Fragen zum Wald der ZukunftElisabeth Winkelmeier-Becker zu Besuch in Much

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Am Heckberg sind große Flächen abgeräumt. Einzelne Stämme stehen noch als Ansitz- und Brutmöglichkeit. 

Much – Ein echtes Kontrastprogramm bekam die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), beim Besuch ihrer Parteifreunde am Heckberg geboten. Erst die touristischen Projekte auf dem Gipfel und der umwerfende Panoramablick an der Schönen Aussicht. Anschließend folgte die engagierte Diskussion mit Landwirten, Jägern, Forstverwaltung und Waldbesitzern.

Es ging um nicht weniger als um die Wiederaufforstung und Fragen zum Umbau des deutschen Waldes. Hegeringleiter Thomas Matzig beschrieb das Drama, wie viele Flächen brach liegen. „In welche Richtung geht der Weg, was für einen Wald wollen wir haben?“ Die Natur, da war er sicher, werde schon einen Wald wachsen lassen. Ob es aber der sei, den die Menschen wollten, entscheide sich jetzt.

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Fabian Schreder, Betriebsleiter der Nesselrodeschen Forstverwaltung, diskutierte mit Elisabeth Winkelmeier-Becker die wirtschaftlichen Anforderungen.

Doch viele Waldbesitzer sind schon ältere Menschen. Ob sie noch einmal das Geld in die Hand nehmen, um aufzuforsten, da zeigte sich Revierförster Michael Fobbe nicht so sicher. „Richtige Vermögen sind da den Bach runter gegangen“, erklärte er Winkelmeier-Becker. Nach dem Sturm habe der Borkenkäfer hektarweise Flächen geradezu umgelegt. „Wenn einer noch den Klimawandel leugnet, nehme ich den gerne ein paar Tage mit in den Wald.“

Schnell zeigten sich die vielfältigen, oft unterschiedlichen Interessen. Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, etwa CO2-Bindung, Erholungssuchende und nicht zuletzt wirtschaftliche Interessen konkurrieren. An dieser Schnittstelle sei die Politik gefragt. Der Betriebsleiter der Nesselrodeschen Forstverwaltung, Fabian Schreder, machte deutlich: „Wir müssen eine gelenkte Forstwirtschaft betreiben.“

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Das komplexe System der Förderungen beschrieb Fobbe, zeigte exemplarisch Antragspakete. Da wünschen sich die Waldwirtschafter mehr Flexibilität und keine so deutliche Einschränkung auf Laubbaumarten. Bauholz ist meist Nadelholz, das aber wird auf dem Weltmarkt derzeit zu hohen Preisen gehandelt. Trotz dieser hohen Preise ist die Wiederaufforstung ein Zuschussgeschäft für die Besitzer. Da sieht Fobbe eine Gefahr, dass bis zu einem Drittel der Flächen nicht wieder bepflanzt werden.

Die Jäger monierten, dass ihnen Unterstützung fehle. Für Wildschäden nämlich kommen die Jagdpächter auf, und davon gibt es bei der Wiederaufforstung viele. Winkelmeier-Becker hörte aufmerksam zu und konstatierte: „Das System ist ins Wanken geraten. Wie kann ich das anpassen? Der Staat kann aber nicht alles übernehmen.“ 

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