Rund 8000 Besucher bewunderten bei den 38. KunstTagen in der Abtei Brauweiler Werke von 36 Künstlern.
Abtei BrauweilerSo vielfältig waren die KunstTage Rhein-Erft in Pulheim

Mecky Martens farbenfrohe „Vollwaiber“ begrüßten die Kunstinteressierten bereits im Hof der Abtei. Das "ai" in der Schreibweise wurde aus Goethes Zeiten übernommen.
Copyright: Kirsten D' Angeli
„Wer auf einem Bild dargestellt wird, ist zweitrangig. Mir geht es um Ausstrahlung und Dynamik, um Dolce Vita und Lebensfreude“, erklärte Timon Stork, der farbenfrohe Erinnerungsträume voller Unbeschwertheit auf die Leinwand bringt. Er male mit vielen Lichteffekten, tief stehender Sonne und starken Kontrasten, so der 45-jährige Künstler aus Lorsch, der seine imposanten Exponate auch liebevoll als „Lichtmalerei“ bezeichnet.

Timon Storks „Lichtmalerei“ setzt auf Dolce Vita und Lebensfreude.
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Er ist einer von insgesamt 36 Künstlern, der seine Werke bei den 38. KunstTagen Rhein-Erft in der Abtei Brauweiler ausstellen durfte. Die Nachfrage der Künstler, sich in den Räumen, Kreuzgängen und Flächen der ungewöhnlichen und beeindruckenden Kulisse präsentieren zu dürfen, ist groß: Aus 250 Bewerbungen, die beim Veranstalter, der Kulturabteilung des Rhein-Erft-Kreises, eingegangen sind, hat eine Jury nationale und internationale Künstler ausgewählt.
Pulheim: Jury wählte 36 Teilnehmende aus 250 Bewerbungen aus
Die Abtei verwandelte sich hierbei in eine Kulisse für Malerei, Bildhauerarbeiten, Installationen und Fotografie. „Rund 8000 Besucher zieht es jedes Mal nach Brauweiler“, so Engelbert Schmitz, Kulturamtsleiter. Die Räumlichkeiten für die Werke auszusuchen, sei eine Kunst für sich, so Schmitz. Bereits beim Betreten des Abteihofes stieß man auf die „Vollwaiber“ von Mecky Mattern. „Ich habe das ai aus der alten Sprache zu Goethes Zeiten übernommen. Meine Vollwaiber sind eine pure Freude für jeden Garten“, so die Künstlerin aus Meppen. Fast lebensgroße bunte Unikate, die Frauen in ihrer fülligen Form zeigen und ein Ausdruck von Selbstliebe und Lebensfreude ausstrahlen, sollen den Betrachter anregen, über Schönheit und Selbstakzeptanz nachzudenken.

Der kleine Künstler Leon Schlag holte sich Inspiration bei den KunstTagen in der Abtei.
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Genau betrachtet hat sich auch der 12-jährige Leon Schlag aus Köln die Ausstellung. Mit Oma Soja Ivanitzky aus Pulheim hatte er sich mit Block und Bleistift ins Kunstgetümmel gestürzt und von den imposantesten Exponaten Skizzen angefertigt. „Die Tonfiguren haben mir am besten gefallen, aber auch einige Bilder haben mich beeindruckt“, so der kleine Kunstfreund. Wer weiß,, vielleicht stellt er in ein paar Jahren hier selbst einmal aus, wie Kape Schmidt aus Hürth, bei dessen Kunst „x.tract“ Fotografie auf Dimension trifft.

Jojo Eckhardt (l.), Ljuba Stille und Rolf Kuhlmann arbeiten seit 2019 gemeinsam am Projekt „Masse und Macht.“
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Der „Massemacht“ haben sich gleich drei Künstler aus Köln gewidmet: Jojo Eckhardt, Rolf Kuhlmann und Ljuba Stille begegnen Aspekten des Themas Masse und Macht mit unterschiedlichen Techniken und Perspektiven. Aus Holz und Metall sind die Werke, die dem Betrachter den Spiegel vorhalten. „Die Gesellschaft macht es vor und lässt Inspiration zu. Unsere Exponate sind wahrlich aus dem Leben gegriffen“, so Stille. „Wir greifen politisch aktuelle Themen auf, die quasi auf der Straße liegen“, ergänzte Eckhard. Mit eingeflossen sind hier auch die Eindrücke Kuhlmanns beim Besuch eines Auffanglagers in Athen.
Recycling wird immer öfter zur Kunst. Doch beim brasilianischen Künstler Valmon ist das nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Bei der Serie „Da Casa do Ovo“ entstehen aus zermörserten Eierschalen hybride Wesen, die so manche menschliche Eigenschaft zeigen. Der Kulturabteilung ist erneut eine facettenreiche Ausstellung gelungen, die beweisen konnte, das Kunst tatsächlich von Können kommt.
