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JugendprojektJunge Sprayer verleihen dem Pulheimer Bahnhof Farbe

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Jugendliche gestalten eine Wand mit bunten Farben.

Das Graffito wird in der Unterführung am Pulheimer Bahnhof angebracht. Am Freitag (24. Juli) soll es fertig sein.

Sechs Jugendliche gestalten die Unterführung mit einem selbst entworfenen Graffito. Der Entwurf ist in einem Workshop entstanden.

Grauer Beton weicht leuchtenden Farben: In der Unterführung am Pulheimer Bahnhof, Richtung Geyener Straße, entsteht derzeit ein großformatiges Graffito. Seit Montag arbeiten sechs Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren daran, einen Entwurf an die Wand zu bringen, den sie in den Osterferien entwickelt haben.

Begonnen hat alles mit einem zweitägigen Workshop in der Schule an der Jahnstraße in Brauweiler. Gemeinsam mit Graffiti-Künstler Christian Dünow lernten die Jugendlichen verschiedene Sprühtechniken kennen, entwarfen Schriften und beschäftigten sich mit Farben und Bildgestaltung.

Pulheim: Jugendliche entwickelten das Farbkonzept

Zum Abschluss des ersten Tages haben sie erstmals selbst zur Spraydose gegriffen. Auf einer fünf Meter breiten und zwei Meter hohen Folie haben sie ein Probestück gestaltet, schildert Christa Stankewitz, Abteilungsleiterin im städtischen Jugendamt, die den Workshop begleitet hat. Aus mehreren Buchstabenentwürfen entstand nach und nach das sechs Meter breite und fünf Meter hohe Motiv. Auch das Farbkonzept hätten die Jugendlichen selbst entwickelt.

„Schon am ersten Tag war klar, dass wir das Wort Pulheim sprühen möchten“, berichtet Christa Stankewitz. Das Ergebnis sei sehr farbenfroh, es passe hervorragend in die Unterführung. Der Entwurf erfülle die Vorgaben des von der Politik beschlossenen Kriterienkatalogs. Er enthalte keine versteckten Botschaften, das Wandbild eigne sich sehr gut für einen Ort, den viele bislang als Angstraum empfänden, so Christa Stankewitz.

Der Entwurf des farbenfrohen Graffitos.

So soll das Graffito aussehen.

Bis die Jugendlichen mit dem Sprayen beginnen konnten, mussten sie einige Vorarbeiten erledigen. Sie haben Aufgaben verteilt und Arbeitsschritte abgestimmt. Um sauber arbeiten zu können, klebten sie zuvor die Konturen der Buchstaben ab. Für den geschwungenen Buchstaben „H“ haben sie eigens eine Schablone angefertigt und die Umrisse mit Bleistift auf die Wand gezeichnet.

Die Jugendlichen brachten dabei keine großen Vorkenntnisse mit. „Ein Mädchen hat schon mal in einem Graffiti-Projekt mitgemacht. Ein oder zwei haben mal zu Hause in der Garage auf ein Holzbrett gesprüht haben“, schildert Christian Dünow. Ein Problem sei das nicht gewesen. „Das ist eine sehr fitte Gruppe, ich kann ihnen sehr viel an Techniken zeigen, sie sind sehr offen dafür, und setzen den Entwurf sehr akkurat um.“

Für den 43-jährigen Grafikdesigner, langjährigen Graffiti-Künstler und Kunstlehrer steht nicht die klassische Graffiti-Ästhetik im Mittelpunkt. „Es war uns wichtig, dass wir hier nicht eine reine Jugendkultur bedienen, sondern alle Menschen in Pulheim mitnehmen.“ Die Jugendlichen sind von dem Workshop begeistert. Sie hätten sehr viel über das Thema gelernt, verrieten zwei Jungen in einer kurzen Pause. Sie wollen in jedem Fall mit dem Sprayen weitermachen.


Vorgaben für Graffiti

Eigentlich sollte ein Graffito die Unterführung am Pulheimer Bahnhof schon seit vergangenem Jahr schmücken. Allerdings befürchtete die Stadtverwaltung, dass der Entwurf, der ebenfalls in einem Workshop entstanden war, versteckte Inhalte und Codes enthalten könnte. Die Befürchtung bestätigte sich nicht, aufgetragen wurde das Motiv dennoch nicht.

Um schon im Vorfeld Irritationen bei solchen Projekten zu vermeiden, hat die Politik im Juli 2025 Kriterien für Graffiti im öffentlichen Raum beschlossen. So sind Zahlen- und Buchstabenkombinationen, Symbole oder Farben, die mit Extremismus, Gangs, Szenecodes oder Subkulturen in Verbindung stehen, nicht gestattet. Die Motive sollen zum Ort passen.