Im Zoo Neuwied sind eine Löwin und ein Gepardenweibchen eingezogen. Das Team hofft nun auf Erfolge in der Erhaltungszucht.
Neue RaubkatzenZoo in Neuwied hofft auf Zuchterfolge bei Löwen und Geparden

Die Löwin „Swana“ im Zoo Neuwied.
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Der Zoo Neuwied freut sich über tierischen Zuwachs: Zuletzt ist die junge Löwin „Swana“ in den größten Zoo von Rheinland-Pfalz eingezogen. Die im November 2020 im Thoiry Zoo Safari in Frankreich geborene Katze soll nach ihrer Eingewöhnung künftig gemeinsam mit dem elfjährigen Löwenkater „Julius“ die Löwenanlage bewohnen.
Zuvor war bereits das Gepardenweibchen „Rosi“ in den Zoo gekommen. Die junge Katze wurde im September 2024 im Allwetterzoo Münster geboren und soll künftig gemeinsam mit dem neun Jahre alten Gepardenkater „Sikio“, der seit 2019 in Neuwied lebt, für Nachwuchs sorgen.
Löwin Swana gewöhnt sich Schritt für Schritt an neue Umgebung
„Swana ist eine eher zierliche Löwin und noch etwas vorsichtig. Das ist nach einem solchen Umzug aber ganz normal“, erklärt Petra Becker, Revierleiterin des Katzenreviers, laut Mitteilung des Zoos. „Sie gewöhnt sich Schritt für Schritt an ihre neue Umgebung und macht dabei bereits gute Fortschritte.“
In den kommenden Wochen werde die Löwin zunächst nach und nach ihre neue Anlage erkunden. Gleichzeitig übten die Tierpfleger mit ihr wichtige Abläufe im Alltag. Dazu gehörten das Umsperren auf Kommando sowie medizinisches Training, das spätere tierärztliche Untersuchungen erleichtere.
Erst wenn „Swana“ sich gut eingelebt habe und zuverlässig mitarbeite, stehe der nächste Schritt an: das Kennenlernen von Löwenkater „Julius“. Zunächst könnten sich die beiden lediglich durch die Gitter der Innenboxen sehen, hören und riechen. „Eine Zusammenführung lässt sich nicht planen oder erzwingen“, erläutert Petra Becker.
„Sie hängt davon ab, wie schnell Swana Vertrauen fasst und wie die beiden Löwen aufeinander reagieren. Erst wenn beide Tiere am Gitter Interesse aneinander zeigen, werden wir sie gemeinsam auf die Anlage lassen.“ Für Löwenkater „Julius“, der erst seit Januar dieses Jahres im Zoo Neuwied lebt, sei dies der zweite Versuch, eine Partnerin kennenzulernen.
Berberlöwen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet ausgestorben
Eigentlich sei eine Vergesellschaftung mit Löwin „Zari“ geplant gewesen. Sie habe jedoch aufgrund eines Lungenkarzinoms eingeschläfert werden müssen, bevor es zur Zusammenführung kommen konnte. Die im Zoo Neuwied gehaltenen Löwen gehören zur Gruppe der sogenannten Nördlichen Löwen. Zu ihnen zählen auch die früher als Berberlöwen bezeichneten Tiere, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet im Atlasgebirge Nordafrikas lag.
Diese Löwen gelten im natürlichen Lebensraum seit vielen Jahrzehnten als ausgestorben. „Umso wichtiger ist die koordinierte Erhaltungszucht in zoologischen Einrichtungen: Sie trägt dazu bei, diese seltene genetische Linie langfristig zu erhalten und mehr über ihre Biologie und ihr Verhalten zu erfahren“, so der Zoo Neuwied.

Auch Gepardin „Rosi“ ist neu im Zoo.
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Mit dem Einzug des Gepardenweibchens „Rosi“ blickt das Zoo-Team unterdessen nach einem schweren Jahr für die Gepardenhaltung wieder optimistisch in die Zukunft. Im Herbst vergangenen Jahres mussten der Kater „Chomo“ und die Katze „Lianne“ aufgrund verschiedener Krankheitsbilder eingeschläfert werden.
Anders als bei vielen anderen Großkatzen könnten Geparden nicht dauerhaft gemeinsam gehalten werden. „Bei Geparden ist es so, dass die Weibchen Einzelgängerinnen sind, die ein festes Revier haben, während die Männchen allein oder im Bruderverband umherstreifen. Trifft ein Kater auf eine Katze, kommt es zunächst zu einer Verfolgungsjagd. Nur wenn er sie einholt, kommt es zur Paarung. Diese Jagd ist ein natürlicher Fitnesstest – ohne sie bekommt die Katze gar keinen Eisprung“, erklärt Katharina Meise, Tierpflegerin im Raubtierrevier.
Letzte erfolgreiche Gepardennachzucht gelang im Jahr 2011
Deshalb lebt „Rosi“ im Zoo zunächst auf einer eigenen Anlage. Erst wenn sich Kater und Katze zunächst hören, sehen und riechen konnten und gegenseitiges Interesse zeigen, werden sie gemeinsam auf eine Anlage gelassen. Die letzte erfolgreiche Gepardennachzucht sei im Zoo Neuwied im Jahr 2011 gelungen. In den vergangenen Jahren harmonierten die jeweiligen Tiere meist nicht ausreichend miteinander.
Mit der jungen „Rosi“ und dem erfahrenen „Sikio“ hoffe das Zoo-Team nun auf bessere Voraussetzungen für die Erhaltungszucht der bedrohten Raubkatzen. (eb/csc)
