Der SV Eintracht Hohkeppel sagt, er wolle einem jungen Spieler eine Chance geben. Zudem sei das Urteil nicht rechtskräftig. Das Gericht hatte fünf Jahre verhängt.
Verein weist Kritik zurückFußballfans aufgebracht wegen Verpflichtung eines verurteilten Rasers

Die beiden 22-Jährigen zur Prozesseröffnung im Februar, in der Mitte einer ihrer Verteidiger.
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Sechs Wochen nach seiner Verurteilung zu einer fünfjährigen Haftstrafe nach Jugendstrafrecht sorgt ein ehemaliger Nachwuchsspieler des 1. FC Köln wieder für Schlagzeilen. Mit der Verpflichtung des 22-Jährigen für die kommende Saison in der Fußball-Mittelrheinliga (fünfte Spielklasse) hat der SV Eintracht Hohkeppel eine Welle der Empörung unter seinen Anhängern ausgelöst. Dies habe den Verein eigenen Angaben zufolge veranlasst, die Kommentarfunktion bei Facebook zu sperren.
Hohkeppels Sportdirektor Kevin Theisen verteidigt die Entscheidung des Vereins aus dem oberbergischen Lindlar: „Nach intensiven Gesprächen sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass der Spieler die Chance verdient, seinen sportlichen Weg bei uns fortzusetzen. Dabei geht es nicht darum, ein laufendes Verfahren zu bewerten, sondern einem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auf den Fußball zu konzentrieren und seinen Weg weiterzugehen.“
Wesseling: Mutter und Tochter starben in ihrem Kleinwagen
Der 22-Jährige hatte vorige Saison in der Zweitvertretung eines Zweitligisten in der Oberliga gespielt. In Hohkeppel stand er bereits in der Rückrunde der Saison 2024/25 unter Vertrag, nachdem die Geißböcke den Vertrag mit ihm und einem Mitspieler, der ebenfalls in den tödlichen Unfall im Dezember 2023 auf der A555 bei Wesseling verwickelt gewesen ist, aufgelöst hatten.
Das Landgericht Köln hatte die beiden jungen Männer Ende April zu fünf beziehungsweise vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die 26. Große Strafkammer hatte keinen Zweifel daran, dass sie sich mit Tempo 200 ein verbotenes Autorennen geliefert hatten. Eine Mutter (49) und ihrer Tochter (23) starben in ihrem Pkw, der infolge des Zusammenpralls mit einem der beiden Wagen der Nachwuchsfußballer komplett ausbrannte.

In diesem VW Polo starben im Dezember 2023 eine Mutter und ihre Tochter.
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Während die Fahrer noch bis zuletzt beteuerten, es habe sich um einen unglücklichen Unfall gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung, die beiden Frauen seien einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidiger der 22-Jährigen haben Revision eingelegt. Bedeutet: Die Urteile sollen vom Bundesgerichtshof auf mögliche Rechtsfehler überprüft werden. Der Verteidiger des einen Angeklagten hatte auf Freispruch oder eine Bewährungsstrafe plädiert, der Verteidiger des anderen ebenfalls auf eine Bewährungsstrafe.
Die Verantwortlichen in Hohkeppel haben sich die Argumente ihres künftigen Spielers zu eigen gemacht – auch sie sprechen von einem „tragischen Unfall“. In einer Erklärung heißt es auch: „Wir sind uns bewusst, dass Familien bis heute mit den Folgen leben müssen. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen sowie allen Betroffenen.“ Gleichwohl werde man persönliche Beleidigungen, Hasskommentare, Hetze, Drohungen oder Diffamierungen gegenüber dem Spieler, seinen Angehörigen oder Vereinsvertretern nicht tolerieren.