Wegen des Angriffs auf eine Kollegin verlor er seinen Arbeitsplatz. Er war Kollegen dort bereits mehrfach durch Drogenkonsum aufgefallen.
Prozess in Köln26-Jähriger aus Wesseling steht wegen Drogen und Prügel vor Gericht

Der 26-jährige Mann muss sich vor dem Kölner Landgericht verantworten. (Symbolbild)
Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa
Im Landgericht hat gestern der Prozess gegen einen 26-jährigen Mann begonnen, dem bewaffnetes Handeltreiben mit Kokain im Kilobereich, Handel mit Cannabis und Körperverletzung an einer Nachbarin und Arbeitskollegin vorgeworfen wird. Sie hatte ihn beim Arbeitgeber und bei der Polizei angezeigt. Angeklagt sind drei Taten von Anfang Juli 2025 bis 22. Januar 2026. Am ersten Verhandlungstag äußerte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen.
Zu der Durchsuchung seines Spinds und seiner Wohnung am 11. November 2025 verlas der Vorsitzende Richter der 23. Großen Strafkammer, Michael Greve, die Polizeiberichte. Gefunden und sichergestellt wurden Utensilien für den Drogen-Verkauf und -Konsum wie Feinwaagen, Schnellverschlusstüten und sogenannte Eppendorfer Gefäße: kleine durchsichtige Kunststoff-Reagenzgläser mit Schnappdeckel für Proben im Milliliter-Bereich.
Wesseling: Angeklagter war Kollegen durch Drogenkonsum am Arbeitsplatz aufgefallen
Zudem wurden eine Schreckschusspistole und ein Klappmesser, die jedoch nicht dem Waffengesetz unterliegen, und knapp 1300 Euro Bargeld gefunden. Die Ermittler mussten auch die Grünanlage rund um das Hochhaus absuchen, denn der Angeklagte hatte einen Teil der Betäubungsmittel vom Balkon geworfen, als sie anrückten.
Wegen des Angriffs auf die Kollegin verlor der damals 25-jährige Einzelhandelskaufmann seinen Arbeitsplatz in einem Labor-Unternehmen. Er war Kolleginnen und Kollegen bereits mehrfach durch Drogenkonsum in der Firma aufgefallen. „Habe ich hier etwas Weißes?“, soll er sich erkundigt haben, wenn er sich eine Linie Kokain in die Nase gezogen hatte.
Die Geschädigte und ihr Ehemann leben im selben Haus wie der Angeklagte, der ihnen als Teamleiter vorgesetzt war. Sie wollen eine Feinwaage, Kokain-Linien und davor sowie Beutel mit weißem Pulver bei ihm gesehen haben. Bei einem Treffen in der Wohnung des Paares soll er einmal eine kleine Pistole in der Garderobe vergessen haben.
Nachdem die Frau ihren Chef über ihre Beobachtungen informiert hatte, soll der Angeklagte sie mit den Worten „Du wirst schon sehen, was du davon hast“ gepackt und ihren Kopf gegen ein Kühlfach gestoßen haben. Dabei zog sie sich eine Schädelprellung und eine Halswirbelverrenkung zu. Ob der Angeklagte seine mutmaßlichen Drogengeschäfte auch am Arbeitsplatz betrieb, muss die Kammer ebenfalls klären. Der Prozess wird fortgesetzt.
