Der Bonner CSD gehört zu den ersten Christopher Street Days nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin.
Nach Attentat von BerlinBonn feiert CSD bunt, laut und entschlossen

Auf dem Bonner Münsterplatz feierten zahlreiche Menschen am Samstag den Christopher Street Day.
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Unter dem Motto „Bonn lebt CSD – queer, bunt, weltoffen“ hat Bonn am Samstag (1. August) den Christopher Street Day gefeiert. Der CSD Bonn, auch bekannt als „Beethovens Bunte“, wird seit zehn Jahren vom Verein r(h)einqueer Bonn e.V. organisiert.
Von 13 bis 21 Uhr war auf dem Münsterplatz ein buntes Programm mit Coverbands, Comedy- und Dragshows geplant. Zahlreiche Stände von Parteien, Institutionen, queeren Organisationen und Foodtrucks sorgten für eine Straßenfest-Atmosphäre. Um 18 Uhr startet außerdem eine Demonstration durch die Bonner Innenstadt.
CSD in Bonn: Schweigeminute für Opfer von Attentat in Berlin
Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin stand in diesem Jahr besonders der Gedanke im Mittelpunkt, weiterhin sichtbar zu bleiben und sich nicht einschüchtern zu lassen. Die Ereignisse in Berlin spielten auch in Bonn eine große Rolle. Die Moderation des Programms sei deshalb angepasst worden, erklärt David Kremser, Vorstand von r(h)einqueer Bonn e.V.: „Angst zu haben bedeutet, dass man verloren hat.“ Kremser betont, dass gerade jetzt Zusammenhalt wichtig sei: „Wir müssen alle zusammenstehen.“
Das Bühnenprogramm auf dem Münsterplatz begann am frühen Nachmittag mit einer Schweigeminute. „Ihr wisst alle, was in Berlin passiert ist. Das hat uns alle sehr geschockt“, sagte Vorstandsmitglied Claudia Brenig von r(h)einqueer. „Wir sind heute auch in Gedanken bei den Opfern, bei der verstorbenen Frau und bei allen, die verletzt wurden und in Berlin traumatisiert wurden.“
Sein Appell richtet sich besonders an queere Menschen, die nach den Ereignissen in Berlin verunsichert sind. Der Bonner CSD gehört zu den ersten Christopher Street Days nach dem Berliner Anschlag.

Die Polizei zeigte während der CSD-Feier auf dem Bonner Münsterplatz Präsenz.
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Auch das Thema Sicherheit spielte bei der Planung eine wichtige Rolle. Der Veranstalter erklärt, dass mögliche Gefahren durch Anschläge mit Fahrzeugen bereits im Vorfeld berücksichtigt wurden. Die Routenplanung und das Sicherheitskonzept aus April 2026 hätten dieses Gefahrenpotenzial bereits einbezogen. Die Polizei überprüfte die Sicherheitsvorkehrungen und schickte mehr Einsatzkräfte. Während des CSD zeigen außerdem zahlreiche Polizeikräfte Präsenz und sorgen für zusätzliche Sicherheit entlang der Veranstaltung. Es gebe jedoch keinen konkreten Hinweis auf eine Gefährdung, sagte Polizeisprecher Severin Wolters.
Trotz der ernsten Hintergründe blieb die Stimmung auf dem Münsterplatz bunt und ausgelassen. Gemeinsam sangen sie die „Ode an die Freude“. Viele Besucherinnen und Besucher kamen bewusst, um ein Zeichen zu setzen – für Vielfalt, Offenheit und die Werte, für die der CSD steht. (mit kna)