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Keine endgültige EntscheidungVerknüpfungspunkt für ÖPNV in Much wird zunächst das Schulzentrum

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Etwa 200 Busse am Tag könnten bald am Schulzentrum halten. Bürger protestieren,   Verwaltung und Politik sehen ebenfalls große Probleme.

Much Gesamtschule Schnellbuslinien Rendez-Vous

Etwa 200 Busse am Tag könnten bald am Schulzentrum halten. Bürger protestieren, Verwaltung und Politik sehen ebenfalls große Probleme. Much Gesamtschule Schnellbuslinien Rendez-Vous

In der Diskussion um einen künftigen Verknüpfungspunkt für den ÖPNV scheint der Standort Bövingen aus dem Rennen zu sein.

Bei der Suche nach dem zukünftigen ÖPNV-Verknüpfungspunkt setzt die Gemeinde Much auf ein mehrstufiges Prüfverfahren. Die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Karsten Schäfer veröffentlichte jetzt eine schriftliche Bürgerinformation. Demnach soll ab dem 2. September zunächst die Haltestelle Much Schulzentrum genutzt werden. Testweise, wie die Verwaltung betont. Eine Festlegung sei damit noch nicht verbunden, teilt Schäfer mit.

Neue Linien verbinden Much direkt mit Eitorf und Bielstein

Zum Hintergrund: Ab September und Dezember 2026 wird das Busangebot in Much ausgebaut. Mit den Schnellbuslinien SB56 und SB54 wird es künftig direkte Verbindungen unter anderem nach Eitorf und Bielstein geben. Gleichzeitig werden, so die Mitteilung aus dem Rathaus,  die Linienführung einzelner bestehender Linien angepasst. Damit die Fahrgäste weiterhin zuverlässig zwischen den Buslinien umsteigen können, muss, wie berichtet, ein geeigneter zentraler Verknüpfungspunkt festgelegt werden.

Der Verküpfungspunkt muss die Voraussetzungen dafür bieten, dass bis zu sechs Busse gleichzeitig abgefertigt werden können. Sichere und kurze Umstiege sind ebenso Bedingung wie ausreichend Halte- und Wendemöglichkeiten für die Busse. Auch künftig müssen die Bedingungen für Fördermittel des Landes erfüllt werden. 

Bövingen würde mehr kosten ohne Nutzen für die Gemeinde

Untersucht werden insgesamt drei mögliche Standorte: das Rathaus, wo der Umstieg derzeit stattfindet, das Schulzentrum und das Gewerbegebiet Bövingen. Wobei nach Einschätzung der Fachleute im Rathaus der Standort Bövingen „erhebliche Nachteile“ aufweist. Insbesondere könnten wichtige Anschlüsse in Richtung Siegburg, Eitorf und Ruppichteroth nicht zuverlässig erreicht werden. Und damit wären auch die Voraussetzungen für die Förderung der Schnellbuslinien gefährdet.

Überdies sei die vorhandene Infrastruktur derzeit nicht geeignet für einen Verknüpfungspunkt: Es fehlten die ausreichend großen Halteflächen ebenso wie Wendemöglichkeiten. Für die Gemeinde erwachse eine höhere finanzielle Belastung, ohne dass die Fahrgäste einen Nutzen hätten. Auch die Kreisverwaltung hatte bereits vor Wochen signalisiert, dass man den Rendezvous-Platz in Bövingen ablehne.

Am Gewerbegebiet Bövingen wäre laut Gemeinde noch Platz für einen Umsteigehalt der verlängerten Schnellbuslinien. 

Much SB 56 SB 54 Rhein-Sieg-Kreis ÖPNV

Den Standort am Gewerbegebiet Bövingen lehnt die Kreisverwaltung ab.

Dieser liege nicht am Linienweg der SB 56, das System der überörtlichen Verknüpfungen mit weiteren Buslinien und den Bahnstrecken Köln-Rhein-Berg-Oberberg sowie der Siegtalstrecke würde mit zentralen Haltestellen außerhalb des Kernorts nicht funktionieren. Zudem liege das Mucher Ortszentrum 2,6 Kilometer entfernt und sei somit nicht zu Fuß erreichbar. Zugleich schlug der Kreis die Probephase vor. 

Ab dem 2. September wird zunächst die Haltestelle Much Schulzentrum als Verknüpfungspunkt genutzt. Notwendig, so die Verwaltung, da die Fahrpläne bereits erstellt wurden und die Schulen noch vor den Sommerferien über die entsprechenden Änderung im Schülerverkehr unterrichtet wurden. Zugleich betonen die Verwantwortlichen aber auch: „Diese Übergangslösung stellt keine endgültige Entscheidung über den zukünftigen Standort dar.“

Mucher Bevölkerung sieht Standort Schulzentrum kritisch

Bis Anfang Oktober, so die Gemeindeverwaltung, müsse feststehen, ob zum Fahrplanwechsel im ÖPNV, der im Dezember ansteht, Änderungen vorgenommen werden. Einem ÖPNV-Knoten am Schulzentrum stand noch vor Wochen die Gemeinde kritisch gegenüber: Es fehle am nötigen Raum, beim Abbiegen müssten die Gelenkbusse auf die Gehwege ausweichen. Einen Umbau der Einmündung könne die Gemeinde im Haushaltssicherungskonzept nicht stemmen.

Auch aus der Bevölkerung kam Protest in einer Sitzung des Gemeinderats im Mai dieses Jahres. Neben einer Gefährdung der Fußgänger fürchten Anwohnerinnen und Anwohner mehr Lärm und eine Belastung durch Abgase aus laufenden Motoren.

Als „aussichtsreiche Alternative“ gilt laut Gemeindeverwaltung der bisherige Standort am Rathaus. Mit einer zusätzlichen Halteposition für Busse auf der Südseite wäre es möglich, die notwendige Kapazität für den Busverkehr zu schaffen und zugleich den zentralen Standort mitten im Ort zu erhalten. Dafür werde es zunächst Fachplanungen geben; die praktische Umsetzbarkeit werde bei einem Ortstermin geprüft. Für ein tragfähiges Konzept müssten aber verschiedene Akteure zusammenarbeiten.