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Messer-Angriff in BonnÜmmü Gülsüm riskierte ihr Leben, um zwei Fremde zu retten

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Frau Ümmü Gülsüm Karakus und Regierungspräsident Gregor Lange.

Frau Ümmü Gülsüm Karakus und Regierungspräsident Gregor Lange.

Für ihren Mut und ihre Tapferkeit wurde die 40-Jährige jetzt vom Land NRW ausgezeichnet.

Sie war nur zum Abholen ihres Mercedes in der Stadt – doch was Ümmü Gülsüm Karakus dann an einer Verkehrsampel erlebte, sollte ihr Leben verändern. Die 40-Jährige aus Bonn-Beuel wurde Zeugin eines brutalen Messerangriffs und handelte sofort: Sie half den schwer verletzten Opfern, obwohl der bewaffnete Angreifer noch neben ihr stand. Jetzt wurde die Beuelerin von Regierungspräsident Gregor Lange in der Bezirksregierung Köln öffentlich belobigt – im Namen der Landesregierung Nordrhein-Westfalens.

Messer-Angriff in Bonn: Ein normaler Tag wird zur Notsituation

Im September 2024 holte Karakus ihren Mercedes aus einer Werkstatt am Heinrich-Böll-Ring in der Bonner Innenstadt ab. An einer Ampel wurde sie plötzlich zur Augenzeugin einer grausamen Bluttat: Ein Obdachloser attackierte zwei Menschen mit einem Messer und stach brutal auf sie ein. Die Situation war lebensgefährlich – nicht nur für die Opfer, sondern auch für jeden, der sich einmischen würde.

Karakus zögerte keine Sekunde. Obwohl der Angreifer die Waffe noch in der Hand hielt und direkt neben ihr stand, brachte sie die beiden Verletzten in Sicherheit. Sie organisierte sofort Erste Hilfe, alarmierte den Rettungswagen und beschaffte einen Erste-Hilfe-Kasten.

Beherzte Erste Hilfe unter lebensgefährlichen Bedingungen

Die gelernte Arzthelferin – heute arbeitet sie beim Pflegedienst „Helfende Schwestern“ – kannte sich aus. Sie leitete Passanten bei der Versorgung der verletzten Frau an und kümmerte sich selbst um den Mann mit den schwersten Verletzungen. Der Mann wies multiple Schnitt- und Stichverletzungen am Kopf, an den Armen und am Rücken auf. Die Frau hatte eine etwa zehn Zentimeter lange und zwei Zentimeter tiefe Schnittverletzung am Unterschenkel erlitten.

Auch nach Ankunft der Rettungskräfte blieb Karakus und unterstützte die Sanitäter bei der weiteren Versorgung. „Es war ein Massaker, so etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte sie später dem „General Anzeiger“. Ihr umsichtiges Handeln war es wohl zu verdanken, dass beide Opfer den schweren Angriff überlebten.

Anerkennung für gelebte Menschlichkeit – Karakus: „Mutig sein, es lohnt sich“

„Die öffentliche Belobigung ist Ausdruck unseres Dankes und unserer Anerkennung für ein Handeln, das alles andere als selbstverständlich ist“, betonte Regierungspräsident Gregor Lange bei der Würdigung. „Wer in einer Notsituation nicht wegschaut, sondern mutig und verantwortungsbewusst hilft, leistet einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft.“

Der Regierungspräsident beschrieb, worum es im Kern geht: „Gerade in einer Zeit, in der Zivilcourage mehr denn je gebraucht wird, setzt dieses Engagement ein starkes Zeichen. Solche Menschen verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung – sie machen unsere Gesellschaft menschlicher und stärker.“

Karakus selbst sieht es pragmatisch. Auf die Frage, warum sie nicht einfach vorbeigegangen ist, antwortet sie schlicht: „Mutig sein, es lohnt sich. Irgendwann kriegt man auch etwas zurück.“