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Flugplatz HangelarChef der Bonner Stadtwerke kündigt Rücktritt wegen Grundstücks-Affäre an

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Flugplatz Hangelar Flugzeugwerft

Flugplatz Hangelar: Die Stadtwerke sollen unter Druck gesetzt worden sein, ein Grundstücksgeschäft nicht abzuschließen. (Archivbild)

Olaf Hermes kündigte diesen Schritt in einer Sitzung des Aufsichtsrats an. Er begründet ihn mit mangelndem Vertrauen in die Stadtpolitik.

Die Affäre um ein Grundstück in Bonn führt zu ersten personellen Veränderungen. Der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Bonn (SWB), Olaf Hermes, hat seine Absicht erklärt, von seiner Position zurückzutreten. Bei einer Zusammenkunft des Kontrollgremiums, die der Aufarbeitung des Skandals diente, brachte Hermes die Frage nach dem Vertrauen auf. Er will seinen Posten im Laufe des Sommers abgeben und sieht keine Möglichkeit, von dieser Entscheidung abzuweichen.

Die Angelegenheit wurde von Hermes selbst im Dezember aufgedeckt. Im Mittelpunkt steht der Versuch von Guido Déus, Oberbürgermeister von Bonn, einem Co-Dezernenten und Sebastian Schuster, dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreises (alle CDU). Sie sollen die Stadtwerke gedrängt haben, ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar nicht zu tätigen.

Es gibt die Vermutung, dass die Interessen eines Busunternehmers aus Bonn, der auch als CDU-Großspender bekannt ist, dabei eine Rolle gespielt haben könnten. Dieser möchte das Areal ebenfalls erwerben. Die drei Politiker streiten einen solchen Zusammenhang ab. Der Unternehmer selbst hat sich dazu noch nicht geäußert. Das berichtet „WDR“.

Stadtwerke wollen Staatsanwaltschaft informieren

Eine Rechtsanwaltskanzlei, die von den Stadtwerken mandatiert wurde, hat die Geschehnisse geprüft. In ihrem Gutachten heißt es, die Intervention sei „gegebenenfalls nicht frei von Fremdeinflüssen und Interessenkonflikten waren“. Die Stadtwerke Bonn planen, diesen vertraulichen Bericht der Staatsanwaltschaft zu übergeben.

Die Ankündigung des Chefs, das Unternehmen zu verlassen, kam für den SWB-Aufsichtsrat unerwartet. Für die künftige Kooperation sicherte das Gremium Hermes und dem Vorstand mit einer Mehrheit sein volles Vertrauen zu. Daniel Rutte, der für Bündnis 90/Die Grünen im Aufsichtsrat sitzt, kommentierte, Hermes habe sich „absolut nichts zu schulden kommen lassen, und die, die Fehler gemacht haben, bleiben auf ihren Stühlen sitzen.“

Olaf Hermes leitet die Bonner Stadtwerke als Geschäftsführer seit 2022. Sein bevorstehender Rücktritt erfolgt in einer Phase tiefgreifender Umbrüche für das Unternehmen. Für die Wärme- und Verkehrswende sind Investitionen geplant, deren Volumen sich auf bis zu drei Milliarden Euro beläuft. Gleichzeitig müssen im Bereich des Nahverkehrs Millionenbeträge eingespart werden. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.