Abo

TrilogiePulheimerin schreibt über das Unsagbare in der Psychotherapie

3 min
Eine Frau lächelt in die Kamera, sie hält zwei Bücher in ihren Händen.

Sie schreibt, worüber viele schweigen - Die Autorin Maja Ehrenbaum thematisiert in ihrer Trilogie die dunkle Seite der Psychotherapie.

Im Kern geht es um die Frage: Was geschieht, wenn  der Ort, an dem sich ein Mensch sicher fühlen sollte, selbst die Unsicherheit auslöst.

Ist es ein Thriller? Das rabenschwarze Cover mit ablaufender Sanduhr lässt darauf schließen und verursacht Gänsehaut. „Nein“, beruhigt die Autorin Maja Ehrenbaum und lächelt. „Das ist eher psychologische Belletristik.“ Aber ein Grund zum beruhigten Aufatmen ist es nicht. Die Pulheimerin hat eine Romantrilogie geschrieben über Nähe, Macht und Grenzen in der Psychotherapie.

Im Kern geht es um die Frage: Was geschieht, wenn ausgerechnet der Ort, an dem sich ein Mensch sicher fühlen sollte, selbst die Unsicherheit auslöst und Teil des Problems wird? „Manche Menschen ziehen sofort in einen ein, obwohl man ihnen nicht einmal bewusst die Tür geöffnet hat“, heißt es im Prolog. Es sind Romane über das Unsagbare, sie machen Lähmung und Hilflosigkeit spürbar, die in Therapiesitzungen entstehen können.

Pulheim: Krankenschwester in der Unfallchirurgie

Maja Ehrenbaum, das ist ihr Pseudonym, weiß, wovon sie schreibt. Sie kennt die Situation, war zudem viele Jahre als examinierte Krankenschwester in der Unfallchirurgie tätig. Die ausgebildete Schreib- und Bibliotherapeutin hat erlebt, was es bedeutet, wenn professionelle Nähe ihre Grenzen überschreitet. „Das Thema ist in einer Zeit, in der die psychotherapeutische Versorgung und auch Einsparungen wieder verstärkt diskutiert werden, sehr aktuell“, erklärt die Autorin.

Im Roman geht es um drei Frauen, zwei Therapien, eine gemeinsame Geschichte. Im ersten Band „Der Knopf und das Schweigen“ erzählt Maja Ehrenbaum die Geschichte aus Sicht der Therapeutin. Der zweite Band „Die Feder und das Festhalten“ wechselt zur Perspektive einer zweiten Therapeutin, die die Patientin Kelly Parel in ihrer Unsicherheit aufsucht. Den dritten Band der Trilogie schreibt die Autorin gerade. Er heißt „Die Masken und das Loslassen“ und gibt der Patientin selbst eine Stimme.

Ich möchte Mut machen, dabei auf die eigenen Gefühle zu hören und genauer hinzusehen
Maja Ehrenbaum, Autorin

Kelly Parel, die Patientin, trägt in den Romanen ein Kindheitstrauma in ihrer Seele. Ihr Gemütszustand ist labil. Sie will gefallen, „Nein“ zu sagen erscheint ihr fast unmöglich. Immer wieder fragt sie sich: „Liegt es vielleicht an mir?“ Kelly Parel gerät an eine Therapeutin, die sich ihr immer wieder aufdrängt, sie manipuliert. „Da stellt man sich doch die Frage, was macht eine gute und sichere therapeutische Beziehung überhaupt aus“, sagt die Autorin.

Keinesfalls will sie generell von einer Psychotherapie abraten. „Nein, aber ich möchte Mut machen, dabei auf die eigenen Gefühle zu hören und genauer hinzusehen“, sagt sie. Das Feedback vieler ihrer Leserinnen und Leser gebe ihr Recht. Die Erleichterung darüber, die Situation in der Therapie besser einordnen zu können, sei groß, bestätigt sie.

Die Autorin hat alle Buchcover selbst gestaltet, die Thriller-Elemente sind gewollt. Zu Beginn jedes Romans steht eine Trigger-Warnung. „Dieses Buch handelt von Kindheitstrauma, psychischer und physischer Gewalt und herausfordernden therapeutischen Beziehungen“. Maja Ehrenbaum erklärt: „Ich schreibe, worüber viele schweigen. Und ich mache die oft verstörende Unsichtbarkeit sichtbar.“

Die Romane von Maja Ehrenbaum „Der Knopf und das Schweigen“ sowie „Die Feder und das Festhalten“ sind im Selfpublishing-Verlag über Amazon erhältlich. Band drei der Trilogie „ Die Masken und das Loslassen“ erscheint im November.