Anwohnerin Ursula Krumm sieht den Fortbestand des Spielplatzes in Neunkirchen durch Baupläne bedroht.
Wiese und Spielplatz im OrtskernAnwohnerin sorgt sich um grüne Lunge in Neunkirchen

Ursula Krumm kritisiert die mögliche Bebauung der Wiese im Ortskern von Neunkirchen und fürchtet mit den Eltern, dass ein Neubau den Spielplatz nebenan gefährdet.
Copyright: Dieter Krantz
Drei Wünsche stehen auf dem Banner: „Gib dem Tor wieder ein Netz, schenke uns eine Tischtennisplatte und ein Volleyballnetz“, haben die jungen Absender unter der Anrede „Hallo Herr Bürgermeister“ geschrieben. Vor allem aber: „Lass uns unsere Spielwiese – unsere Freude wäre riesengroß“. Tatsächlich aber sehen die Kinder und Jugendlichen die Wiese neben dem Spielplatz an der Schmiedestraße in Neunkirchen bedroht.
Dort seien Mehrfamilienhäuser geplant, die benötigten Wohnraum in Neunkirchen schaffen sollen. „Ein Irrsinn“, findet Ursula Krumm. „Alles soll zugebaut werden“, dabei brauche auch Neunkirchen doch dringend grüne Lungen. Werde die Wiese wie geplant bebaut, fürchte sie auch Schlimmes für den Spielplatz, sagt die ehemalige Leiterin der Gemeindebücherei Neunkirchen.
Kinder aus Neunkirchen sollen nicht bis zum Sportplatz laufen
Die Menschen, die dort einziehen, so ihre Sorge, könnten sich am Kinderlärm stören und die Nutzung des Geländes einschränken wollen. Aber: „Die Kinder, die hier wohnen, müssen im Ort eine Möglichkeit zum Spielen haben.“ Die Jungen und Mädchen könnten nicht bis zum Sportplatz laufen, ganz am Ende des Orts, „schon fast in Höfferhof“.
Auf der Suche nach möglichen Bauflächen in Seelscheid und Neunkirchen hatte die Gemeinde das Büro MWM mit der Analyse der Orte beauftragt. Das Ergebnis der im Juni 2024 vorgestellten Studie: Es gebe Potenzial für eine Nachverdichtung und Innenentwicklung. Damals wurde auch die Wiese an der Schmiedestraße erwähnt.
Schon im vergangenen August hatten Gegner dieser Pläne Unterschriften an die damalige Bürgermeisterin Nicole Berka übergeben, 1100 Personen hatten unterschrieben. Ihr Wunsch, einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen unterstützend: Die Schaffung eines Bürgerparks.Eine Antwort habe es bislang aber nicht gegeben, so Krumm, die unlängst einen Jungen zur Sprechstunde für Kinder beim Bürgermeister – Nicole Berkas Nachfolger Guido Vierkötter – begleitete.
Als Erwachsene habe sie da nicht fragen können, erzählt die 85-Jährige. Aber sie habe vom Bürgermeister erfahren, dass mit einer Antwort wohl erst zu Beginn des neuen Jahres zu rechnen sei. Ursula Krumm hält aber auch von der Idee, einen Bürgerpark auf dem Grundstück anzulegen, herzlich wenig. Das wäre viel einfacher zu machen an der Bücherei, hält sie entgegen. „Da gibt es schon große Bäume“, die Bewohner der Senioreneinrichtung nebenan profitierten dann ebenfalls davon.

Eine Analyse im Auftrag der Gemeinde schreibt dem Spielplatz gute Entwicklungsmöglichkeiten für Inklusion und Barrierefreiheit zu.
Copyright: Dieter Krantz
Zuversicht für Spielplatz und Wiese an der Schmiedestraße könnte aus Beratungen des gemeindlichen Sozialausschusses im Juni dieses Jahres erwachsen: In einer Untersuchung zur Barrierefreiheit der Spielplätze in der Gemeinde sieht der Autor gute Möglichkeiten für eine Entwicklung, die das Gelände auch für Menschen mit Behinderung nutzbar macht. Für das Entwicklungspotenzial sprechen demnach auch die „zentrale Lage, der Baumbestand, die bereits vorhandene geschützte Atmosphäre, die Umzäunung, Parkplätze in Reichweite, Gastronomie im Umfeld sowie das freie Grundstück nebenan“.
Einstimmig beauftragten die Ausschussmitglieder die Verwaltung im Juni, „konkrete Ansätze zur Weiterentwicklung der gemeindlichen öffentlichen Spielplätze zu erarbeiten“. Nach der Sommerpause soll darüber beraten werden. Auf spätere Beratungen und Beschlussfassung verwies auch Kristina Schik, Sprecherin der Gemeinde, in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Redaktion. Das Thema sei „Gegenstand der politischen Beratungen“. Die Haushaltsberatungen liefen noch, und Beschlüsse stünden aus. Belastbare Aussagen seien daher derzeit nicht möglich.
