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TollitätenempfangDiese Prinzen haben die schönsten Beine im Rhein-Erft-Kreis

4 min
Das Foto zeigt die Tollitäten der Session 2026.

Landrat Frank Rock und die kleinen und großen Tollitäten aus dem Kreis.

Wir setzen uns in dieser Session für Gleichberechtigung ein und wollen wissen, welcher Prinz das schönste Bein im Strumpf präsentiert.

Es war wieder so weit: Landrat Frank Rock lud die Tollitäten aller Städte ins Kreishaus ein, um den Start in das Finale der Session zu feiern. Auch die Redaktion ließ sich nicht zweimal bitten. Wir haben uns vor Ort auf eine besondere Recherche mit herausragendem journalistischen Anspruch begeben.

Rhein-Erft: 28 Tollitäten hatten zugesagt

In Fragen der Schönheit stehen seit jeher Jungfrauen und Tanzmariechen im Mittelpunkt des Karnevals. Wir setzen uns in dieser Session für Gleichberechtigung ein und wollen wissen, welcher Prinz das schönste Bein im Strumpf präsentiert. Die fachkundige Jury aus zwei Redakteurinnen bewertete nach objektiven Kriterien wie Wadendichte, Passform der Strumpfhose und allgemeiner Schönheit des Beins. Zusatzpunkte ergattern konnten Prinzen, die sich frei nach dem Motto „Wer schön sein will, muss leiden“ mit Hilfe von Wachsstreifen ihrer Beinbehaarung entledigt hatten.

Wie auch im Vorjahr war das Kreishaus gut besucht. Laut Kreissprecher Thomas Schweinsburg hätten 28 von 29 eingeladenen Tollitäten zugesagt. Das Dreigestirn aus Hürth-Gleuel, bestehend aus Prinz Andreas I (Freiburg), Bauer Dirk (Persch) und Jungfrau Franka (Frank Seifert), hatte keine Kosten und Mühen gescheut. „Unser Prinz hat das schönste Bein, ganz klar“, sagte Jungfrau Franka von den Funken Rot-Weiss Hürth-Gleuel 1951: „Die Strumpfhose Classic-Line stammt aus New York und hat eine American Style Naht. Die Schuhe sind original aus Paris“, verrät sie mit einem Augenzwinkern. Noch wichtiger sei aber: „Er hat wohlgeformte Knie und eine schöne Beinlänge.“

Das Foto zeigt eine Jungfrau und einen Prinzen, die ihre Beine zeigen.

Zeigt her eure Beine: Jungfrau Franka und Prinz Andreas I. aus Gleuel.

Prinz Ralf I (Pütz) von der Große Wesselinger KG von 1896 (57 Jahre alt, fühlt sich wie 40) zeigte schon im Voraus echten Einsatz: Er ließ sich die Beinhaare mit Wachs entfernen, damit sie nicht durch die Strumpfhose schimmerten. Adjutant Alfred Schlappa kommentierte: „Der hat das gern gemacht, für fünf Euro tut er alles.“ Die Prinzenbeine seien „kurz und kräftig“ und die Strumpfhose überzeuge mit einer gut sitzenden Naht.

Derweil präsentierte Prinz Nils I (Klapper) nicht nur beeindruckend formschöne Waden, sondern sogar eine gemeinschaftliche Tätowierung mit Bauer Philipp (Schaaf) und Jungfrau Uschi (Simon Schaaf). Für die Zwillinge und den guten Freund sei es etwas ganz Besonderes, das Glessener Dreigestirn zu bilden. Denn sie alle sind zusammen in der Maigesellschaft Glessen. Weil die ihr 77-jähriges Bestehen feiert, durfte der Verein in dieser Session die Tollitäten stellen. Das Dreigestirn hatte sich zu diesem feierlichen Anlass den Orden auf die Arme stechen lassen. Und auch davon abgesehen zeigten die Tollitäten Engagement für die gute Optik: Prinz und Jungfrau trugen die gleichen rot-glänzenden Lackschuhe.

Das Foto zeigt einen Mann im Ornat, der eine Tätowierung auf dem Oberarm präsentiert.

Fastelovend geht in Glessen unter die Haut: Jungfrau Uschi, Prinz Nils I. und Bauer Philipp (auf dem Foto) der Maigesellschaft haben alle ihren Orden tätowiert.

Das Dreigestirn des Festkomitees der Stadt Kerpen, gestellt durch die Kerpener Stadtgarde, pries den eigenen Prinzen dagegen mit seinen „Handwerkerbeinen“ an. Prinz Marcus I (Schoenen) sei zudem Wanderer und sitze selten im Büro, was seine Beine formschön erhalte, waren sich Jungfrau Mennica (Jörg Mennemeier) und Bauer Mattes (Matthias Goltz) samt Gefolgschaft einig.

Das erste Damendreigestirn der KG Brav-Jonge von 1951 aus Erftstadt konnte selbstredend einen Trumpf ausspielen. Natürlich hat eine Prinzessin gegenüber einem Prinzen einen gewissen Vorteil, was das schöne Bein betrifft. Doch die Jury blieb gerecht und urteilte sachlich. Das Geschlecht darf in dieser wichtigen Frage keine Rolle spielen. Prinzessin Bärbel I (Wippig) überzeugte so oder so: Die Gefolgschaft war sich einig, dass ihr Bein am besten hüpfen kann. „Es gab eine Zeit, da nannte man mich Flummi, weil ich auch gern mal aus der Reihe tanze und hüpfe“, erinnert sich die Prinzessin. Das Dreigestirn komplettieren zum 75-jährigen Bestehen der KG Bäuerin Biggi (Becker) und Jungfrau Michaela (Wilke).

Das Foto zeigt Beine im Prinzen-Gewand.

Die Eishockey- und Fußball-Beine von Prinz Stefan II. aus Sinnersdorf.

Prinz Stefan II des Pulheim-Sinnersdorfer Dreigestirns der KG Pennebröder hat laut Gefolgschaft Eishockey- und Fußballbeine. Bauer Jürgen (Niepenberg) führte auf: „Airbrush und Rasur, gute Form, geile Proportionen, das kann man sich anschauen.“ Jungfrau Alexandra (Christian Wendlandt) wollte in Sachen Optik auch etwas beitragen und lenkte schnell vom Prinzen ab, um über die eigenen Vorzüge zu sprechen: „Bei mir ist übrigens alles etwas größer. Sieht man schon an der Körpergröße“

Das erste Brühl-Badorfer Damendreigestirn wusste vor allem mit Hätz un Jeföhl zu überzeugen, aber auch mit einem ausgefallenen Ornat. Ganz in Gold gekleidet waren Prinzessin Helga (Kröckel), und das Mutter-Tochter-Gespann aus Bäuerin Iris (Breidenbach) und Jungfrau Lara (Breidenbach). Die Kleider hätten sie mit der Schneiderin entworfen, sagten die Tollitäten. „Wir wurden schon die Golden Girls genannt!“, freute sich Prinzessin Helga. Ihre Beine seien durchtrainiert und hätten viel im Leben erreicht und getragen. 

Nach all diesen wunderschönen Beinen bleibt am Ende ein Urteil zu fällen. Die Jury ist sich jedoch einig, dass ausnahmslos jedes Bein an diesem Abend auf ganzer Linie überzeugt hat. Ein Bein herauszustellen würde der Sache nicht gerecht werden. Insofern ergibt sich ganz im Sinne der fünften Jahreszeit: Jeder Jeck ist ein Gewinner, so auch an diesem Abend.