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GemeinschaftsprojektUnverpackt-Laden in Seelscheid wird Genossenschaft

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Lea Bockem hat vor fünf Jahren den Unverpackt-Laden in Seelscheid eröffnet. nun soll der Laden als Genossenschaft weitergeführt werden.

Lea Bockem hat vor fünf Jahren den Unverpackt-Laden in Seelscheid eröffnet. nun soll der Laden als Genossenschaft weitergeführt werden.

Nach fünf Jahren gibt Gründerin Lea Bockem die Geschäftsführung auf. Angekündigt hat sie das schon lange.

Vor fünf Jahren hat Lea Bockem Unverpackt Seelscheid gegründet. In ihrem Elternhaus verkauft sie seither auf 35 Quadratmetern Ladenfläche Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs, die ohne unnötige Verpackung auskommen. Jetzt, so sagt die 27-Jährige, „kann der Laden aus seinem Nest fliegen“: Zum Jahresende wird sie die Geschäftsführung aufgeben. Danach soll der Laden als Genossenschaft weitergeführt werden.

Hauptberuflich arbeitet Lea Bockem an der Hochschule in Sankt Augustin

Im Januar, so Bockem im Gespräch mit der Redaktion, hatte sie ihre Entscheidung bekanntgegeben. Sie hatte den Laden 2021 eröffnet, als Projekt im Praxissemester ihres Studiums an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin. Im Hauptberuf ist sie dort in der Gründungsberatung tätig, zum Jahreswechsel tritt sie eine neue Stelle in der freien Wirtschaft an. „Es war immer das Ziel, dass der Laden auch ohne mich läuft“, betont sie.

Auch die Idee, aus dem Laden mehr als eine Einkaufsalternative zu machen, hatte Lea Bockem von Anfang an. Es gibt das Garten-Café und Veranstaltungen mit regionalen Ausstellerinnen und Ausstellern. Tätige Mithilfe, wie sie aus dem Kreis der Kundinnen und Kunden immer wieder angeboten wurde, musste Bockem allerdings stets  ablehnen: „Das können wir nicht als Wirtschaftsunternehmen“, sagt sie. „Dann kriegen wir Ärger mit dem Zoll.“

Ein Einfamilienhaus mit einer grünen Bank vor der Tür.

Ih ihrem Elternhaus betreibt Lea Bockem mit ihrem Team den Laden Unverpackt Seelscheid.

Mitgliedschaften gibt es indes schon seit zwei Jahren: Kundinnen und Kunden bezahlen jeden Monat einen fixen Betrag und erhalten im Gegenzug Rabatte beim Einkauf. Am nächsten Schritt arbeitet nun seit Jahresbeginn eine engagierte Gruppe. „Die Kalkulation haben wir schon“, berichtet Lea Bockem. Aber auch die funktioniere nur, wenn es ausreichend Genossenschaftsmitglieder gibt. „Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt sie. „Und dafür braucht es Gemeinschaft.“

Ein typischer Anteil an der Genossenschaft wird laut Kalkulation 200 Euro kosten. Dann, so die Berechnung von Bockem und den anderen künftigen Genossinnen und Genossen, „brauchen wir zwischen 300 und 350 Mitgliedern“. Allerdings haben schon auf die erste Veröffentlichung hin Interessierte sich gemeldet und auch den Kauf von zehn Anteilen in Ausssicht gestellt.

Drogerieartikel im Regal eines Ladengeschäfts.

Auch Kosmetik, Wasch- und Putzmittel gibt es  bei Unverpackt Seelscheid. Das soll sich auch in Zukunft nicht ändern.

Wer sich im und für den künftigen Genossenschaftsladen engagieren möchte, kann das nicht nur mit Geld tun. „Man kann sich gerne beteiligen“, sagt Lea Bockem; gefragt sind zum Beispiel Menschen, die sich in Buchhaltung auskennen, die in der Kommunikation stark sind oder im Verkauf. Auch sie selbst werde sich weiter beteiligen, sagt Bockem, die zum Mitmachen in den vorbereitenden Arbeitsgruppen einlädt.

„Grundsätzlich soll alles so bleiben, wie es ist“, betont die Noch-Geschäftsführerin. „Aber damit man es so lassen kann, muss man es auf mehrere Schultern verteilen.“ Wer sich für den Genossenschaftsladen interessiert, kann sich auf der Internetseite informieren. Für Fragen, Anregungen oder Interesse an einer Mitarbeit ist die Genossenschaftsgruppe per E-Mail erreichbar.