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Warnstreik im Rhein-Erft-KreisBusse im Rhein-Erft-Kreis fahren

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Am Mittwoch wird bis 9 Uhr gestreikt, Donnerstag dann ganztägig.

Rhein-Erft-Kreis – Im Rhein-Erft-Kreis sind für Donnerstag unter anderem sämtliche Stadtverwaltungen zum Streik aufgerufen. Dazu gehören auch Mitarbeiter von Kindertagesstätten sowie Ver- und Entsorgungsbetriebe, wie Corinna Groß von der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“ erläuterte. Hinzu kommen die Arbeitsagentur in Brühl und alle Job-Center. Zum Streik aufgefordert werden außerdem die Mitarbeiter des Erftverbands. Wie Kreis-Pressesprecher Patrik Klameth mitteilt, wird von dem Streik am Donnerstag voraussichtlich auch die Kreisverwaltung in Bergheim betroffen sein. Dort könnte es für die Bürger zu längeren Wartezeiten kommen.

Der Streik im Nahverkehr am Mittwoch und Donnerstag hat auch Auswirkungen auf den Rhein-Erft-Kreis. Zwar werden die Busse der REVG nicht bestreikt. Die Straßenbahnlinien 16 und 18 der KVB fahren jedoch am Mittwoch nur eingeschränkt und am Donnerstag gar nicht. Davon betroffen sind die Städte Brühl, Bornheim und Wesseling. Alle Infos zum Streik bei der KVB gibt es in unserem Live-Ticker. Am Mittwoch fahren die Bahnen folgendermaßen:

  1. Die Stadtbahnen der Linie 16 fahren aus Köln kommend lediglich bis zum Haltepunkt „Hersel“ und von dort zurück bis zu den Kölner Endhaltestellen „Niehl Sebastianstraße“ beziehungsweise „Reichenspergerplatz“.
  2. Die Stadtbahnen der Linie 18 verkehren von Köln kommend nur bis zum Haltepunkt „Alfter“ und von dort zurück bis zu den Kölner Endhaltestellen „Thielenbruch“ beziehungsweise „Buchheim Herler Straße“.

Wer stattdessen auf den Regionalverkehr der Deutschen Bahn ausweichen wollte, musste ebenfalls Verspätungen und Zugausfälle in Kauf nehmen. Eine Stellwerksstörung und ein Schienenschaden an Gleis 11 im Kölner Hauptbahnhof verschärften die ohnehin bereits angespannte Verkehrssituation.

Bahnfahrer in Frechen geben sich gelassen

Die Streikauswirkungen in Frechen auf der Straßenbahnlinie 7 haben sich in Grenzen gehalten. Die ersten Bahnen morgens waren ausgefallen, doch seit dem Vormittag fährt die Linie 7 wieder regelmäßig. Die wartenden Bahnfahrer geben sich gelassen: „Unser Lehrer hat uns gestern schon erlaubt, heute erst um 10 zur Schule zu fahren, weil die ersten Bahnen nicht fahren“, erzählt die Frechener Schülerin Madita, die am Bahnhof Frechen auf die Bahn wartet, um damit zur Kölner Moltkestraße zu fahren, zum Berufskolleg Lindenstraße. Auch die beiden CJD-Berufsschüler (Christliches Jugenddorfwerk), Rosanna und Leon, mussten zwar morgens einen Umweg in Kauf nehmen, um von Köln nach Frechen zu kommen, können nun aber mit der Linie 7 wenigstens wieder pünktlich zurück nach Köln fahren. „Wir sind heute morgen um 7 Uhr, weil die Linie 7 nicht fuhr, mit der S-Bahn nach Weiden-West gefahren und von dort mit dem Bus zum Rathaus Frechen. Dann sind wir eine halbe Stunde zu Fuß zum CJD gelaufen.“

Ungeduldiges warten am Bahnsteig

Der Autoverkehr an der Hans-Böckler-Straße in Hürth-Hermülheim floss dagegen in den heutigen Morgenstunden gut wie selten. Üblicherweise werden dort alle zehn Minuten die Bahnschranken geschlossen, damit die Straßenbahnlinie 18 passieren kann. Am Mittwoch blieben die Bahnen aber im Depot. Auf den Bahnsteigen tummelten sich die Menschen und warteten ungeduldig. Ein Ehepaar aus Thüringen, das zu Besuch in Hürth ist, wollte die touristischen Attraktionen Kölns in Augenschein nehmen. „Wir haben gestern vom Streik gehört, aber nicht geglaubt, dass hier draußen wirklich keine Bahn fährt.“ Eine junge Türkin schien ganz verzweifelt. Ihre Motivation, in die Domstadt zu fahren, war weniger vergnüglich. Sie sollte sich heute einem Sprachtest stellen und war ganz besorgt, dort nun heute nicht vorsprechen zu können. Von einem Streik hatte sie nichts gehört.