei Männer vor einem Bodenkunstwerk zu sehen.

Engelbert Schmitz von der Abteilung Kultur (links) und Künstler René Dietle betrachten einen Ausschnitt aus dem Kunstwerk „Atlas I 2020–∞“. Die gezeichnete Landkarte umfasst bereits über 600 Elemente und wächst jedes Jahr weiter.

Das Werk ist einer von zahlreichen Hinguckern der KunstTage Rhein-Erft, die 36 Künstlerinnen und Künstler aus der Region, aus dem deutschsprachigen Raum und dem Ausland nach Pulheim holen. Die gezeigte Bandbreite reicht von Malerei, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Installationen sowie Textil- und Papierkunst. Mehr als 750 Kunstwerke verwandeln die Abtei in eine großflächige Galerie, verteilt auf das Prälaturgebäude, den Kreuzgang, das Winterrefektorium und die Alfred-Biermann-Klause sowie den Prälaturhof und den Marienhof.

Auf dem Bild sind vier gegenständliche Malereien zu sehen.

Das Werk „Er kreist im ständigen Ringe“ von Willi de Vries verbindet altmeisterliche Maltechnik mit einer zeitgenössischen Bildsprache.

Pulheim: Feuer, Marmorstaub und Nähnadeln als künsterlisches Mittel

Es ist Tradition der KunstTage, immer wieder die Erwartungen der Betrachtenden zu unterlaufen. So hat die Künstlerin Brigitte Riester einen „ZeitStein“ aus recycelten Ausgaben der Wochenzeitung „Die Zeit“ geformt. Ebenfalls von René Dietlé ist der „Atlas I 2020–∞“, eine gezeichnete Landkarte mit bislang über 600 Elementen, die jedes Jahr ein Stück weiterwächst. Anke Leinhaas setzt Feuer für ihre Kunst ein: Ruß, Tusche, Marmorstaub, Wachs und Pigmente schaffen auf Papier feine, nahezu räumlich wirkende Bilder, die sich der steuernden Hand der Künstlerin entziehen.

Kunst vermittelt Gefühle und Gedanken, lässt uns als Betrachter an diesen teilhaben und drückt aus, was der Mensch oft nicht zu beschreiben vermag
Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreis

Frances Palgrave greift zur Nähnadel statt zum Pinsel und verbindet so Stoffe und Garne zu Kunstwerken. Mo Moeseler kreiert ein Brautkleid aus Aluminiumdraht. Wimbai Ngoma aus Simbabwe formt seine Figuren nur per Hand aus Serpentinstein, ganz ohne den Einsatz von Maschinen.

Auf dem Bild ist eine kleine Frauenfigur im Bikini zu sehen.

Die humorvolle Figuren des Brasilianer Valmons entstehen aus recycelten Eierschalen und spiegeln menschliche Eigenheiten.

Auch gemeinsame Projekte gehören zur Ausstellung. Unter dem Titel „Masse Macht“ untersuchen Jojo Eckhardt, Rolf Kuhlmann und Ljuba Stille die Frage, welche Wirkung Masse und Macht auf Menschen und Gesellschaft haben können.

Auf dem Bild ist eine Gruppe kleiner Skulpturen zu sehen.

Ljuba Stille schnitzt ihre kleinformatigen Figuren von Hand aus Lindenholz und bemalt sie anschließend.

„Kunst vermittelt Gefühle und Gedanken, lässt uns als Betrachter an diesen teilhaben und drückt aus, was der Mensch oft nicht zu beschreiben vermag“, gibt Landrat Frank Rock den Besuchern mit auf den Weg. Das gilt auch für die jüngsten Gäste, für die das Keramion Frechen im „GVG Mini-Künstler-Atelier“ ein kunstpädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche vorbereitet hat. Eine Tanzperformance, die auf ausgewählte Kunstwerke abgestimmt ist, ergänzt die Veranstaltung.

Das kaethe:k Kunsthaus am Guidelplatz (gegenüber dem Eingang der Abtei) öffnet die Ateliers ihrer Künstlerinnen und Künstler ebenfalls. Dort können die Besucherinnen und Besucher den Künstlerinnen und Künstlern bei ihrer Arbeit begegnen.


Die KunstTage

Die 38. KunstTage Rhein-Erft, Abtei Brauweiler, Ehrenfriestraße 19, sind Samstag, 19. September, und Sonntag, 20. September, jeweils von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Jeweils 12 – 17 Uhr: „GVG Mini-Künstler-Atelier“ Museumspädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche durch das Keramion Frechen für Sie

Über die Tage verteilt: „Interaktive hochprofessionelle Ausdrucksperformance zu ausgewählten Kunstwerken an verschiedenen Standorten der Kunstausstellung von BAAL“

Gastronomie (Speisen und Getränke) vom „Lieblingsplatz“ wird im Wirtschaftshof angeboten.

Veranstalter ist die Abteilung Kultur des Rhein-Erft-Kreises. Unterstützt werden die KunstTage vom Landschaftsverband Rheinland, der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln, der GVG Rhein-Erft, dem Bauverein Erftstadt, der Stadt Pulheim, dem Freundeskreis Abtei Brauweiler, der Internationalen Kunstspedition Hasenkamp und der Westenergie AG.