Abo

Streckenwarte prüften ganz genauKaum Frostschäden im Rhein-Erft-Kreis

4 min

Den Asphalt auf dem Radweg in Brühl-Schwadorf prüft Straßenbauer Eberhard Hantsch auf Schlaglöcher.

Rhein-Erft-Kreis – Mit geschultem Blick schauen sich Eberhard Hantsch und seine Kollegen zurzeit die Straßen und Radwege im Kreisgebiet an. Hantsch ist gelernter Straßenbauer. Seit 2012 arbeitet er beim Kreis in der Abteilung Straßenbau und Verkehr. Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, die durch den Frost entstandenen Schäden in den Asphaltdecken auf den Kreisstraßen und -radwegen zu finden und sie gegebenenfalls direkt vor Ort zu reparieren. „Aktuell sind die Streckenwarte noch in der Bestandsaufnahme“, erklärt er. Oft sei jedoch weniger der Frost als vielmehr Baumwurzeln dafür verantwortlich, dass speziell die Radwege und die Fahrbahnränder aufreißen, uneben oder hubbelig sind.

Hubbel im Asphalt

Auch auf dem Fahrradweg entlang der Bonnstraße außerhalb der Ortschaft Schwadorf in Richtung Brühler Innenstadt haben Baumwurzeln den Asphalt merklich angehoben und an anderen Stellen abgesenkt. „Hier müssen wir in den nächsten Tagen die Asphaltoberfläche öffnen, den Unterbau herausstemmen und anschließend neu asphaltieren“, erklärt der Fachmann. So habe man auf diesem Radweg auch schon in den vergangenen Jahren mehrere Stellen ausgebessert. „Kleinere Schäden reparieren unsere Mitarbeiter direkt bei der Sichtung vor Ort“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter Karl-Heinz Henn. Er hat den Überblick und weiß genau, welche Mitarbeiter gerade wo im Rhein-Erft-Kreis unterwegs sind.

Baumwurzeln schaden oft mehr als der Frost.

„Die Frostschäden auf den Fahrbahnen der Straßen und Radwege sind in diesem Jahr relativ gering“, sagt Achim Kapp, Amtsleiter für Straßenbau und Verkehr, und ergänzt: „Wir sind noch einmal glimpflich davongekommen.“ Schlaglöcher entstünden, wenn Wasser in die Asphaltdecke dringt. „Das Wasser sammelt sich dann in der unter der Asphaltdecke liegenden Kiesschicht, insbesondere um größere Steine herum“, erklärt Kapp. Bei Frost bilde sich dort eine Eislinse, die das sandige Material rund um die dickeren Kieselsteine herum verdrängt. „Wenn das Eis taut, entsteht dort ein Hohlraum“, so Kapp. Je nach Größe dieses Hohlraums und der Verkehrsbelastung könne der Asphalt über dem Hohlraum dann brechen.

Über 300 Kilometer Straßen und Radwege

In der Straßenmeisterei der Kreisverwaltung sind neben dem Amtsleiter 19 Mitarbeiter im Außendienst und zwei in der Verwaltung beschäftigt. Das Amt ist zuständig für 205,5 Kilometer Straßen, 103,4 Kilometer Radwege entlang der Straßen und 11,5 Kilometer Radwege, die nicht parallel zu Kreisstraßen verlaufen.

Die Hauptarbeit der Teams ist die Grünflächenpflege jeweils auf beiden Seiten von Fahrbahnen und Fahrradwegen. Dort müssen Hecken, Bäume und Gras geschnitten und gepflegt werden. Hinzu kommt die Unterhaltung von sogenannten Ingenieurbauwerken wie Brücken, Stützwänden und Lärmschutzwänden. Auch die Wartung von Ampeln zählt zu den Aufgaben. Gearbeitet wird rund ums Jahr, wobei die Arbeiten stets der Jahreszeit und Witterung angepasst werden.

Zum Fuhrpark gehören acht Lkw, zwei Unimogs, zwei Traktoren, drei Transportfahrzeuge und eine Kehrmaschine. Auf Kreisstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Mitarbeiter auch für den Winterdienst zuständig.

Die Kosten für die Unterhaltung der Straßen, Radwege und Bauten betragen jährlich etwa 411 000 Euro zuzüglich rund 300 000 Euro für die Wartungen der Ampeln und 1,1 Millionen Euro Personalkosten. (mkl)

Größere Schlaglöcher müssten vorsorglich abgesichert werden. „Unsere Streckenwarte haben stets sämtliche Werkzeuge und Materialien auf ihren Fahrzeugen, um kleinere Reparaturen direkt zu erledigen“, erklärt er. Bei größeren Schäden werde die Kolonne informiert, gegebenenfalls bei sehr großen Schäden auch externe Unternehmen. Aber das komme selten vor. „Zur Reparatur der kleineren Schlaglöcher arbeiten wir mit einem zweikomponentigen, lösungsmittelfreien Reparatur-Asphalt“, erklärt Kapp.

Material in Eimern

Das Material könne in Eimern mitgeführt und so, wie es ist, in die Schlaglöcher gefüllt werden. „Anschließend muss die reparierte Stelle zum Beispiel mit einer Rüttelmaschine verdichtet werden, danach ist die Fahrbahn direkt wieder befahrbar“, erklärt Kapp. Er geht davon aus, dass sämtliche durch den Frost entstandenen Schäden auf den Kreisstraßen schon in drei bis vier Wochen repariert sind. „Vorausgesetzt natürlich, dass es nicht noch einmal richtig eisig kalt wird“, sagt er. Doch davon gehe er zurzeit nicht aus.

Das könnte Sie auch interessieren:

„Wir haben in der vergangenen Woche ja schon die Kraniche am Himmel aus dem Süden kommen sehen, in der Regel ist der harte Winter dann vorbei“, gibt sich der Amtsleiter optimistisch.